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Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

Full text: Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

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die fxd) doch zahlreich beibringen [�ffen, n�tigen immer wieder vorsichtig im Absprechen �ber den Vielgcschm�htcn zu
fein. Das mitgeteilte Urteil des K�nigs �ber seinen �ltesten So^n ist um so wertvoller, als Friedrich-Wilhelm III.bei
dem ganzen Erziehungswerk sehr zur�ck tritt. 311 diesen fahren lie� er hier seiner Gemahlin den gr��eren Spielraum,
Der Thronsolger hatte vor ihn: eine gewisse Scheit. Sc^on der vierj�hrige klagte recht wehm�tig: �Der papa schenkt
mir nie etwas." Ganz erleichtert
zeigte der Prinz sich, als er bei
seinem Vater nach der Feier seines
zehnj�hrigen Geburtstages, an dem
er in die Armee eintrat, gr��ere
Freundlichkeit zu bemerken glaubte.
Er rief: �Ach! ich bin heute recht
vergn�gt, Papa hat mir etwas
gesagt." Erst nach vielen Fragen
brachte der Erzieher heraus, da� der
A�mg gesagt habe: �Seitdem du
die Uniform tr�gst, bist du viel ver-
st�ndiger und artiger." Aufrichtige
Freude zeigte der A�nig einmal, als
er erfuhr, da� der Aronprinz heim-
lichEnglisch zu lernen begonnen habe.
Im allgemeinen hat er wohl schon
damals mit unbehaglichen Gef�hlen
auf den Erben seines Thrones geblickt.
wenn der Aronprinz sich
weniger Fertigkeit im Rechnen anzu^
eignen wu�te, so verriet cr daf�r in
allen sonstigen geistigen Bet�tigungen
eine hohe Veranlagung, war sein
Zahlenged�chtnis schwach, so zeichnete
er sich sonst gerade durch Ged�chtnis-
st�rke aus. Hchon in den ersten
Wochen erfreute er seinen Erzieher
durch die Creue, mit der er Geschichten
ausEampensAinderbibliothek wieder-
gab. Mehrere Jahre sp�ter ist es ein
anderer Gegenstand, bei dem er durch
seine Ged�chtniskraft �berrascht: das
Aapitol. Freilich ist nicht n�her zu
Zeichmmg des Kronpriti^n U'ill'rln!(IV.) vom 25. Janunr (B05 mit Voilage (oben)
K�niglich? l?auZdi!,Iio!hel
ersehen, was dabei in Frage kam. Vald darauf, am (�.Dezember f805, pr�fte Delbr�ck, ob der Prinz von dem TNonolog des
Tasso, den er �fter gelesen hatte, etwas behalten habe. Er war doch aber auf das H�chste erstaunt, als er sah, da� der Zehn^
j�hrige den Nionolog sogar fast auswendig wu�te. Der Monolog gefiel dein Prinzen offenbar sehr, so merkw�rdig das auch
scheinen mag, weil er hohe Anforderungen an das Verst�ndnis stellt. Denn er rezitierte ihn immer wieder, und mit einiger
Vesch�mung merkte Delbr�ck bei einer sp�teren Gelegenheit, da� sein Z�gling ihn besser beherrschte als er selbst. Auch
sonst lieferte der Prinz zahlreiche Proben seines gl�cklichen Ged�chtnisses. Delbr�ck f�hlte sich immer ganz gl�cklich dar�ber.
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