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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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Catarina Me erste regierest gut, aber leider nicht lange, nur bis \12? t wo alsdann ihr Enkel, peter der II*�, die
Regierung (fein Gro�vatter Peter der W* hatte das Recht den Nachfolger 311 wehlen eingesetzt und Catarina m�dite
ihm) bekam; er starb J73O. Auf ihm folgte Anna, Tochter des Iwans, der ein Vruder Peter des Hften war;
diese ernanl ihren kleinen Peter 1 311 ihren Nachfolger mat Rahmens 3n>ann der III (Sotjn des Ertzherzogs
Anton Ullrich und Ertzherzogin Anna von Vraunschweig), aber setzte ihren G�nstlich Herzog Viron zum Vormund
und zum wirklichen Aaiser ein. Allein der letzte wurde bald nachher von Anna, Iwans des m*"1 Mutter, vom
Trone gefi�rtz und sie samt ihren Sohn setzen sich auf dem Trcm. Aber auch sie regierte nicht lange; den die
Elizabeth, Cocher Peter des gro�en, machte sich einen Anhang, gewann die Garde und dr�ngte abermals wieder
die Kaiserin Anna hinweg, die mit ihrem Sohne ins Elend geschickt ward, und wo man sagt Iwan w�re umgebracht
worden. Elisabette regierte ziemlich lang und gut und ernant zu ihren Nachfolger Caries Peter Ullerich sSohn
der Anna petromna und Kart Friedrich Herzog von Holstein), der unter den Hamen Peter der III regierte. Dieser
Aaiser verm�hlte sich mit (Marina (gebotene princeffm von Zerbst), heutige Kaiserin und Veherrscherin aller
Ru�en, Peter der III'"kam 5762 zur Regierung, und in dem selben Jahre setzte ihm seine Gemahlin den 9. Juni
ab und lie� sich denselben Tag als Kaiserin kr�nen, worauf er acht Cage darauf pl�tzlich starb, (vermuthlich lie�
diese regierungss�chtige Frau ihm mit Gifthinrichten, welches ich ihr nie verzeihen kann! Jeder Mensch, dem Gott
Vernunft gegeben hat, soll auch mit Vernunft und Ueberlegung handlen, noch mehr, der Mensch soll Herr seines
Muths, seiner leidenschaften seyn. Dieses ist besser als St�tte zu gewinnen. (!) warhlich, wahrlich, h�tte sie dieses
bedacht, so h�tte sie nicht den ungerechten Krieg wieder mit den T�rken angefangen; aus Ehrgeitz ihre l�nder zu
vergr��ern, vergie�t die erste aller Pflichten, liebe ihres Nebenmenschen , l��t so viele ungl�ckliche erw�rgen und
so viel unschuldiges Blut vergie�en), Sie regieret bi� jetzt noch mit vieler Ehre und Gr��e.
Sehr anschaulich und drastisch-komisch schildert luise die Sitten der Russen.
�Ihre Sitten sind noch sehr Roh und ungebildet so wie auch ihre Gebr�uche; sie haben bis jetzt noch nicht
viel zutrauen zu den Vochtern st. H. Doktoren, Aerzten), sondern allte M�nner oder Weiber, die die Ar�uter kennen,
zu denen gehen sie und hohlen sich da welche, die sie nach ihrer Anordnung oder auch nach ihrem eigenen Gud�nken
Aachen und bereiten, wenn ihnen etwa� fehlt. Ihre Nahrung ist auch ganz besondres schlecht, sowie auch ihre
Wohnung, ihr Hau� (wa� so ganz der allte Russe noch ist) besteht in einem Zimmer, ihr Vette ist Mo� oder d�rre
Vlatter, ein par Vretter, die zusamen genagelt sind, und die Ritzen mit Mo� ausgestopft sind ihre Besch�tzer vor
wind, Regen und Wetter. Der Russe seine Nahrung ist mehrentheils starker Vrandtwein und trocken Vrod; willer
sich aber was recht zu gutes lhun, so ist er auch wol gesaltzenes Fleisch."
Ueber Schweden lesen wir unter anderem Folgendes:
l>.Hat dieses A�niZreich f�r Deutschland nicht ehemals viel gethan?
Ja sehr viel hat das A�nigreich sonsten f�r Teutschland gethan. Es hat Teutschland geholfen und tapfer unterst�tzet
gegen die Feinde der Religion, es hat gefochten f�r Freiheit und leben und hat sich bewiesen als ein Reich, das
Edle F�rsten hat.
I?r. Unter welchem A�mg war das?
Das war unter dem Gro�en, Edlen und vortreflichen A�nig Gustaw der von Schweden, der sich so viel Ver-
dienste un: Teutschland gemacht hat, der den Teutschen so viele wiederholte Veweise seiner liebe und Freundschaft
f�r ihnen gegeben hat.
5r. wo blieb dieser U�nig ungl�cklicher weise?
H.. Dieser R�ntg blieb ungl�cklicher weise, als er her�ber nach Sachsen eilte, den Aurf�rsten oder Herzoge von dem
selben lande beyzustehen, in einer Schlacht bel Gotha, betrauert und beweint von allen edlen F�rsten; denn es war
ein gro�er Verlust vor allen und ins besondre vor seyn A�nigreich.
'
Er war ihr Gro�neffe.
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