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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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nicht entschlie�en konnte, andrerseits aber sich wohl bewu�t war, da� die Ainder und insbesondere die drei Al�dchen
der leitenden Frauenhand bedurften, folgte er dem Zuge seine- Herzens und w�hlte den Vrt, der ihm als Me Geburtsst�lte
seiner beiden Frauen besonders lieb geworden war, zur zweiten Heimat seiner Amder. Er gab die Amdchen zur Gro�
mutter nach Darmstadt, nachdem er selbst den Abschied aus englischen Diensten genommen hatte, um zun�chst zur Schwester
nach England, dann zum Vruder, dem regierenden Herzog, nach Strelitz und schlie�lich zur �ltesten Tochter nach Hildburg
Hausen 311 gehen. Pic beiden Knaben blieben noch ein Jahr lang in Hannover, ImJahre l"87 siedelte der Vater mit
ihnen auch nach Darinstadt �ber, wo er sich ankaufte, ohne l�ngere Zeit hintereinander feinen U)ohnsitz dort zu nehmen.
Ghnc Schwanken, in nat�rlich gro�m�tterlichem Pflichtgef�hl, �bernahm Prinzessin Georg, damals 50 Jahre
alt, die Erziehung der Rinder ihrer T�chter. Fast acht Jahre lang blieb 5uise unter der Gbhut dieser w�rdigen und
t�chtigen Frau, die ebenso nachhaltig auf die Charakterbildung ihrer Schutzbefohlenen wirkte, wie die s�ddeutschen
ptttij uti� prinjifftn (Beorg�HHtfjelm non link"-Hurmjfci�t, �robclrcrti &er K�nigin t�i\t, fillioiifiienim prinntlicfitt
Verh�ltnisse ihre Wesensart beeinflu�ten. Nur ihrem 3tamm!and �ach ist Tuise eine mecklenburgische Prinzessin; erst
als junge Frau im dritten Jahre ihrer Ehe betrat sie zum ersten 2Nale mecklenburgischen Voden. �Vft schon ist darauf
hingewiesen worden, da� die Mischung gesunder norddeutscher lind s�ddeutscher Art den wohlgef�lligen, gewinnenden
Eindruck ihre? Auftretens und ihres U)esens hervorgerufen haben mag. 3Nan hat das Gef�hl, als habe der Aufenthalt
in 3�ddeulschland nicht zum geringen Teil dazu beigetragen, sie �ber die Grenzen des kandcs ihrer Vorfahren und �ber
die des Tandes, dessen A�nigin sie wurde, hineinwachsen zu lassen in das gro�e Deutschland, dem sie heute angeh�rt,
pf�lzerblut, sonnendurchgl�ht wie der Of�lzer IVein, rollte von der Gro�mutter her in ihren Adern. Die Prinzessin
Georg stammte aus dein alten und weitverzweigten Geschlecht der Grafen von keiningcu, das im wormsgau, m, Elsa�
und in Lothringen angesessen war. Ihr Vater galt als reichster Graf des Deutschen Reiches. Durch die im franz�sischen
kande liegenden Vcsitzungeu ergaben sich f�r die Familie viele Beziehungen �ach Paris, wohin die Prinzessin Georg
auch mit ihren Eltern gekommen war. Ihre Vildung war, wie es der Zeitsitte entsprach, die franz�sische, aber ihr Herz
war ein gut deutsches, und lieber wie franz�sisch sprach sie im Pf�lzcr Dialekt. �H�ppe Se huppe Se, aber lege
        
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