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Friedrich der Große - Stein - Bismarck

Full text: Friedrich der Große - Stein - Bismarck

1Friedrich der Gro�e � Htein � Vismarck
Von
Otto qin?zt
]^n wenigen Wochen werden wir Me zwcihundertste Wiederkehr des Geburtstags Friedrichs &es Gro�en feiern.
selten hat an en leben so tief und nachhaltig auf die Geschicke eines Staates und Volkes, ja der U)elt
eingewirkt wie dies, welches am 2^. Januar begann. Und doch kann man die Frage aufwerfen, wieviel von
diesen Wirkungen heule noch in unseren� politischen Cebcn fortdauert. Zeiten und Menschen haben sich gewandelt;
wir haben heute eine deutsche Bildung statt der franz�sischen der frioeriziamschen Zeit, und wir haben ein Deutsches
Reich, dessen Aaiser der K�nig von Preu�en ist. Vas alte Preu�en ist nicht untergegangen, aber es hat sich stark
ver�ndert, innerlich und �u�erlich. Haben diejenigen recht, die die ma�gebenden Kr�fte unserer neueren Geschichte
allein in den Reformideen der Freiheitskriege fuchen, oder hat sich daneben der Geist des frideriziamschm Staates und
feiner Politik auch in unseren Tagen noch als lebenskr�ftig erwiesen?
Venkt man �ber diese Frage nach, so erscheinen unwillk�rlich zwei gro�e Gestalten neben Ao'nig Friedrich,
Gipfelpunkte preu�isch-deutscher Geschichte wie er selbst: Stein und Bismarck, zweifellos die beiden gr��ten Staats-
m�nner, die Preu�en und Deutschland seit Friedrich dein Gro�en gehabt hat. wir wollen versuchen, die Zusammen-
h�nge und Gegens�tze, die zwischen diesen M�nnern und ihren politischen Systemen bestehen, hervorzuheben und in
ihrer Bedeutung f�r das politische teben der Gegenwart abzusch�tzen. Zwischen Friedrich dem Gro�en und Bismarck
�berwiegen offenbar die Zusammenh�nge; zwischen diesen beiden und Stein �berwiegen die Gegens�tze; man kann sagen,
da� Bismarck in wesentlichen Punkten wieder an die Traditionen der friderizianischen Politik angekn�pft hat, w�hrend
die und Bestrebungen, die man auf Stein zur�ckf�hren kann, im kaufe der Zeit mehr in den Hintergrund
getreten sind und entweder bla� als Unterstr�mung oder geradezu als Opposition sich geltend gemacht haben. Freilich
ist das nur cum 5a�5 zu verstehen: es gibt auch Zusammenh�nge zwischen Bismarck und Stein, wie es
andererseits auch Gegens�tze gibt zwischen Friedrich dem Gro�en und Bismarck. Vie drei stehen, um ein Bismarcksches
Wort zu gebrauchen, in einem triangul�ren Gegensatz zueinander; und dabei besteht zwischen ihnen doch zugleich auch
Anmerkung. lieber dein Eitel: Vignette von Professor L.Voller d.I.
yoheNMirN'Jahrbuch >9,l l
        
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