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Die Feldschlacht in den Kriegen Friedrichs des Großen

Full text: Die Feldschlacht in den Kriegen Friedrichs des Großen

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bald der einen, bald der andern naher liegen, und wir k�nnen daher die praktische Wirkung dieser Eigent�mlichkeiten" �
der einer gro�en Entscheidung ausweichenden Kriegf�hrung � �nur in der Modifikation sehen, welche durch ihre
Gegenwirkung in der absoluten Form des Arieges hervorgebracht wird."^ Auf die Frage, ob die Ariegf�hrung
Friedrichs des Gro�en der ersten oder der zweiten jener beiden von Clausewitz aufgestellten Arten zuzurechnen sei, kann
die Antwort nur lauten: der A�nig strebte die Niederwerfung des feindlichen Heeres an, wo er sich dazu stark genug
f�hlte; er �man�vrierte", wo er dies nicht zu sein glaubte. Das allen Wandlungen der Kriegslage sich anpassende,
stets die Grenzen des Erreichbaren im Auge behaltende handeln dieses gro�en Feldherrn entzieht sich dem Versuch, es
in eine enge Doktrin einzuzw�ngen.
So gilt von der fridenzianischen Kriegf�hrung das gleiche wie von derjenigen der neueren Zeit: sie sucht die
Schlacht, wo sie auf den Sieg rechnet, und sie weicht ihr aus, wo dies noch nicht der Fallist. Eine �unbedingte" Empfehlung
der Schlachtentscheidung kennt, wie es ja doch selbstverst�ndlich ist, auch die neuere Ariegslehre nicht. Gb, wann, wo
und wie eins solche gesucht wird, h�ngt ganz von den Aussichten auf den Sieg ab. Diese herbeizuf�hren und dann zu
schlagen, ist die Aufgabe der neueren Kriegf�hrung, wie es auch das Bestreben Friedrichs des Gro�en war.
Erkannten wir so auf beiden Zeiten, beim A�nige wie bei seinem Hauptgegner, tiefliegende allgemeine Gr�nde,
aus denen der erste die Schlachtentscheidung ebensosehr suchte wie der zweite sie mied, so verst�rkten sich diese Gr�nde
f�r beide durch besondere Erw�gungen, die auf dem Gebiete der Schlachtentaktik selbst lagen und den A�nig auf die
taktische Gffensive hinwiesen, seinen Gegner aber davon abschreckten, wir haben sie schon im bisherigen mehrfach
angedeutet, m�ssen ihnen aber n�her treten, weil die Ansichten �ber die Entwicklung der preu�ischen Caktik nicht minder
der Al�rung bed�rfen als diejenigen �ber Friedrichs Strategie.
Der Verlauf der beiden ersten Schleichen Anege bewies, da� die preu�ische Armee in der Angriffsschlacht
eine ausgesprochene Ueberlegenheit besa�. F�nf Schlachten endeten als ebensoviel preu�ische Siege. Indem der Roma,
sich �ber die Ursachen dieser gro�en Erfolge Rechenschaft zu geben suchte, gewann er Erfahrungen von einschneidender
Vedeutung. Die pers�nlichen Eindr�cke von vier dieser Schlachten � bei Aesselsdorf hatte der alte F�rst von Dessau
gef�hrt � hatten beigetragen, sein milit�risches Urteil zu formen.
Er bekannte, da� ihm bei Mollwitz, am 50. April I.7H5, das Gl�ck wohlgewollt habe, �denn wir kamen an
den Marschall Neippsrg, ohne da� jemand vom Feinde erschien, seine Truppen cantonnirten in drei D�rfern; aber Ich
hatte zu der Zeit nicht genug Einsicht, um davon zu profitiren." 2 Nachdem der Gegner durch einen schematischen Auf-
marsch der preu�ischen Armee Zeit erhalten hatte, seine Schlachtordnung zu bilden, war der Erfolg haupts�chlich der
Tapferkeit und Gefechtsdisziplm der in der Schule Friedrich-Wilhelms I. erzogenen preu�ischen Infanterie zu danken
gewesen, die in einem stampfe Front gegen Front den Sieg davontrug.
1 a. a. G., S. HSH.
�
3 Die General -Principia vom Kriege, appliciret auf oie Tactique und auf die Disciplin derer preu�ischen
Trouppen, 5?ZI, S. ;
    
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