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Die Münzverwaltung Friedrichs des Großen

Full text: Die Münzverwaltung Friedrichs des Großen

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Urheber mehr verbarg als offenbarte. Die meisten dieser F�rsten, z. V< der Aurf�rst von Trier, der Abt von Fulda,
die Markgrafen von Bayreuth und Ansbach, hatten gar keine Entschuldigung daf�r, denn von einer Gef�hrdung
ihrer Staaten konnte doch keine Rede sein.
Vie intensive milit�rische und diplomatische Arbeit w�hrend des Krieges lie� dem A�nige keine Zeit, die
M�nzverwaltung so wie imFrieden zu beaufsichtigen. Er hat immer nur am Anfange jedes Jahres mit dem Kriege
zahlmeister Geheimrat A�vven die Kontrakte mit den Juden und den von diesen abzuliefernden M�nzgewinn fest-
gestellt. Es kam dabei oft zu heftigen Auftritten, und A�vven mu�te h�ren, da� er zu �tkidle" gehe, der A�nig in
diesen Dingen gar keinen Spa� verstehe, und die M�nzunternehmer ihre eigenen Forderungen und die M�nzverschlechterung
nicht �bertreiben d�rften. Darin lag ja hier eben der vorteilhafte Unterschied gegen fr�here �hnliche Vorg�nge, da�
die M�nzst�tten keineswegs den Unternehmern ganz ausgeliefert waren, sondern die M�nzverwaltung ganz in den
H�nden k�niglicher Veamten blieb, die f�r den M�nzfu� verantwortlich waren, die Juden aber nur das Silber zu liefern
und die M�nzen auszugeben hatten.
Dennoch waren die Gewinne der Ephraim, aac und Itzig sehr gro�. Friedrich wu�te nat�rlich sehr gut,
da� diese und die anderen Armeelieferanten reiche Leute wurden, w�hrend der Edelmann, B�rger und Bauer mit
keben, Blut und Gut dem Staate dienten. Darum war es gar nicht ungerecht, wenn er nach dem Frieden verlangte,
da� die Juden zur M�nzreorganisation beitrugen, hatten doch die Unternehmer ein Heer von Agenten durch die lande
geschickt, die den beuten die alten guten M�nzen gegen neue schlechte �mit mehr als j�dischem Agio" umwechselten.
Aber die H�upter hatten doch am meisten profitiert. Als daher {76^ bestimmt wurde, da� die Juden j�hrlich eine
bestimmte Quantit�t Kilber zu einem etwas billigeren preise, als der Marktpreis war, liefern sollten und die Ver-
teilung nicht nach K�pfen, sondern nach verm�gen gemacht wurde, billigte dies Friedrich mit den Worten: �IIfaux
qu'Itzig et Ephraim portent le gros de cette besoigne ou rien n'est fait."
Im Verh�ltnis zu dieser M�nzverschlechterung des siebenj�hrigen Arieges ist doch, was Friedrich im M�nz-
wesen Dauerndes geschaffen hat, viel zu wenig bekannt. Die M�nzverschlechterung war eine kurze Episode von
sechs Jahren <^?58 �62). Nach Abschlu� des Friedens sagte der Ronig, er werde ruhig sterben k�nnen, wenn er
die Ttriegsschulden bezahlt und das M�nzwesen verbessert haben werde.
Mit bewundernswerter Energie wurde die M�nzreorganisation in zwei gro�en Schritten ins Werk gesetzt:
!?63 ging Preu�en zum 1?6H zum Graumanschen 54-Talersu� zur�ck. Neben dem Umschmelzen und
Ausscheiden des Aupfers aus dem schlechten Gelde, wobei dem Staat und der Vev�lkerung viele Millionen verloren
gingen, war noch n�tig, die Schuldenzahlung zu regeln, denn die Gerichte mu�ten wissen, wie die in schlechtem Gelde
gezahlten Schulden in besserem abzutragen waren. Diese Vorschriften sind unter reger Teilnahme des A�nigs in m�h-
samer und peinlicher weise aufgestellt worden.
Die Reorganisation von j?6H verbesserte aber das Graumansche System noch in zwei wichtigen Punkten,
wir sahen, da� Grauman dem Goldgelde einen viel zu niedrigen wert gegeben hatte. Wollte Preu�en also seine
Friedrichsdor festhalten, so mu�ten sie mehr als 5 Taler gelten. Dem schleichen Minister Schlaberndorff gelang es, den
A�nig von dieser Notwendigkeit zu �berzeugen: indem Friedrich der Pistole ein positives Aufgeld von 5"/^ bewilligte,
kam Preu�en dem Wertverh�ltnisse auf dem Weltm�rkte ziemlich nahe.
Zweitens hatte Grauman um eines hohen Gewinnes willen die Drittel-, Sechstel- und Zw�lfteltaler nach
einem billigeren Fu�e als die Taler ausgebracht, wodurch Verwirrung und Verluste entstanden. Dein wurde
durch die Vereinheitlichung des M�nzfu�es f�r alle Rurantsorten bis zum Zw�lftsltalerst�ck herab abgeholfen.
Die zweite H�lfte der Regierunggzeit des A�nigs verlief auch im M�nzwesen viel ruhiger als die erste. Das
Veamtentum war erprobt und eingeschult, die richtigen Grunds�tze der M�nzpr�gung erkannt, und das Auge des
K�nigs wachte weiter �ber deren Beobachtung. So kam es, da� in dieser Zeit des Friedens und der erstarkenden
Industrie die pr�get�tigkeit stieg.
yohenMItiN'Inhrbuch �Zi;. 13
        
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