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Prinzessin Amalie von Preußen als Musikerin

Full text: Prinzessin Amalie von Preußen als Musikerin

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Prinzessin Amalie von Preu�en als Musikerin
von
Dr. Cnrt sachs
den vielen Angeh�rigen des hohenzollernhauses, die sich in der Musikgeschichte einen ehrenvollen Platz als
Aomponisten, Spieler oder Nl�zenaten erworben haben, nimmt Prinzessin Amalie Anna, die unverheiratete Schwester
Friedrichs des Gro�en, eine Sonderstellung ein. Sie lebte in einein Zeitalter, dessen hohe musikalische Aultur zum
gro�en Teile einem erstaunlich entwickelten Dilettantismus zu danken war, in einem Zeitalter folglich, dag keinen
Anla� fand, �ber hervorragende keistungen eines Liebhabers in Verwunderung zu geraten, selbst wenn es sich um
eine Frau aus k�niglichem Hause handelte, wenn sich die Zeitgenossen aus diesem Grunde schon unverdient wenig
bei den musikalischen Vestrebungen der Prinzessin aufhielten, so stand die breiter wirkende musikalische Vegabung des
k�niglichen Vruders einer gerechten W�rdigung ihrer Eigenschaften besonders im Wege; vollends aber dr�ngten sich
die menschlichen Sonderbarkeiten Amalies dem Blicke ihrer Umgebung derart auf, da� man ihr A�nstlertum dar�ber
verga�. Aus diesen Gr�nden sprechen die TNitlebenden sehr wenig von der Musikerin Amalie. Erst nach ihrem
Tode, nachdem sie sich mit ihrer kostbaren Musikbibliothek ein Denkmal errichtet hatte, widmete ihr �Verber in seinen�
Tonk�nstlerlexikon von einen l�ngeren Artikel, zu dessen Tatsachenmaterial die sp�teren Schriftsteller nichts
hinzugef�gt haben. Auf Grund dieses Verichtes hat dann die musikhistorische Forschung, welche wie jede junge Wissen-
schaft zu summarischen Zusammenkopplungen und Trennungen der Personen und Geschehnisse gezwungen war, die
sp�ter vor den Ergebnissen der Einzelforschung nicht mehr Stand halten, der Prinzessin einen leitenden f>latz angewiesen,
der ihr in Wahrheit nicht zukommt.
Die Sonderlingsart Amalies, die Schroffheit und Ungleichm��igkeit ihres Wesens gaben ihr am Hofe und in
der k�niglichen Familie eine eigene Stellung. Vei den Zeitgenossen meist unbeliebt, wurde sie von ihren verwandten
bald verspottet, bald zur�ckgesto�en, bald schw�rmerisch verehrt und geliebt. �Die wogen des Meeres", sagt einmal
Graf tehndorffv, �sind nicht aufgeregter als ihr Gebaren. Gut und b�se, Philosophin, Weltkind und Vetschwester,
1Historisch -Viographisches lezikon der ?ouFiinftler I., 5p. *7f. Leipzig 5790, und Heues texikou L, 5. u?if. Leipzig 18(2. �
8 Drei�ig Jahre am Hofe Friedrich� des Gro�en. <3ott\a \yoi.
        
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