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Das erste Testament Friedrichs des Großen

Full text: Das erste Testament Friedrichs des Großen

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sind. Was Wunder, blitz Oreu� sich an die endg�ltige Fassung gehalten hat? wer aber n�her zusieht, gewahrt neben
einer Reche nebens�chlicher Abweichungen, wie der ver�nderte Zeilpunkt der Abfassung sie notwendig mit sich brachte,
auch einen Unterschied von grundlegender Bedeutung, um dessen willen allein schon, wie ich zu zeigen hoffe, eine
Mitteilung des �lteren Dokuments sich rechtfertigt.
Das Original ist uns freilich nicht erhalten. Der K�nig hatte es sich Anfang Januar 5759 aus dem Archiv,
wo es am \3. Januar 5732 deponiert worden mat 1, kommen lassen, um es bei der Abfassung des geplanten neuen
?ffianttnfc zugrunde zu legen, �Je ferai aux dispositions y contenues les changements n�cessaires, et je vous
remettrai ensuite ce nouveau testament, pour le faire d�poser aux archives de ma maison royale ? la place du
premier." 2 Diesem wird er vernichte! haben: zum Archiv wenigstens ist es nicht wieder zur�ckgekommen, wir verdanken
seine Kenntnis allein den� Umst�nde, da� der K�nig seinen: damals in Berlin anwesenden �chwager, den: Herzog
Karl von Vraunschweig, am J3. Januar eine eigenh�ndige Kopte �bersandte. �La confiance que j'ai dans votre
amiti�, schreibt er an ihn, m'a d�termin� ? vous choisir mon ex�cuteur testamentaire. Iln'est question dans ce
testament que d'affaires de famille, du douaire de la Reine votre sceur et du partage de ma succession allodiale }
qui ne va pas fort loin, mais qui devient un arrangement de famille n�cessaire, puisque je meurs sans enfants,
et que le d�faut de testament pourrait causer des disputes de famille, auxquelles je ne veux pas avoir donn�
lieu par ma n�gligence. Voici les termes dont je me suis servi pour vous prier de vous charger de ce dernier
service; [folgt die Nachschrift des Testaments), Je remets en m?me temps entre vos mains une copie du testament 3,
tel que je l'ai fait d�poser dans les archives avec les formalit�s usit�es, en vous priant de ne la communiquer
? personne, pour �viter toutes les jalousies et les brouilleries de famille, auxquelles il pourrait donner lieu
d'autant plus que je ne l'ai montr� ? �me qui vive."
Ilach dem Tode des Herzogs hat sie sein Nachfolger dem Tl�nig wieder zugestellt sie ist dann mit zahlreichen
anderen Schriftst�cken in die H�nde Friedrich-Wilhelms II.gelangt, im Jahre bei der von Friedrich -Wilhelm III.
angeordneten Inventarisierung der in den A�niglichen Schl�ssern befindlichen Manuskripte aufgefunden und dem Archiv-
kabinett �bergeben worden/'
Copie de mon testament.
1) Notre vie est une course rapide, qui nous entra�ne du jour de notre naissance ? celui de notre mort.
Si je me suis fait une r?gle de travailler, avec toute l'assiduit� possible, a bien arranger les �tats que j'ai eu
l'honneur de gouverner, si selon mes lumi?res et mes connaissances j'ai fait tout ce qui a d�pendu de moi pour
les rendre florissants pendant ma vie, j'aurais un reproche �ternel ? me faire, si, n�gligeant de faire mon testament,
1 3� einem mit Zwei Siegeln versiegelten KiiDert mit der Aufschrift: cette enveloppe contient mon testament. Kgl.?}ausardjit>
311 Charlotte� b�rg. Kep. XJ/vu. afta betr. bas Testament K�nig Friedrichs il.
� * Kabinettsorber an den Minister Grafen Finckenstein
vom 6. Januar (769.
� 9 Das Kuvert der Kopie war mit zwei iarfftCijelii verschlossen. Auf der einen Seite eigenh�ndig vom K�nig:
Copie du testament que j'ai fait d�poser aux archives le 13 janvier 1752.
� * Schreiben vom 3. April 1780; J'ai l'honneur de remettre
avec le plus profond respect ? Votre Majest� une disposition testamentaire, que Votre Majest� a daign� faire parvenir ilmon d�funt p?re
en 1752 avec la lettre qui s'y trouve jointe. Va der oben mitgeteilte Srief des K�nigs der Kopie beiliegt imd der Umschlag, m dem
beide zur�ckgesandt worden sind, die Aufschrift �disposition testamentaire" tr�gt, so kann kein Zweifel sein, da� sich das Ichreiben auf
unsere Urkunde bezieht und nicht, wie preujj, ?uvres VI, S. XIV will, auf bas Politische Testament von (752. Die durch liardenberg
mit einem Schreiben des Herzogs vom 19. 6. 1786 �berbrachte Urkunde d�rfte wohl eine Kopie des Testaments vom s, Januar ;?6y gewesen
fein, in dem der Herzag Karl gleichfalls zum Testamentsvollstrecker ernannt worden war. Was aber h�tte den K�nig bestimmen fallen,
bas politische Testament und noch dazu da? original in die H�nde feines Schwagers zu legen? Im Zahre {766 war allerdings weder
bas Original, noch eine Abschrift, die der K�nig hatte anfertigen lassen, im Archiv 311 finden, doch ist es �nachher zuf�lliger weife entdeckt
worden" (Notiz in dem von dem Archivar Diestel angelegten Repertorium S. ;?5) und von Hertzberg in dem sogenannten �Griinen Vuche"
(Repertoiium des Archivkabinetts in 3 V�nden, Hep. 7 K.16) verzeichnet morden ((Seil- Staatsarchiv).
� " Die Aufz�hlung der bei dieser
Inventarisierung ermittelte� Friderizianischen St�cke, die ?7. Droyfen, Friedrichs des Gro�en litt.Nachla� (wiss. Veilage zum Jahresbericht
des Koni�st�dtischen Gymnasiums zu Berlin \9\\) S, in gibt, ist nicht ersch�pfend; die ebenda S. 7 Zeile 1� a�sgef�hrten 3tncke
dagegen sind nicht erst in den neunziger Jahren, sondern schon zu Lebzeiten Friedrichs im Archiv deponiert worden.
        
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