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Friedrich der Große - Stein - Bismarck

Full text: Friedrich der Große - Stein - Bismarck

7von selbst steigende Ertr�ge liefern mu�te. Aber die Regierung lie� sich auch angelegen fein, die Nahrungba,uellen des
Tandes, namentlich der St�dte, durch k�nstliche ZTIittel im Sinne des merkantilistischen Systeme ergiebiger zu machen:
eine planm��ig und energisch betriebene Industrialisierungspolitik setzte ein und blieb Jahrzehnte hindurch in Wirksamkeit.
Es war eine Wirtschaftspolitik, die den langsamen (Sang der nat�rlichen Entwickelung beschleunigen wollte imInteresse
der Finaitzen 1111& der Ulachtpolitik des Staates. In diesem $n\ammmtymQii erschien wirtschaftlicher Fortschritt und
Wohlfahrt nicht als eine blo�e Angelegenheit der Privatleute, der b�rgerlichen Gesellschaft, sondern als eine der
wichtigsten Staatsangelegenheiten: daher die Teilung und Bevormundung des ganzen Wirtschaftslebens durch den Staat,
der die b�rgerliche Gesellschaft mit all ihren wohlfahrtsinteresscn und Wirtschaftsform� gleichsam in sich verschlang.
Dabei ist bemerkenswert, das; in Preu�en die Einseitigkeit einer blo� industrialistischen Wirtschaftspolitik vermieden
wurde, une fie in Frankreich seit S4jOUtii�ivje 6(r St�l>fBreslau f?t roiffoifdjaftlttfec ?ct]tui^en jInbcr tTlittc; HiirfifilEeinte pteis'Sdjauni�nje mit fcnclbni �otiwrfritc ?ic nU'n .^Ifl,pg[, ?.6,
vermittelst der staatlichen Geireidemagazine, die urspr�nglich eigentlich Ariegsmagazine waren, suchte er mit Erfolg die
sireise Zu regulieren und sie auf einem mittleren Niveau festzuhalten. Er schlo� den nach au�en, um ihn
besser �berwachen zu k�nnen; er kontrollierte Ausfuhr und Einfuhr, nahm sie unter Umst�nden selbst iu die Hand.
Und auf diesen: geschlossenen, �bersehbaren Inlandsmarkt beeinflu�te er, je nach den, Stande der Ernte, den Getreide
preis, sei es durch Einkauf f�r die wenn die sireise zu niedrig waren, sei es durch gro�e Verk�ufe, wem,
sie zu hoch stiegen: so ist es ihm in der l^at gelungen, eiucn mittleren Getrcidepreis zu erzielen. Es ist eiue �hnlich?
siolitik, wie die, welche der bekannte Antrag des Grafen Aanitz vor einigen Jahren auf die Zahn bringen wollte.
Wie so die Interessen von siroduzenten und Konsumenten des wichtigsten landwirtschaftlichen Erzeugnisses ausgeglichen
wurden, so geschah es auch in der Industrie selbst zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Schmoller hat zuerst
darauf hingewiesen, da� in den hausindustriellen Reglements der merkantilistischen Epoche die Anf�nge einer monarchischen
Sozialpolitik stecken: sie wollen ebenso die Arbeiter vor Druck und !Ieberr>orteilung durch die Verleger und Unternehmer
sch�tzen, wie sie den Zweck verfolgen, Unordnung und Betr�gerei der Heimarbeiter zu verhindern. Dar�ber hinaus
griff die Regierung auch ein, wenn es infolge niedergehender Konjunktur zu gro�en Arbeiterentlassungen kommen sollte
oder wenn �ber Tohnreduktionen Streitigkeiten ausbrachen; sie bestellte Spezialgerichte in Fabriksachcn mit sachkundigen
Veisitzern, und Ronmnssiouen, die als Eiuigungs�mter fungierten. Aber das Hauptinteresse blieb doch die F�rderung
der industriellen siroduktion, der industrielle Fortschritt im ganzen. Der Geist dieser friderizianischen Wirtschaftspolitik
ist in eminentem Sinne kapitalfreundlich. Alan hat ihr wohl vorgeworfen, wie visnmrck, sie habe 'Kapitalisten und
siroletarier gez�chtet; daran ist nur so viel richtig, da� sie mit allen Untteln die beiden gro�en Faktoren der industriellen
        
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