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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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gclegen. dieses war um 4 Uhr des Morgens wo ich ihn gc-
sehn. Kr hatte einen alten h�thkopf auf einen blauseidenen
Mantel um, und grosse weite gichtstiefeln an den Beinen."
Wiener Ivolter kam, machte ich mir, da� ich fertig wurde und
schickte zum (Generalmajor 0. Bacftfof und 311111 Major p. KimitjEv,
um ihnen eben dieses melden 311 lassen. lila? meiuen Bruder Ludwig
anbelangt, so versteht es sich, da� ich es ihm zuerst habe wisse�
[�ffen. sobald ich anzogen war, kam der Ca^itain d. 5djeitfen-
dorff, mir abzuholen, die Pferde wurden sogleich gesattelt, wir
stiegen 311 Pferde und ritten 311111 (General !5ackr>off, ihn auch ab�
zuholen; da dieser aber noch nicht fertig war, ritten wir in einem
Trabe nach dein Nauenschcn Chore, ascidies aber, mie nat�rlich, 311
war, weil, so bald als der K�nig tobt war, alle ilhore zugemacht
wurden, Man machte es u,,5 indessen auf, und wir ritten nach des
K�niges, n�mlich de^ jetzigen, alten Garten, so wie wir aber an-
kamen, sagte uns der Schr�ter, der K�nig w�re schon nach
Au�er dieser Zeichnung hat der Kronprinz aber auch eine ein*
gehende schriftliche 3efc^vetb�ng dessen angefertigt, was er an dein
Sterbetage gesehen hat. Diese Schilderung ist so anschaulich und
durch dir Person de? Schreibers bedeutungsvoll, da� ich sie hier noch
einmal 311111 Abdruck bringe, da der bisherige einzige Abdruck 0011
G. H\ von Haumei' 1 nur wenig tcsern Zug�nglich fein d�rfte.
�u�ert'!,! geschieht dieser Neudruck nach einem mir von Herrn
l�i-. D0I3 frenndlichst 3111- Derfiignng gestellten Eremplare, das er mit
dem Original im K�niglichen liau^archio verglichen b?t, wobei sich
zahlreiche Korrekturen als notiuciibig ei?iefeii:
�Was sich am Sterbetage des K�niges zugciragen hat,
als den .luguft l?86.
Den �.tig zuvor, als den I<,>">, war ?�(iniuigstag, [71rif0 11
ging die Garnison vor dem Chore, wie. gew�hnlich, ererciren. DerMajor
v. fam an mich heranaeritten nnd benachrichtigte mir
von den gef�hrlichen Gefundheits-llmst�nden des K�nigs, die in der
Chat sehr mi�lich waren, denn man i'ermuthete, gar schon die Nach^
riebt des Codes wahrend dem 3"1 hereinreiten sagte
vovbenannter Major zu mir, das; sobald er die Nachricht dieser
gro�en Ver�nderung bekommen m�rbe, er mir solches sogleich w�rde
bekannt inachen. Die ganze �brige Zeit des Tages war sehr nnrnhig.
Der General Lieutenant v. Rohdich brachte die parole �beraus sp�t
herein, mit der Nachricht, da� der K�nig best�ndig in einem Schlummer
l�ge und feinen Menschen mehr kenne. Der Tanser, der diesen Cag
die Aufwartung in Sanssouci hatte, bat die gew�hnlichen G�ste, so
drau�en 311 speisen pflegten, diese gingen in des K�nigs Zimmer,
ohne da� er sie erkannte. Die Geheime ?l'atc blieben auch bis gegen
Abend drau�en, aber ohne abgefertigt 311 werden, dieses traten auch
die meisten Gaste, so in Sausfouct gespeist hatten, weil sie doch
Zeuge von der Besserung oder der Perfcb.ltmmcrmig der Gesundheil
des K�nigs sein wollten. (Segen Abend kam die Nachricht der
Besserung des K�nigs,, aber zugleich mit dem Zusatz, da� er die
Nacht schwerlich �berleben w�rde. Dieses fand 311 alier Menschen
Leidwesen auch statt. "Den Abend waren wir, wie gew�hnlich, bei
der jetzigen K�nigin im Palais, nat�rlich war bas ganze Gespr�ch
auf den K�nig gewandt. Einige sagten gar, er w�re schon tobt;
diese Nachricht war aber zu Zeitig, andere sagten, da� die Zug�nge
zur 3nfel besetzt w�ren; dieses war auch gegr�ndet, wie wir nachdem
erfuhren. fo ward dieser erwartnngsvolle und traurige �lag bc^-
schl�ssen. Des Abends ging ich noch mit dem zuverl�ssigen Gedanken
zu Sette, morgen fr�h in derselben Regierung wieder aufzustehen,
dieser Gedanke war aber falsch. Des Morgens fr�h, als den
57W,, ;iuauft um halb -\ Uhr, da ich im besten Schlafe war, wachte
ich auf, indem ich jemanden mit f?�tm �etiuifdj sprechen h�rte.
Ich fing sogleich, wer die unbekannte Stimme w�re, und bekam
die Nachricht, da� der Major von NischoffZwerder seinen bedienten
schickte, um mir die Gewi�heit vom (Tobe de? K�nigs melden
zu lassen 3, welcher gegen ,-, Uhr dieses zeitliche leben verlassen
batte. l�ie. nat�rlich, so konnte ich mm nicht mehr schlasen, lierr
stand also auf nnd ich that desgleichen. Ehe der Kammer-
diener gerufen ward, kam mir die Zeit recht lang vor, auch fetzte
ich mir nieder und schrieb zwei Zeilen an den Copitatn v. Schenken
dorff, um ihm diese Nachricht mitzntheilen, So wie der Kammer-
StcrbfflitH 5rietn:id;5 t>r= �ro�en. tiobn^oilnu IHuii-imi
Sanssouci, wir ritten also auch spornstreichs hin, stiegen ab und
gingen die erste Hampe nach der ftabt 311 herauf. So wie wir
hereintraten, standen alle Laqnaicn des verstorbenen K�nigs da.
Man wies uns rechter lianb hinein, wo wir etwas verziehen mu�ten,
weil der K�nig mit dem Ministcr v. ?�eriberg die. Depeschen ab-
fertigte, �?alb darauf kam der K�nig heraus und ich ging heran,
ihm zu gratuliven, er ging mit mir in ein Nebenzimmer, woselbst
er mir verschiedenes sagte, was wir zu tluiu h�tten und dergleichen;
auch sagte er zu mir, den verstorbeneu K�nig anzusehen,
trat mein Bruder Efiibwig] herein, der dem K�nige gleichfalls Gl�ck
w�nschte, hierauf ging der K�nig wieder zu feinen Gesch�ften und
wir gingen, den verstorbenen K�nig 311 fehlen. ?r t��t in dem
Konzertsaal auf seinem Feldbette, ausgestreckt, einen kleinen Hutkopf
auf dem Kopfe, der mit einer Serviette um bas Kinn befestigt war;
ferner hatte er einen alten blauen seidenen Mantel um, unter welchen.
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