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Die Feldschlacht in den Kriegen Friedrichs des Großen

Full text: Die Feldschlacht in den Kriegen Friedrichs des Großen

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wenn dieser nun aber in der Affaire de poste zu gef�hrlich war und zuviel 33Iut kostete, was war zu tun? Der K�nig
gibt in den Generalprinzipien keine runde Antwort. Diese scheinbare T�cke l��t sich aber leicht ausf�llen. Er konnte
sich sagen, da� der Gegner an der (Entfaltung �berlegener Kr�fte auf dem angegriffenen Fl�gel nicht nur wie
bei Soor durch beengendem Gel�nde gehindert werden k�nne, sondern da� die gleiche Wirkung auch durch lieber*
raschung zu erzielen sei, wenn n�mlich Schnelligkeit des Entschl�sse- und der Bewegungen des Angreifers, geschickte
Benutzung des Gel�ndes, geeignete Ablenkungen den Feind der Zeit beraubten, dem angegriffenen Fl�gel rechtzeitig
ausreichende Unterst�tzungen zuzuf�hren. In der Zeit dein Feinde einen Vorsprung abzugewinnen, das war von
h�chster praktischer Bedeutung. Vie �Agilit�t" � heute ist es die Nlarschf�higkeit � der Cruppen, die Man�vrier-
gewandthcit ihrer F�hrer aufs �u�erste 311 steigern, dahin zielte vor allem die gro�artige Friedensarbeit, die der
K�nig in den Jahren zwischen dem Zweiten Schleichen und dem Siebenj�hrigen Ariege auf sein Heer verwendete,
wie die blutige probe ausfiel, das zeige uns ein kurzer Ueberblicf �ber die taktischen Ursachen, die Steg und Niederlage
in den gro�en K�mpfen des Siebenj�hrigen Krieges bestimmten.
Der erste gr��ere ICaffengang des Siebenj�hrigen Krieges, die Schlacht bei Labositz am 5. Oktober
entstand und verlief auf ganz eigent�mliche Art. Aeiner der beiden F�hrer beabsichtigte eine Waffenentscheidung,
und keiner f�hrte den Kampf durch. Der K�nig hatte erwartet, da� die Vesterreicher unter Browne versuchen
w�rden, die im S�ger von pirna eingeschlossenen Sachsen auf dein linken Eibufer zu entsetzen, und war, um dies
zu verhindern, mit einem (Teil seines Heeres bis an den S�dabhang des B�hmischen Mittelgebirges vorgegangen.
Hier traf er auf bin Feind. Browne war n�mlich gleichzeitig bis Lobositz vorger�ckt, um die Entsendung eines
Korps, das etwas weiter flu�aufw�rts bei keitmcritz die (Elbe �berschreiten und den Sachsen auf dem rechten aIIede zur Aufkl�rung der Tage f�hrte zu
einem gro�en, vom K�nige nicht beabsichtigten Reiterkampf, der ungl�cklich verlief und gerade die Waffe, auf die Friedrich
f�r K�mpfe in der Ebene besonders gerechnet hatte, vorl�ufig au�er Gefecht setzte. Der linke 3nfanteriefl�gel unter dem
Herzog von Bcvcrn f�hrte schon seit Stunden ein ergebnisloses Feuergefecht gegen die in den Weing�rten des tobosch-
berges cingenifteteu Kroaten und meldete Munitionsmangel. Gerade dort schien der Feind jetzt zu einem Angriffssto�
anzusetzen, und damit entstand f�r die preu�ische Armee die Gefahr, von (Dffeu her aufgerollt und zu einem bann sehr
schwierigen R�ckzuge gen�tigt zu werden. Der K�nig beschlo�, es nicht darauf ankommen zu lassen und den Kampf
abzubrechen. Er selbst schickte sich an, bas Schlachtfeld mit einer Bedeckung zu verlassend Feldmarschall Aeith sollte die
Armee zur�ckf�hren. KcitI? wollte offenbar, wie es auch nicht anders m�glich war, den Abzug vom rechten Fl�gel
beZinnen und sandte boni Herzog von Beyern den Befehl, mit den: linken den toboschbcrg noch so lange zu behaupten,
bis die kosl�sung des Heeres vom Gegner imFlu� fei, und dann die Nachhut zu machen. Inzwischen aber war es auf
dem tobosch 511 einem aus der Initiative der Gefechtslime selbst entsprungenen Angriff gekommen. Die braven Truppen
st�rzten sich, als sie keine Patronen mehr hatten, mit den, Bajonett auf den Feind und warfen ihn vom toboschberge
1 In den Mes bekundenden Zeugnissen des priti3en von Preu�en, des Prinzen Ferdinand von Vraunschweig, des von Gaudi
befragten Gew�hrsmannes (vermutlich �clsni^) und des Junkers v. ?emc?e kommt noch das des damaligen Leutnants o. Verenhorst:
Betrachtungen �ber die Kriegskunst I(,\7{)8), 3. 27.?. Da� der K�nig sich ober nur ein kurzes 2t�lt Weges entfernt haben kann und
schwerlich, wie aHein Gaudi � kein Augenzeuge - - sagt, bis Vilinka geritten ist, dafiir spricht, da� der bei ihm befindliche leibpage
v. puilib in seinen ausf�hrlichen Erinnerungen den Vorgang gar nicht erw�hnt. (Es kann sich nur um eine kurze Episode gehandelt haben.
        
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