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Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

Full text: Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

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seiner guten Ratschl�ge, die sie wie Gesetze befolge, ihre Stellung am Hofe wieder eine geachtete wurde; �si je deviens
une fois heureuse dans ma vie, je l'attribuerai ? vos bont�s infinies", schrieb sie ihm am \0. Oktober.
der A�nig so sein m�glichstes getan, ihr die h�uslichen Verh�ltnisse ertr�glich zu machen, so benutzte er
fortan jede Gelegenheit, sie nach Verlin einzuladen, wo sie die Mutter und die viel j�ngeren Geschwister wiedersah und
Abwechselung und Zerstreuung fand.
Aus dein tager bei Friedland lud er in einer eigenh�ndigen Nachschrift vom 9, Oktober \?ii\ sie und den
Markgrafen f�r den Winter nach Berlin ein; die Vraunschweiger w�rden imNovember da sein, f�gte er hinzu. Als
fie am 20. Dezember ankam, war Oie Freude der ganzen Familie um so gr��er, als man gef�rchtet hatte, der Markgraf,
vor dessen Besuch man in Berlin zitterte, w�rde Schwierigkeiten machen und sie nicht allein kommen lassen wollen;
sie blieb bis �ber die Hochzeit ihres Vruders August-Wilhelm (6. Januar 5?H2) bis Ende Januar. Die Folgen einer
vorzeitigen Niederkunft (Ende \7%2) hinderten sie, einer Ginladung im Fr�hjahr J7^3 311 folgen; als sis sich gar nicht
erholen wollte, schickte der K�nig im Juni seinen leibarzt, Dr. Eller, eine Aufmerksamkeit, oie sie mit gro�em Danke
empfand; im Herbst kam er selbst, als er seine Reise ins Reich machte, mit ihm fein Bruder, der prinj August-
Wilhelm; pont 1,6. bis 20, September waren sie ihre (S�fte. 1 Eine Einladung nach Verlin zum Winter mu�te sie
wegen Krankheit aufschlagen und sie f�rchtete auch, als der K�nig ihr im M�rz \7^ die Verlobung ihrer Schwester
Nlrike anzeigte und eine Einladung zur Hochzeit hinzuf�gte, sie werde nicht kommen k�nnen, was f�r den Vruoer fein
Verlust fein werde, da sie ihm doch nur ein �unn�tzes M�bel" sein werde; im Juli war sie so weit, da� sie zu reisen
wagen konnte, sie kam gerade noch zur Hochzeit (!?. Juli), zu der auch die Schwester aus Vraunschweig gekommen war,
und blieb noch bis Ende des Monats.
Damit h�rten die Vesuche inBerlin f�r eine Reihe von Jahren auf; fie gibt daf�r als Grund ihre Gesundheit
an, mit der es allerdings schlecht genug gestanden haben mu�. 2 Eine �probetdfe" nach Erlangen (M�rz J7^8), an
der fie sehen wollte, ob sie die l�ngere un& anstrengendere nach Berlin w�rde wagen k�nnen, bekam ihr schlecht genug,
und wenn es auch im Mai hie�, sie beginne sich v�llig zu erholen, mu�te fie im September darauf verzichten, nach
Bayreuth zur Verm�hlung ihrer Nichte, (Elifabet^^Jtie�etiFe, mit dem Herzog Eugen von W�rttemberg zu gehen,
was ihr um so schwerer fiel, als sich der K�nig dazu angesagt hatte. Nach einem Vesuch in Ansbach schrieb die
Vayreuther Schwester imM�rz (750 dem K�nige; �Ma s?ur est chang�e ? n'?tre plus connaissable d'une maigreur
de squelet et en un mot plus d�charn�e que moi . .. L'union est infiniment meilleure qu'elle n'a jamais �t�.
Elle n'a plus cet air embarass� avec le Margrave (�ber das schon Alinggr�ffcn geklagt hatte). Ils agissent fort
poliment ensemble et l'ext�rieur est tel qu'il le doit ?tre. Les gens qui ont foment� la d�sunion, sont
cong�di�s 4, ainsi il faut esp�rer" qu'avec le temps les choses se remettront tout ? fait d'autant plus qu'elle a
chang� beaucoup ? son avantage." Im Sommer {75{ ging die Maikgr�fin nach Schlangenbad; fie hatte hier Oie
unvermutete Freude, ihren Bruder Heinrich, der drei Jahre alt gewesen war, als sie von Hause ging und den sie nur
von ihren Besuchen in Berlin her kannte, anzutreffen und einen Tag (30. Juli) mit ihn� zusammen zu sein; auf der
R�ckreise nach Berlin war er an, 2. August ihr Gast in Ansbach. 5 ImOktober besuchte sie ihre Vayreucher Schwester,
die dar�ber dem K�nige schrieb: �J'ai trouv� ma s?ur fort chang�e ? son avantage. Le voyage, qu'elle a fait
aux bains, lui a donn� plus de monde et elle a acquis plus de solidit� dans sa fa�on de penser. Elle para�t
1 vgl. den Vericht �ber des K�nigs Anwesenheit in Ansbach in Chr. Meyer, Hohrnzollern� Forschungen II(1693), <*52ff. �
3 Da� fi� nicht kam, hing vielleicht auch damit zusammen, da� der preu�enfeindliche Christoph > g non Seckendorf, der Neffe des
Feldmarschalls nnd der Verfasser des Journal de Seckendorf, der J73<*� H737 kaiserlicher Gesandter in Verlin gewesen war, seit (7^6 im
Ansbachischen Ministerium, in bas er Ende 1738 eingetreten war, die leitende Stelle einnahm. Vie Markgr�fin von Nayreuth schreibt
im Gklober 575! Don ihr an den K�nig; ,,Elk- souhaiterait fort pouvoir aller ?. Berlin, mais je crains, qu'on ne le lui permette pas." �'Ver kaiserliche Gesandte oon widmann, der |7<$8 tm Mai in Ansbach war, berichtete, am Geburtstage &es Markgrafen (12. Mai) sei die
markgr�fliche Familie (die Eltern und der Erbprinz) drei (Tage hindurch zusammen gewesen, �was sich sonst sehr selten 311 ereignen pfleget".
�
* Ver Vberhofmarschall von Seckendorss und Schenk waren im Februar <75o ans ihren Remtern entlassen.
�
s Ueber diese Reife des
Prinzen Heinrich val. Veiner im HohenHolleril-Iahrbuch 1904, "�ff. und Neue historisch -genealogische Nachrichten 25 (^752), (55ff.
        
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