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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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ich und mein Sruber sollten mit ihm fahren un& mis?re Pferde
sollten noch denselben Abend abreisen und bis Steglitz vorausgehen,
allwo fie unsere Ankunft erwarten sollten. Ferner feilten die beiden
Hofmeister, der (Sfeiieral] Vackhoff und der Kapitain v. Boulet
in einein wagen fahren, der Aapitain v. Sdjenefen&orff sollte
reiten. wegen der Trauer bekam ich Vefehl, mir sogleich eine Weste
und ein paar schwarze Hosen machen 311 lassen, wir auch ebenfalls
einen ganz schwarzen Hut mit einem Flor an 311schaffen, den andern
Da wirnach dem palais gekommen waren, lie� sie uns gleich herein.
5ie sa� eben bei der Toilette; wir hielten uns �ber nicht lange auf,
weil uns der K�nig befohlen hatte, ouf den Mittag in Sanssouci
zu speisen, wir ritten also beide wiederum �crans. Vaselbst war
mail besch�ftigt, die k�nigliche deiche 311 waschen mit� fie in ihrer
StaatS'Uniform anzukleiden. Der Lieutenant von (?anit; war mit
30 Grenadiers vom ersten bataillon Zur wache nach Sanssouci
kommandirt, diese waren schon drau�en nnd besetzte� die Zug�nge,
uni das l?olk abzuhalten. Auch erfuhren wir, da� der Minister
p.Herzberg den schwarzen 2ldlerorden bekommen hatte. Wir gingen
etwa? im Garten sp�teren und bald darauf kam der �T?[inifter]
v. Herzberg vom K�nige wieder, wir gingen an ihn heran, um
ihn dazu 311 gratnliren, dieser rechtschaffene Minister war sehr ger�hrt
�ber den Cod bes hochseligen K�nigs, dergestalt, da�, da er mir des
Morgens fr�h in Sanssouci 311m ersten Male s�he, ei zu nur sagte :
�Sie haben einen Gro�onkel verloren und ich einen gn�digen Herrn,"
und indem er dieses sagte, standen ihm die Thranen in den Augen.
Gegen 5 Uhr versammelten sich die Offiziers der Garnison, um die
Parole anzuh�ren. Unterdessen hatte man den verstorbenen K�nig
angekleidet und wiederum auf feine Feldbettstellc gelegt. Nun machte
man die Th�reu und Fenster wieder auf, und die Offiziere wurden
hereingelassen. Der "K�nig hatte seine sammetne Staats4Iiiifoan an,
eine gelbe Weste, schwarz fammetue Beinkleider und ein paar pou
seineu gew�hnlichen Stiefeln, auch hatte er seine Montirungs-Hand-
schuhe an. viele der Gsfizicre, so dm hochseligen K�nig sahen,
kamen mit Thr�nen in den Augen heraus, besonders die alten, so
sich seiner gro�en Thaten erinnerten und der schlachten, so sie unter
seinem befehle hatten gewinnen helfen. 3er Regiments^Feldscheer
Engel benebst einigen Comvagnie-Feldschcereil von der Garde hatten
den hochfeligen K�nig gewaschen und mit Spiritus eingerieben, vorher
aber hatte der 2^egiments^Feldscheer �Lngel &em Leichnam verschiedene
incisiones gemacht, um das Wasser aus dein Leibe zu zapfen, c?
kam eine gewaltige Menge Wasser aus dein ?eibe, wenn man bei
des K�nigs Leben dieses Wasser so hatte abzapfen k�nnen, so w�re
er wohl noch nicht gestorben, dieses lie� sich aber nicht so machen.
Vald darauf kam der General v. Rohdich, der beim K�nige die
Parole geholt hatte, heraus und gab die parole aus. Diese hie�:
Berlin und:der Dienst bleibt beim Alten, weiter ward nichts nicht
befohlen, au�er da� bei- K�nig die Gratulation in der Stadt an-
nehmen wollte und des Nachmittags Offizier-Cour bei der K�nigin
sein w�rde. Vald darauf aber ward dieser erste Befehl widerrufen
und die �friere gingen alle zusammen nach den neuen Kammern
hinunter, allwo der K�nig herauskam und der Offiziere ihre Gl�ck-
w�nsche annahm. ?er K�nig gab mir auch zugleich den Vrfchl,
da� wir den andern Tag mit ihm nach Merlin reisen sollten, dieses
war mir nicht sehr angenehm, weil ich mir f�rchtete, in Berlin und
in der gro�en Welt aufzutreten, wo man sehr eingeschr�nkt ist.
Nachdem der K�nig sich etwas aufgehalten hatte, um mit den Com�
uniiibenrs der Bataillons zu sprechen, so verf�gte er sich in das E�'
zimmer, wo wir ihm alle, so da speisen sollten, folgten. Vie G�ste
wei� ich nicht mehr auswendig, sonst wurde ich sie hier auch ange�
f�hrt haben. Sei Tische sa� ich rechts und mein Brut�� links vom
K�nige, es ward in dem Zimmer gcfpeiset, wo auch gew�hnlich zum
Manoeuvre gegessen wurde, neben mir sa� der G^eneral) Rohdich.
lieber Tische frug ihn der K�nig, ob der Vau-Inspektor Manger
noch in der wacht w�re und da diese F'rage bejahet ward, so sagte
der K�nig: er soll los fein.1 Nach [ber] Cafe! ging der K�nig in
bas von ihn� bezogene Zimmer zur�ck. Gleich darauf lie� et mich
rufen, um [mit] mir von der Reise-Einrichtung zu sprechen, n�mlich
.^ricorief; ber $TO�e. S�flp �on 3�^- t�t?j�ciii (786, �pidinung non p. ��nlm
Morgen aber sollte ich mit ledernen Hosen kommen. Hierauf lie�
er mir herausgehen, und ich beuachrichtigte die Herren von Allem,
was geschehen sollte. Auch habe ich noch vergessen, da� er mir
sagte, wir sollten ihn nach Tische mit in die Stadt zur K�nigin
begleiten. (Eine weile darauf lie� er uns beide hereinkommen, und
ging mit uns zur andern Seite pou hinten hinaus, da unsere Pferde
noch nicht benachrichtigt waren, auf diese Seite zu kommen, so
mu�ten wir von da an bis nach der letzten Rampe �ber den Platz
der Colonadc pou Sanssouci laufen, a�rvv die Pferde unserer er'
warteten, wir waren doch noch zur rechte,! Zeit gekommen, beim
kaum waren wir aufgestiegen, so kam der K�nig schon um die Ecke
herumgeritten. An� palais standen viele Menschen und das ganze
' [jrkbrid;II,Halle i[;n HJegBri beschuldigt� tlloll)frfaii�ngefunijen fejjt� Iaffen.
�lnniirfuiiijum, Kdllllicv.]
l}ofy(njjflcvn�3nl)tt1iirt! (910- �31
        
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