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Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

Full text: Friederike, Markgräfin von Ansbach, eine Schwester Friedrichs des Großen

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int Einverst�ndnis mit dem K�nige, eine Reise nach Schlangenbad geraten; zu aller freudiger �berraschung ging sie
auf diesen Vorschlag ein; der Tag der Abreise war bestimmt, das Quartier in Sdjfcmgenba& bestellt, da erklarte sie
auf bas bestimmteste, es sei ihr unm�glich zu reifen, und blieb unersch�tterlich bei dieser Weigerung. 1 Als es nach
schweren Anf�llen im Herbst 3, Anfang \765, wieder etwas besser ging, schrieb sie dem Vruder am H. Februar: �Ma
sant� ? pr�sent est tr?s passable, pourtant je n'ose point me flatter d'avoir sit�t le bonheur de faire ma cour
? mon cher fr?re ayant trop l'air d'un squelet ? qui l'absence convient," 3 Der letzte Vrief, der von ihr an den
Vruder vorliegt, vom 2. Z?Xat$ l,?65 enth�lt folgende melancholische stelle: �Le temps pass� fait une image douloureuse
et cette impression est nullement pour la sant�. Mon cher auguste fr?re s'int�resse de me la recommander pour
me donner lieu de repr�senter que les pens�es de regret sont aussi nuisibles que les premiers moments de l'affliction."
Von den �lteren Amdern Friedrich-Wilhelms I. waren jetzt, au�er der Zi�arfarafm von Ansbach, nur noch
der K�nig und die Herzogin Charlotte von Vraunschweig �brig. 4 Die beiden �Alten", die sich jetzt enger aneinander
anschl�ssen, besch�ftigten sich viel mit dem traurigen Schicksal dieser Schwester, die noch in die Erinnerungen ihrer
Ainderzcit hinemgeh�rte ; was sie jetzt dar�ber h�rten, der K�nig von ihrem Sohne, die Herzogin von ihrer Tochter,
war trostlos genug, es war zweifellos, da� die Gem�tskrankheit, die sich seit Jahrzehnten vorbereitet hatte, zum Aus-
bruch gekommen war. Sie beide �berlegten, in ihren Briefen und bei den: Zusammensein in Potsdam, was geschehen
tonne, fie aus ihrer Melancholie zu ziehen; ein Vesuch der Nichte aus Erlangen (Februar \765) hatte ihr gut getan,
auf die Bitte der Mutter ging diese im Sommer wieder hin und blieb l�ngere Zeil; sie dachten daran, eine �ltere
Dame vom Berliner Hofe hinzuschicken, die vielleicht einen wohltuenden und beruhigenden Einflu� auf sie gewinnen
k�nnte. Auf jeden Fall wurde Cothenius hingeschickt, den kenne sie und den werde sie vorlassen; er konnte dem K�nige
)uli 765 nur einen sehr niederschlagenden Bericht erstatten, da� nichts mehr zu hoffen fci. 3mmcr wieder dankte
der K�nig dem Markgrafen f�r seine r�hrende F�rsorge f�r seine INutter, immer wieder schrieb er ihm, er sei bereit,
alles f�r seine arme Schwester zu tun, er folle ihm nur schreiben, was; er habe von einem ber�hmten Arzte f�r der-
artige Krankheiten geh�rt, er wolle sich gerne mit diesem in Verbindung setzen. Auf seine Frage vom 8.Januar
N'y a-t-il aucune esp�rance pour la convalescence de ma sceur et ne nous est-il plus possible de nous flatter
d'un avenir plus favorable?, konnte her Markgraf, der es nach �ber einem Jahr nur mit M�he erreicht hatte, von
seiner Mutter vorgelassen zu werden, im Oktober nur antworten, er gebe jetzt jede Hoffnung auf: �J'ai �t� frapp� en
la voyant, son regard �tait terrible et d�notait l'�tat affreux de sa situation." Als im Fr�hling die Nach-
richten einmal etwas besser lauteten, schrieb der K�nig dem Markgrafen, er werde sehen, soviel Zeit zu finden, da� er
selbst nach Ansbach kommen k�nnte; im Herbste hatte er ihr selbst etwas von seinem Kommen geschrieben: �Saisie
1 Bas Folgende nach dem Briefwechsel des Markgrafen Uarl.Alexander mit dem K�nige und den Briefen der Herzogin Charlotte
von 23raiinf?^i�etg an den Ri5nig. von der Markgr�fin liegen ans den letzten Jahren des siebenj�hrigen Krieges nur wenige Sriefe vor,
sie enthalten Gl�ckw�nsche zur Eroberung von 3chweidmh (25, April ;?58), den, Siege bei ?orgau, dem Friedensschlu� oder Verwendungen f�r
einzelne Offiziere. Ver �Ttarfgraf an den K�nig l.5.Inni 1,76^ :�IIy a bon lieu d'esp�rer que les eaux- ach?veront son r�tablissement, mais ilest
fort difficile de lui faire surmonter en cela sa r�pugnance qu'elle a de quitter son lit" und dm Z\*3llrti: �Par une suite de ses changements
continuels de penser, qui la rendent gu?re susceptible de remontrances, elle vient de rompre tout d'un coup le voyage." 2er K�nig hatte
schon am \Q, Mai geschrieben: �Je ne saurais yous d�guiser que je serais bien aise ? lui voir moins d'attachement pour son lit," Auch die
Herzogin sieht m ihrer Weigerung, die Ratschl�ge von Cott^eiiius zu befolgen, un peu de caprice qui sera difficile ? pouvoir corriger.
bezeichnend f�r den Znstand der �T�arfgrajtn ist, da�, sobald als �on der Reise nicht mehr die Rede war, sie wieder ruhiger wurde, Menschen
um sich sah und �sich mit kleinen Spielen divertirte". � 3 �Ma s^ur d'Ansbach menace ruine", schreibt der K�nig der Schwester in
schweben (Politische Correspondent Friedrichs des Gro�elt 23, H8H, vgl. ty\). � 8 Die Herzogin schreibt am (O. M�rz: �Caroline vient de
m'ecrire d'Erlang qu'elle a quitt� ma s?ur et l'a laiss�e bien, seulement elle ajoute qu'il n'y avait pas moyen de la porter ? se servir de
rem?des ou de saign�es (wie CotrferttitS vorgeschrieben tj?tte) et qu'on ne l'osait pas nullement lui en parler sans qu'elle s'en f�che. Tous
sont cependant du sentiment que si elle prenait un bain, elle 5e r�tablirait . .. pourvu qu'on p?t la tirer de la vie solitaire, ? laquelle elle
s'est accoutum�e, il serait ensuite plus facile, qu'elle entrepr�t le voyage de Berlin. Ce serait s?rement une grande satisfaction de pouvoir se
flatter de revoir cette ch?re s?ur r�tablie ? ce point." �^ * Vie n�chste war die ITTarfgr�firi Sophie von Schwebt, geboren 25. Januar (7(9,
sie starb am 42. November ;765. � � �Ma su;ur de Bronsvic et moi nous g�missons en pensant ? notre ch?re s?ur au milieu des f?tes
que la biens�ance exige que nous c�l�brions pour les noces de mon neveu" (Friedrich-Wilhelm [II.] mil Elisabeth von Vraunschweig
U.3u 1*65), schreibt der K�nig an Karl-Alexander 55.IuIi. Die Herzogin am 9. September 1765: ,J'avoue que je tremble que ces
fr�n�sies augmentent ? un point qu'il sera n�cessaire de la tenir enferm�e dans un lieu s?r afin d'�viter encore plus d'�clat."
        
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