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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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eingehende Vertiefung in Me Einzelheiten biefer Darstellung, nament�
lid? wenn man die (Srunbr�fle des Schlosses aus der Seit dal�'! 311
fjilfrnimmt.
angebrachten Buchstaben mil' Zahlen Vezug genommen. (vgl, die
Sonderabbildung.'! Ans der ganzen Ausschm�cknng des planes und
der Bevorzugung des kurf�rstlichen Besitzes bei fetner ganzen Anlage,
ist ersichtlich, das; er im Interesse des Kuifnrsten, wenn nicht in
seinem Auftrage entstanden ist. silier auch f�r die Entwicklung^
Geschichte der Stadt Berlin ist er von einzigartiger Bedeutung und
bat daher der Magistrat im Jahre nsgo eine Kopie f�r bas st�dtische
Archiv anfertigen lassend
Eine der wichtigsten Hilfsquellen zum Verst�ndnis des wildes
und insbesondere der Schlo�anlagc bildet der gro�e bandschriftliche
plan Berlins und Umgegend non lavigne alls dein Jahre 1685 im
l^iibenjollcrn ll?iifeiiin, der in der oberen rechten (Hrfe noch eine
besondere aus der Pogelpcrfpeltioe gesehene Ansicht des Schlosses
enth�lt. (Vgl. die Doppeltafel und die Textabbildung,) Neber den
Zeichner nnd dieDatierung der Nieter hohen und 2,52 Meter breiten
zum Teil kolorierten Zeichnung sind liier Zweifel nicht vorhanden,
da der Verfasser unter der Rompa�darslellnng unten link� seinen
Pic bisher erschienenen Prurfn�ict>er^abeu sind nicht ansrei^
chend, so da� die hier gegebene unmittelbar nach dein Original an
gefertigte Heprobuftion ein mehrfach ge�u�ertes Bed�rfnis befrie-
digcn wirb.
lim l Jahre sp�ter als das gro�e (Gem�lde sind die beiden
n�chsten hier u'iedrrgcgcbeurn Gelbilder mit Darstellungen des tust�
gartens nnd fetner Umgebung fntftanbcii, nnd unendlich Diel bat sich
in dieser Zeit ge�ndert, so da� fast nichts mehr vorhanden ist, was
noch der Zeit des Gro�en Kurf�rsten entstammt, Pas Berliner
schlo� bat durch den Bau von Schl�ter ein v�llig andere? Aussehen
gewonnen, nur der Avothekenftiigel und bit- Spreefeite hat die alte
Erscheinung bewahrt. Nach Westen begreift das von K�nig Fried-
rich I.gebaute prunkvolle Zeughans den Vlick, der ?uftgartcii selber
ist von K�nigFriedrich�!DiIhelm I.kassiert und hat einem ErerZicrplah
f�r seine geliebten Soldaten Raum aeben m�ssen. Der Pom arn
Schlo�platz ist gefallen und von Friedrich dem Gro�en ein neuer
Vom am lustgarten selber errichtet worden, k�rz fast nichts erinnert
mehr an bas Aussehen Zur Zeit des Gro�en Kurf�rsten. Aus dem
oberen unserer wilder (vgl. die �afel) erblickt mau ungef�hr vom
beginn der heutigen Friediichsbliicke au? im Vordergr�nde den iit'
folge de? Festungsbaues des Gro�en Kurf�rsten �ber den Lustgarten
er�ffneten Kanal, der erst beim Sau des Alten Museums zugesch�ttet
wurde, und dei. wie es nach unserem Btlbe scheint, von der Schiffahrt
Zum (Ein- und Ausladen von l�aren, steinen usw. flei�ig benutzt
wurde. Zur Linken ist als elftes Geba'ude bas alte von IHemtfarbt
gebaute kusthaus sichtbar. 5-chou {?\% halte es Friedrich'wilhelm I.
einem Capetcufabrikanten znr Benutzung �beriviesen, der sich aber
nicht hatten kannte. Dann erhielt die Kaufmannschaft den oberen Saal
als B�rfeitloFal, w�hrend das untere Stockwerk unter Friedrich dem
Gro�en den k�niglichen Bildhauern als wcrkst�lte einger�umt wurde,
iiintcr dem Suftbaiis wird das von K�nig Friedrich �IDilhelm I.an
gelegte k�nigliche i^aschhaus etwas sichtbar, w�hrend die lustig im
IPinae fiatternde N^�sche auf die Bestimmung des Geb�udes hinweist.
Dann folgt der (t-^o vollendete �on Boumann erbaute Dom. Auf
dem eigentlichen Lustgarten ficht man exerzierende Gruppen, dahinter
die Sdjlo^frotit, die 5djto�fretyeit und die ersten jenseits der Sdjloy
br�cke gelegenen l)�ufer. Auf dem zweiten Btlbe (vgl. die Cafel
unten) erblickt mau dasselbe (Terrain, aber umgcfeb^rt gesehen ungef�hr
von einem Platze vor der heutigen Kommandantur aus. Pen Blirf
schlie�en neben der in starker l^eik�iHnug sich zeigenden 3chlo�front
die SdjIofiapotbePe, der Dom tiitb das IPafd^ljaus. Pas alte lusthaus
wird durch die rechts am Zeughaus stehenden Baume verdeckt.
M�hrend Kupferstichdarstellnngen von Stra�en und pl�tten Berlins
vom Ende des \�. an verh�ltnism��ig h�ufig werden,
sind Gelgcm�lde, dieser Zeit noch �on gro�er Seltenheit. Inhaltlich
sind die Gem�lde zwei 3tichen von Rosenberg schon dadurch verwandt,
da� diese fast von denselben Standpunkten ans aufgenommen sind und
auch aus derselben Zeil stammen. Den Maler unserer B�lber zu
bestimmen, w�rde schwer halten, wenn nicht das eine der Wilder, bas
untere, der Abbildungen, bezeichnet w�re, unb zwar: C. T, (F.) Fech-
keim Berlin 1783. Karl'Friedrich Fechhelm war der �lteste von
brei in Berlin auf demselben Gebiete t�tigen Br�beru nnd zugleich
Ctopb�rn mit Iir.i)i&enbur9iidii'ni 3l�Ier in taplgnes plan von Btttin 1.61*5
Hamen angibt: ,,N. la Vigne Ingenieur fecit". lieber die per
s�nlichkeit dieses Ingenieurs ist sonst nichts weiter bekannt. Pas
Datum sehen wir auf dem in der Ecke redits unten gegebenen
Ortsverzeichnis svgl. auch die Certabbilduna). Pie Ecke links
oben enth�lt den brandenbnrgischen Adler inmitten einer Troph�en^
gruppe mit der stolzen Inschrift auf dem tCronipetetitud) einer Fama:
DONEC TOTUM IMPT.EAT ORBEM. Die obere rechte Ecke enth�lt
die bereits erw�hnte ans der rogelperfpeFttue gesehene Ansicht des
Schlosses, die dadurch um so wertvoller ist, als sie bas Schlo� von
der entgegengesetzten, d. h. von der �stlichen Seite her zeigt wie bas
Gelgema' lde im Hohcnzollern�Mnseuin, und daher dieses in jeder
Beziehung erg�nzt und erl�utert. Der plan, in dem die 3?odenbe-
schassrnheit, Geb�ude nsw. durch verschiedene Farben deutlich gemacht
werden, beschr�nkt sich nicht auf das damalige Iveichbild �on Berlin
und seiner Vorst�dte, sondern bringt anch nach Westen und S�den
einen gro�en Ceil des heutigen �rogberlins in feiner damaligen
Erscheinung zur Darstellung. In dem rechts un'en gegebenen (Drts
Verzeichnis wird auf die an den betreffenden Stellen im plane lvgl, Clauswitz, Die plane �on veillnufw, �erlin 1.906. S. 23 ff.
        
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