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Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

Full text: Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

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ne m'a pas voulu ?tre favorable dans cette occasion, car je suis arriv�e ? onze heures et demie ? Erlangue, o?
j'ai appris avec bien de chagrin votre repartie." (Vgl. bas Faksimile.)
Vie h�uslichen Mi�Helligkeiten seiner Tochter waren dem K�nige auf verschiedenen wegen, und nicht immer
unparteiisch geschildert, zu Vhren gekommen, er unterlie� es nicht, ihrVorw�rfe zu machen, gute Ratschl�ge zu erteilen,
seine Briefe sind zum Teil in einem sehr harten Ton geschrieben. Dem schlimmsten vorzubeugen, verwandte sich ihre
j�ngere Schwester, die Herzogin Charlotte, Me ?ieblingstod}ter des Vaters, f�r sie; sie schrieb ihm am 3 {.(D?tober 5 735:
�J'ai re�u des nouvelles d'Anspach qui disent que ma s?ur �tait tout triste et m�lancolique et que cela venait
parceque le Margrave lui faisait beaucoup de chagrin et qu'il �tait tr?s d�bauch�, qu'il croyait parceque mon
cher papa et maman n'avaient plus tant de gr�ce pour ma s?ur, qu'? cause de cela il en pouvait faire tout
ce qu'il voulait. Elle ne me l'a pas �crit mais je le sais pourtant s?rement. Je crains parcequ'elle est grosse 1
que le chagrin ne lui fasse du mal. Ainsi je supplie mon cher papa de soutenir un peu ma pauvre s?ur et
de lui marquer un peu d'amiti� ... Cela la rend timide envers mon cher papa parcequ'elle croit qu'il ne l'aime
plus et elle est pourtant tr?s bonne et aime mon cher papa de tout son c?ur." 3^?re Bem�hungen hatten Erfolg,
der K�nig �verzieh" der JTIarfgr�fin; die Herzogin Charlotte schrieb ihm voller Dank am \0. November J735; ,Jc
suis charm�e que mon cher papa a fait prier Dieu pour ma sceur d'Ansbach et qu'il lui veut rendre ses bonnes
gr�ces; j'esp?re que cela fera un bon effet aupr?s du Margrave et qu'il traitera ma pauvre s?ur avec plus d'�gard
qu'il n'a fait jusqu'? pr�sent."
Am 9. 3Nai 5 737 starb ganz pl�tzlich ihr �ltester, vierj�hriger Hohn, der, wie ihre Briefe an den Vater zeigen,
ihre ganze Freude gewesen war. Anl��lich dieses Todesfalles 2 Farn es zu b�sen Szenen, in denen von Scheidung
gesprochen wurde; bas energische Dazwischentreten der Vayreuther Schwester brachte die Dinge wieder in Ordnung.
Dann kam neue Aufregung, als die Vberhofmeisterm, Fr�ulein von Vuddenbrock, sie mit Genehmigung des K�nigs
perlie�, um zu heiraten; die Markgr�fin verlor damit die einzige, die in dieser fremden Umgebung, vor der nicht
einmal ihr Briefwechsel mit Berlin sicher war, ihr volles vertrauen genoffen und ihr beigestanden hatte, ohne die sie
sich verlassen und verraten glaubte. Auch von Berlin aus wurde ihr bas ?eben nicht leichter gemacht; der K�nig
machte aus feiner Abneigung gegen seinen Schwiegersohn fein Hehl und jede derartige Vernachl�ssigung fiel auf sie
zur�ck und wurde von ihren Feinden gegen fie ausgebeutet; mehr als einmal beschwor sie den Vater, dem Markgrafen
doch ein paar Worte selbst zu schreiben, so nach dessen Mitteilung vom Tode des H�hnchens: �Sans quoi je
deviendrai malheureuse."
5?39 wurde ihre Tage unertr�glich, besonders der Hofmarschall Schenk von Geyern, der auch sonst, wo er
konnte, beim Markgrafen gegen den R�nig arbeitete, legte es darauf an, ihr nur Aummer zu bereiten; sie war ihm
gegen�ber so machtlos, da� er sich gegen sie �Insolenzen" erlauben durfte und wenn sie ihm mit der Rache des Vaters
drohte, sich darum einfach nicht k�mmerte. Ihre Gesundheit, die immer zart und schw�chlich gewesen war, war unter
diesen Verh�ltnissen und nach mancherlei schwerer Arankheit nicht besser geworden; im Fr�hjahr war sie so
ersch�ttert (au�er k�rperlichen Leiden hatten sich Angstzust�nde, Anf�lle von Melancholie gezeigt), da� die Aerzte eine
Reise nach Schlangenbad f�r durchaus notwendig hielten. Sie selbst w�nschte sie, der Markgraf bef�rwortete sie auf
das lebhafteste; der A�nig, dem beigebracht war, eine so lange Abwesenheit werde nur b�se Folgen f�r seine Tochter
haben, z�gerte zuerst mit seiner Genehmigung, schlie�lich im verweigerte er sie, da es zu einer Aur doch schon zu
sp�t im Jahre w�re. Gleichzeitig bem�hten sich Schenk und mit ihm der Gberhofmarschall Franz-Vernhard von Secken-
dorf, die preu�ische Hofdame, Fr�ulein von Rleist, die seit 1?36 bei der Markgr�fin war und treu zu ihr hielt, weg-
zuschaffen, daf�r eine Dame aus dem einheimischen Adel zu ihr zu bringen, um sie so ganz von sich abh�ngig zu
1 Am 24. Februar 1736 wurde der Prinz Rarl-Alexander geboren. � B Der K3nig f�gte dem Kondolenzbrief eine, wegen feiner
Gicht, mit der linken Hand geschriebene Nachschrift hinzu: ,,Je suis fort triste et je vous plains de tout mon c?ur, ma pauvre Ike." Ver
Kronprinz schickte einen langen philosophischen t�toftbrief: �IIne suffit pas vous plaindre, je voudrais vous consoler." Die Markgr�fin
IPityetmine nennt in ihren Memoiren (II,26\) den Vberhofmarschal! FrcmZ'Vernhard von 3eckendorf als den Anstifter dieser Szenen.
        
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