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Die Münzverwaltung Friedrichs des Großen

Full text: Die Münzverwaltung Friedrichs des Großen

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im Gehalt verringern lassen, weil die Anforderungen des Krieges einen gr��eren M�nzgewinn verlangten. Da int
Kriege au�erdem immer viel gr��ere Barmittel als im Frieden n�tig fm&, war auch deshalb eine ausgiebigere pr�gung
von Aleingeld n�tig, denn gr��ere und feinere Sorten konnten aus den angegebenen Gr�nden nicht hergestellt werden.
wie unentbehrlich dieselben aber waren, und wie willkommen f�r den Staat, besonders im Ariege, imFrieden
f�r den Handel Goldgeld war, hatte schon Friedrich Wilhelm I. erkannt und deshalb zwei Jahre vor seinem Tode
angefangen, nach dem Muster der komsdor Pistolen zu m�nzen. Friedrich hatte die Pr�gung dieser Friedrichsdor
zwar m Verlin und Breslau fortsetzen lassen, jedoch in langst nicht zureichendem Umfange. Va trat er in Verbindung
mit Grauman, dem M�nzkommissar seines Schwagers, des Herzogs von Vraunschweig, wo seit 5?H5 erhebliche
Mengen von Pistolen sAarldor) gepr�gt waren. Friedrich sagte sich, es m�sse doch ebenso wie dort auch in Verlin
m�glich sein, mehr Gold zu m�nzen, und verlangte, da� hier j�hrlich f�r eine Million Taler Gold- und f�r eine
halbe Scheidem�nzen hergestellt w�rden. Denn weil doch einmal Silber f�r Aurantgeld nicht zu haben war, glaubte
der R�nig, sich so helfen zu m�ssen. Da aber nun seine Minister behaupteten, auch kein Gold bekommen zu k�nnen,
schrieb er ihnen, er sei gesonnen, �im M�nzwessn eine neue Ginrichtung zu machen, sich selbst aber die Direktion
davon zu reservieren", indem er bekannte, �da� wir insgesamt die rechte Art des M�nzwesens bisher nicht vollen-
kommen verstanden haben".
Dieses Verst�ndnis setzte er aber bei Grauman voraus und machte ihn Anfang des Jahres 1?50 zum General-
m�nzdirektor. Dessen Verdienste um das preu�ische M�nzwesen auseinanderzusetzen, ist hier nicht der Grt. Manche
der Versprechungen, die er dem A�nige machte, wie die Beseitigung der Holl�nder aus dem �Vstseehandel durch
Verdr�ngung ihrer Dukaten durch preu�ische Friedrichsdor, ferner einen �beraus gro�en Schlagschatz durch eine
gewaltige M�nzpr�gung, konnte er nicht erf�llen. Grauman �bersch�tzte die Macht des Staates, des kleinen Preu�en,
er sah nicht, da� Geld nur ein Instrument des Handels und Verkehrs ist, da� nicht das Geld den Handel schafft.
Er glaubte in dem Friedrichsdor einzig und allein durch gute Technik eine weltm�nze schaffen zu k�nnen.
R�'nig Friedrich traute zwar von Anfang an nicht ganz, da� Grauman das alles erreichen w�rde, jedoch
wo h�tte er einen besseren Ratgeber finden k�nnen? Waren doch dessen Schriften das Veste, was seit langer Zeit,
man kann sagen, seit dem drei�igj�hrigen Ariege von Deutschen �ber das M�nzwesen geschrieben war. Au�erdem
war der K�nig ebenso Merkantilst wie Grauman. Er war sein ganzes (eben lang davon �berzeugt, da� eine
ehrliche, kluge und stei�ige M�nzverwaltung einen gro�en M�nzgewinn dem Staate verschaffen k�nne. Man m�sse
dazu nur die Fabrikations- und Materialkosten m�glichst verringern, d. h. die M�nzkosten einschr�nken und die
Edelmetallpreise tief, dagegen den Wechselkurs der eigenen M�nzen hoch halten. Daran, da� dies alles gar nicht in
der Macht eines Staates lag, dessen Handel so schwach wie der preu�ische war, der den Edelmetallmarkt in keiner
Weise beeinflussen konnte, daran scheiterte Graumans System. Deshalb war es nicht m�glich, was der A�nig in
seinem politischen Testament behauptete, da� nach Einrichtung der neuen M�nzst�tten j�hrlich 20 Millionen
Taler gem�nzt und ein Schlagschatz von einer Million gewonnen werden w�rde.
Von den neuen M�nzst�tten, die in Verlin, Breslau, K�nigsberg, Stettin, Magdeburg, Cleve und Aurich
eingerichtet wurden, mu�ten einige nach zwei, drei Jahren wieder aufgehoben werden; die anderen schw�chten sich iu
gegenseitiger Konkurrenz durch Verteuerung der Edelmetallpreise. Sodann hatte Grauman in dem Glauben, da� er
Gold immer leicht w�rde erhalten k�nnen, den wert der Friedrichsdor gegen das Silberkurant gar zu tief gesetzt, und
zwar so, da� eine Goldeinheit Silbereinheiten gleichstand, w�hrend sie auf dem Weltniarkte Silber^
einheilen entsprach. Die Folge war, da� Preu�en die neugem�nzten Friedrichsdor sehr schnell wieder verlor, ein
Ungl�ck, das das vertrauen Friedrichs zu Grauman auf das heftigste ersch�tterte.
Auf alle m�gliche weise suchte dieser sein System zu retten, zuletzt noch durch die Gr�ndung einer Vank,
aber es war vergebens. Da er seine Zusagen nicht halten konnte, lie� ihn der R�nig (^?5^1 fallen.
Aber Friedrich hat mit seiner Hilfe dennoch tebensf�higes geschaffen: mit dem M�nzgesetz von j?50 und
seinen Novellen erhielt Preu�en, was Spanien seit England seit Frankreich seit besa�: ein solides,
        
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