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Friedrichsfeier vor hundert Jahren

Full text: Friedrichsfeier vor hundert Jahren

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3tandhaftigkeit im Ungl�ck, ?TCut in Gefahren une* Ausdauer zu erheben verm�gen, bas hat w�hrend seiner langen
glorreichen llalisbahn der unsterbliche K�nig auf das gl�nzendste bewiesen."
Das Ausland glaubte die geschichtliche Gr��e des sogenannten Gro�en Friedrich bereits leugnen zu d�rfen als
unechten wert. 3n diesem S�fularja^r \s\2 erschienen in paris als Veitrag zur Geschichte des bayrischen Erbfolge-
krieges die Denkw�rdigkeiten eines preu�ischen Diplomaten, des Grafen (kustachius G�rt;: sehr bezeichnend f�r die
damalige Beurteilung Friedrich? des Gro�en war die Vorrede, mit welcher der ungenannte franz�sische Herausgeber die
Sertrift bei den Lesern einf�hrte. �Ulan hat diesem F�rsten den Titel des Gro�en verliehen (d�f�r�), die Deutschen
und besonders die Norddeutschen z�hlen sein Renommee zu den (Titeln des nationalen Kuljms. Europa hat sich daran
gewohnt' ihn den Gro�en Friedrich nennen zu h�ren, und beharrl sogar heute dabei, ihn den Gro�en zu nennen."
Der Verfasser der Porrebe erkl�rt, da� hier nicht der Ort sei zu pr�fen, ob solches mit Recht geschehn, f�hrt aber
Srfjmiiiiiitijer� $rogen do� fleMing�
gleichwohl fort: �Die Nachwelt, die mit einem so ruhmvollen 6Iitel geizt, wird ihn vielleicht einem F�rsten versagen,
dessen Institutionen, vor�bergehend wie er selber, in keiner weise beigetragen haben zum Gl�cke seiner Untertanen oder
zum Gl�cke des Ulcnschengeschlechls."
'
Friedrichs Werk ab und tot, wie er selber � niemand hat dies Urteil k�rzer und b�ndiger ausgesprochen als
der m der Schweiz zur�ckgebliebene Vruder des nach f)reu�en zugewanderten und nach dem Zusammenbruch von Jena
und Tilsit an Preu�en verzweifelte� Johannes von Uuiller. In einem Vrief vom 2^. Januar !609, dem letzten
Friedrichstage, den er erlebt hat, sprach Johannes, jettt Untertan und Veamter Jeromes von Westfalen, doch noch
einmal von dem �gro�en Friedrich", seinem Heiden. Der Bruder antwortete wegwerfend: �Du redest von einem
Friedrich dein Gro�en: hat er vor tausend Jahren gelebt? (Oder warum ist keine 5>pur mehr von ihm in Deutsch
land vorhanden ? "
Auch daheim fehlte es nicht an Zweiflern und au Arittlern, ja an ausgesprochen feindseligen Gegnern. Zwar
das Gescbleckt derer, die aus verletzter Eitelkeit, weil sie sich von dem alten A�nig zur�ckgesetzt oder gekr�nkt glaubten,
1 M�moire histnrirjue relatif aux n�gociations qui eurent lieu en 1778 pour la succession i!e Bavi?re, paris [h\2, p. XVI, XVII.�
3. G. Ptoyfcu (�efibidite bet prcngifd^ii politiF, Clc�! IV, ?lbt. i, S. 54) hat darauf Etmgevtefeti, da� in der Hfteitlbunbsjeii auf der fcite
drr (Segnet prc�gctis &ic Tendenz oorlianben umi, durch historische �ftitlniUiinoicit die �ffcutlidic Z??e�nung gegen das preu�ische Ifcfcn
eiti^inc^mcii, �dl'sscn cigcutlid^et Wtri ,nid Cachait �Hmli die Schlacht pon 3ena offenbar geworden 311 sein schien". Djjt. anch Steig,
Heinrich p, Kleists berliner K�mpfe ((<)�l ;, S. 503. � 2 Der Briefwechsel der Br�der M�ller, t|erait5g, pou ?. I>imji (!8<)2), S. HIH.
        
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