Path:
Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

Full text: Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

197
sein. Die Weichheit des pr�fen bedingte ein anschmiegendes zutuliches Wesen. Zuerst bemerkte ZMbr�tf dies mit
einigem Unbehagen in dem Venehmen Friedrich Wilhelms gegen die Vedicntcn (I, 36). Vald aber wnrde er selbst
der Gegenstand dieses Anschmiegen^. Mit welcher leidenschaftlichen Liebe der prinj schlie�lich an seinein Erzieher
hing, ist bekannt genug. Man liest den Vericht Delbr�cfs vom \2. ~SuIi 1808, als Stein ernstlich daran gehen wollte,
��elbr?cf durch Ancillon 511 ersetzen, nicht ohne Vewegnng: �Er brach in die r�hrendsten Klagen aus und sagte unter
anderem Hein, wenn Sie von mir gehen,
sterbe ich gewi�! Sein ,�uftau6 war so
heftig, da� er anfing, mich zu beunruhigen.
Ich hatte M�he, ihn 511111 Fahren nach
den l)uben zu bewegen. Auch war an
ihm eine eigene Stille merkbar. Kaum
zur�ck, verfiel er in den vorigen Schmerz
und ward fast unf�hig, die Sektion bei
Mcrguet zu nehmen. Auch die Sparer*
fahrt �ber f'onarth und Duboisru^,
w�hrend welcher er stumm und still an
mich sich schmiegte, war nnwirfsam ihn zu
erheitern. Kaum angelangt im Zimmer,
begann er wieder 511 weinen und legte
sich nieder, wachte auch unter vielen
schluchzen bis \O Uhr." In der Folge
wurde der prin^ geradezu frank und
mu�te das Bett h�ten, �Sein �bel hatte
ganz den Anstrich der Hypochondrie."
Solche Svenen wiederholten sich sp�ter noch
mehrmals bis zur endg�ltigen (Trennung
Delbr�cks von feinem Z�gling.
???an denkt hierbei wohl auch
an die herzlichen Freundschaften, die der
sp�tere A�nig hatte, Wie tief ber�hrte
ihn der Tod Graf Anton btolbergs und
des (M?nerais von Thile, wie hing er
an Radowitz, wie z�rtliche Gef�hle hegte
er f�r Leopold Gerlach.
DieScrjrmegfamfeit und Weichheit lf�rprtm Friedrich^ N'ill^Ii�(IV.) als tfnabc. Mujpfrrftid? �on v, Suffe
ber�hr! sich mit der nat�rlichen Liebens-
w�rdigkeit des pthtjen, mit der er sp�ter alle Welt zu bezaubern verstand. Die DelfcrfldfcEjen Tageb�cher liefern zahl'
reiche Beispiele daf�r, wie er sie im engeren Kreise bet�tigte. Ganz besonders tritt jene Liebensw�rdigkeit zutage in seiner
Neigung Geschenke zu machen. Entz�ckt ruft Pelbn'icf einmal aus (2^. VeZember (808): �Pic ganze Welt ni�chtc er
wegschenken, um die ganze Welt zu erfreuen." Vekannt ist auch der von Hanfe zuerst mitgeteilte Ausspruch des jungen
Prinzen: �kleine Hand kann kaum einige pfun6 halten, aber mein Gem�t die ganze Welt umspannen." Diese Qebens
W�rdigkeit, die kaum je etwas Absichtliches hatte, sondern auf innerer herzensgute beruhte, schlug Dclbr�ck je l�nger je
mehr in ihren Bann. Er erkannte zugleich die tiefe Innerlichkeit im Wesen des Prinzen, Sd)o)\ wenige �Uonatc nach
Antritt feines Amtes, als das Speftafelft�cf Hermann von Unna gegeben wurde, bei dem das Femgericht die Angst des
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.