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Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : V Landgräfin Karoline von Hessen Darmstadt; VI Der Oberstallmeister Graf Friedrich Albrecht Schwerin

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Feldz�ge, die Sie in Hhrer Jugend mitgemacht, hatten diese schon gesichert; Sie hatten S�hne, Me alt genug waren,
um Ihrem Beispiel folgen zu k�nnen, und so konnte Eure Hoheit auf Ihren torbeeren ausruhen." Sie Sorge um
die Einbu�e des Celans glaubte sie durch einen Hinweis auf bas Veispicl des Aasseier Hofes beschwichtigen zu k�nnen,
der im letzten Ariege sich in �hnlicher tage befunden und darum doch nicht den gef�rchteten Verlust erlitten habe.
Endlich wirft sie die Frage auf: sei denn entschieden, da� der Krieg unvermeidlich und da� der K�nig Maria-Theresia
angreifen werde? ob man wisse, nach welcher Seite der f>rinz verwendet werden w�rde? Gleichsam �ber die U�hnheit
ihres Widerspruchs erschreckend, schlie�t sie mit den Worten: �Sie sehen, gn�diger Herr, ich vergesse mein Geschlecht
und meinen Stand, indem ich also spreche"; aber sie vergesse sich selber, um nur an die �Reputation" dessen zu
denken, den fie lieb habe.'
Im Forlgang des Disputes machte kudwig VIII. seine Schwiegertochter direkt f�r die Haltung seines Sohnes
verantwortlich und forderte, sie solle ihre?: Geist und Aredit anwenden, um den Prinzen von seinen falschen Ideen
zur�ckzubringen. Geschickt verteidigte sich Aarolme. Sie erkl�rte sich bereit, in seinen Augen f�r die Schuldige zu
gelten; sie wollte alles Gdium auf sich nehmen, wenn wenigstens ihrem Gatten seine Gnade erhalten bliebe. Und
indem sie die Tatsache geltend machte, da� der Erbprinz gegen Ru�land, aber nicht gegen Oesterreich operieren solle,
kn�pfte sie daran die Frage: �willT�re Hoheit wirklich, da� er ganz den Dienst quittiert? wissen Sie nicht, bis
zu welchem Ucberma� der Geschmack des Prinzen f�r den Heeresdienst sich versteigt?" Langeweile und Ekel w�rden
ihn ergreifen, seine Tage k�rzen, und sie, die den Prinzen kenne, ihn lieb habe, nur f�r ihn lebe, die um seinetwillen
auf Familie und Vaterland verzichtet habe, uni sich allein ihm zu widmen � sie solle ihn zu einem Schritt bestimmen,
der ihm seine Ruhe und seine Freude am keben nehme?
wie richtig der tandgraf urteilte, wenn er die Seele des Widerstandes inCaroline vermutete, zeigt ihr Vnef-
wechsel mit der Prinzessin Amalie. In diesem enth�llt sich das Spiel hinter den Aulifsen. �Der Tandgraf", so schreibt
die Erbprinzessin am September, �stellt sich schrecklich b�se, und sehr traurig ist, da� er keine Vernunft annehmen
will. Noch gestern erhielt ich einen fulminanten Vrief, in dem er sagt, es gesch�he zum letzten Mal, da� er mit
M��igung sprechen werde." In einer Nachschrift vom folgenden Tage berichtet sie von �Scrupeln" ihres Gatten,
und bitter bekennt sie: �ich sehe voraus, liebe Prinzessin, da� er vielleicht die Feigheit haben wird, den Dienst zu
quittieren." Im n�chsten Schreiben vom vertraut sie der Freundin an: �ich habe mich geh�tet, ihm von den
Vliesen des Landgrafen zu erz�hlen; vielleicht w�rde er nichts mehr w�nschen, als wenn es so aussehe, da� er
gezwungener weise den Dienst aufgebe." Und am 59.: �Er wei� nichts von der z�rtlichen Korrespondenz, die ich
mit seinem Vater f�hre. Schickt man mir Vriefe f�r ihn, so unterdr�cke ich sie ohne Vedenken; ich besch�ftige mich
nur mit der Reputation des Prinzen und suche alles zu vermeiden, was ihn erweichen k�nnte. Ach!" ruft sie aus,
�warum besitzen Sie nicht die Gabe der Feen, liebste Prinzessin? Mein Ritter w�rde ein Heros sein und Wunder-
taten verrichten." 2 Nur eins schreckte sie auch selbst: der Gedanke an den Ausbruch eines offenen Arieges zwischen
Frankreich und Preu�en und der alsdann drohende Verlust der Besitzungen im Elsa�, auf denen die Existenz des
Prinzen beruhte. So schrieb sie noch am an die Prinzessin Amalie, sie wisse nichts von der �Mode
treuloser Brandenburgerinnen", aber gleichzeitig mu�te sie vertraulich gestehen, da� sie einen Vrief aus Stra�burg
erhalten habe, der sie auf jene Gefahr vorbereite. Daher schlie�t sie mit den beschw�renden Worten: �Sorgen wir,
da� valory zur�ckkehrt! kein Arieg mit Frankreich! und nichts soll mich zwingen, ein tand zu verlassen, das alles
besitzt, was ich anbete/" Dabei war sie entschlossen, auch diese Sorge ihrem Gatten zu verheimlichen, solange noch
ein Hoffnungsstrahl sich zeigtet
1 schreiben Xarolinens vom 2. und 5^., Antwort des ?anl�grafen vom 20, Zuli \7S6: walthrr II, t
    
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