Path:
Zur Enstehungsgeschichte der "Histoire de la guerre de sept ans" Friedrichs des Großen

Full text: Zur Enstehungsgeschichte der "Histoire de la guerre de sept ans" Friedrichs des Großen

77
Ganz anekdotischen Charakters ist die zweite Verston, wie sie Zimmermann lnach einer von ?uccfjeftnt
best�tigten Mitteilung erz�hlt. Danach w�re von dem �ber dein Tisch Hangenden Kronleuchter �durch den Fehler eines
pagen" ein Funke auf bas Manuskript gefallen, und �die ganze Handschrift" fei verbrannt. Dem pagen, der dieses
Ungl�ck ihm anzeigte, habe Friedrich weiter nichts erwidert als das �g�ttliche gro�e" �Dort; �Also schreibe ich diese
Geschichte noch einmal."
Va lucchesmi nur nach H�rensagen berichten konnte, ist diese zweite Version bi5her allgemein verworfen
worden. Hingegen fehlt es nicht an Versuchen, die Zeugnisse Catts, zumal seine Zeitangaben mit den Daten der
Handschrift des A�nigs zu kombinieren; denn als Datum der Vollendung sieht am Schlu� der Darstellung der
Dezember am Schlu� des �^vant-propoZ" der 3. M�rz ;?6H. Zur v�lligen Gewi�heit, ob die ganze erste
Niederschrift, ob nur ein Ceil derselben oder ob nur die Materialien durch den Vrand vernichtet seien, hat man aber
bisher nicht gelangen k�nnen. 2
Neue Aufschl�sse gewahrt jetzt ein Schreiben des Aabinettssekret�rs Eichel an den Aabinettsminister
Graf Finckenstein vom 2. Oktober im K�niglichen Hausarchiv zu Charlottenburg, auf das Herr Archivar
Dr. von Caemmerer mich freundlichst aufmerksam gemacht hat.
Zur Erkl�rung des Schreibens von Eichel sei voraufgeschickt, da� der A�nig am (6. September 5?63 von
Finckenstein sein politisches Testament vom Jahre 5 752 eingefordert hatte, wie der Sekret�r vermutete, um es f�r die
Darstellung der Geschichte des Siebenj�hrigen Arieges, an der Friedrich seit dem April arbeitete, zu benutzen,
da� aber trotz aller Nachforschungen das Dokument sich im Archive nicht auffinden lie�.'
Das Schreiben Eichels an Finckenstein, <1. 6. Potsdam 2. Gktober <763, lautet:
�Vei der Arbeit, mit welcher des A�nigs Majest�t Sich seither occupiret haben, scheinet es, als ob au�er
der k'ataiite des bisher vergeblich noch gesuchten l'eLtament politique noch andere mehrere arriviren wollen, indem
es gestern Abend geschehen ist, da�, als Dieselbe nur auf eine kurze Zeit aus Dero Rammer, in welcher Sie an dieser
Arbeit zu schreiben pstegen, gegangen seind und die brennende Lichte darauf stehen geblieben, ein von' solchen auf den
Tisch gefallener Funke die darauf befindliche Papiere inFeuer gefetzet, davon die Flamme denn auch die eigenh�ndige
Aufs�tze von denen Kampagnen des letztren Arieges ergriffen und einen guten, wo nicht mehriften Teil von solchen
verbrannt hat, soda�, als bald darauf des A�nigs Majest�t in erw�hnter Aammer zur�ckgekommen, Sie nur etwas
davon sauviren k�nnen.
Ich w�rde Ew. Excellenz mit diesen besonderen Vorfall, davon ich nicht wei�, ob des �K�nigs Majest�t etwas
davon eclaliret wissen wollen oder nicht, zu behelligen mich nicht unternommen haben, dafern H�chstdieselbe mir nicht
befohlen, an Ew. Excellenz zu schreiben und von H�chstderoselben wegen zu vermelden, wie Sie sehr verlangen, da�
Ew. Excellenz an H�chstdieselbe mit dem fordersambsten einen Extrait von denen �v�nements des letzteren Krieges,
n�mlich von anno \?56 her und so weiter, auch nur aus denen gedruckten Relationes oder Zeitungen, Mercure
historique oder dergleichen einsenden m�chten; desgleichen auch ein M�moire von denen Negociationen, so vor Anfang
dieses Krieges mit dem MylordHoldernesse^ zu Vrannschweig, wie auch dem Duc de Nivernois zu Berlin vorgefallen,
sowie auch von denen Umst�nden, wie der Krieg zwischen Engelland und Frankreich sich dermalen in Amerika entstanden
und sich so weiter nach Europa und nach Deutschland gezogen, einschicken m�chten, wobei des K�nigs Majest�t
expr?s declariret, da� Ew. Excellenz in solchen M�moires nicht sehr weitl�ufig [�in m��ten, indem H�chstdieselbe nur
die eigentliche Data deren �v�nements und derer anderen Umst�nde zu wissen n�thig h�tten und Dero Ged�chtni�
aisbann Ihro die �brigen Umst�nde selbst fournireten.
1 Vgl. �Ueber Friedrich den Gro�en und meine Unterredungen mit ihm kurz vor [einem Tode", 5. l,�n, und �Fragmente �bet
Friedrich den Gro�en", Nd. 2, 5. \6\ (leipzig, (788 und U90).
� * Vgl.Vilmar, lieber die Wuellen der Histoire de la guerre de sept
ans Friedrichs de. Gro�en, 5. 5� (3 (Raffel *888), und Hohenzollern-Iahrbuch (909, S. 29.
� '
Die Korrespondenz �ber bas Testament
im Kgl.HllU5archw; vgl. das Schreiben Eichels an Finckenstein vom 5s. September 1763: politische Korrespondenz Friedrichs des Gro�en
(zitiert:p. ?.) Nd. 23, 5. *2G. � * Englischer Staatssekret�r f�r die nordischen Angelegenheiten.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.