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Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

Full text: Der älteste Sohn der Königin Luise und sein erster Erzieher

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Entschl�sse dar�ber, ob er einen englischen Aufsatz aus Eigenem oder eine englische Nebersetzung liefern sollte, und
beweinte dann seine Unschl�ssigkeit mit einem Strom von Tr�nen.
Vei einem preu�ischen Prinzen geh�rte es 311 den Selbstverst�ndlichkeiten, da� auf gute k�rperliche Ausbildung
gehalten wurde. Fr�h lernte Friedriche Wilhelm fechten, und es ist gewi� bemerkenswert, da� or hierbei Eifer und
eine gewisse Anlage zeigte. 3m Januar J8O6 meldet Velbr�ck, da� der Lehrer �dein Raschen und Gewaltigen" in
der Fecht�bung wehren mu�te und 311
steuern hatte. Immer wieder konnte er
verzeichnen, da� die Fecht�bung �vor-
z�glich" ausfiel. Auch ein guter C�nzer
wurde der priitj. Ganz anders war os
mit dem leiten bestellt. Gegen diesen
Sport, f�r den gerade ein N^onarch
besondere Vorliebe haben sollte und nun
gar erst ein Regent der ausgesprochensten
3NiIit�rmonarchie, hat Friedrich Wilhelm
a?s Anabe eine merkw�rdige Abneigung
empfunden. Ganz erleichtert berichtet
Delbr�ck, da� sein Prinz endlich einmal
Mut und Selbst�ndigkeit auf der Reitbahn
gezeigt habe. Vald war ihm diese Frcnde
wieder verdorben. Denn wenige Tage
darauf erkl�rte ihm der pri�i5 weinend,
es sei ihm unm�glich zu reiten. Auf der
Reise, die er mit Dclbriirf im Juni 18�8
durch das Samland unternahm, qu�lte er
feinen Erzieher weidlich mit der Schwierig
feit seines Pferdes und setzte sich wohl gar
in einen wagen, w�hrend die anderen,
so auch sein Vruder Wilhelm, zu Pferde
blieben. ?in paar 2Tlonate darauf erkl�rte
er einmal, als die pfer�e vorgef�hrt
wurden, unter heftigem Weinen, er w�rde
vor Urankheit es nicht aushalten k�nnen.
Auch als kehrer und Sch�ler imJuli 18O9
Preu�en bereisten, hatte Delbnick eben-
falls den Widerwillen feines Z�glings
gegen bas Reiten Zu bek�mpfen. Er hat
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es beharrlich getan, und hier auch wohl gute Ergebnisse erzielt; denn der pttn5 merkte doch stets sichtlich, wie wohl
ihm diese k�rperliche Bewegung tat. Mit ganz anderer kust war freilich priitj Wilhelm von vornherein bei dieser
tcibes�bung. 3�1 Kamland war er �unerm�dlich mit seinem Cofaf, man mu�te ihm halt! halt! zurufen." Auch
Regenschauer vermochten ihm nicht das Vergn�gen daran zu verderben. Er f�hlte sich immer gl�cklich, wenn ein
Spazierritt �ber die Felder unternommen wurde und er seinen Rappen besteigen durfte. (?$ verdient gewi� Beachtung,
da� gerade dieser m�nnliche Zug des sp�teren ersten 1)ohenzollernkaisers so stark in den Delbr� Aschen Aufzeichnungen
hervortritt, wo doch sonst so wenig Charakteristisches von ihm darin mitgeteilt wird. 3Hef� M�nnlichkeit tritt noch
IJo�fnjoUfrn
'Hahil'uch 19m, 2y
        
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