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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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Heut zu Tage bas Hirtenleben ein Arkadisches Leben nennt ... Schon in den �ltesten Zeiten waren Vrakel, welche
nichts als Betr�gereien und listige Erfindungen waren. Sie hatten ihren ersten Ursprung in der Neugierde, nach
welcher die Menschen zuk�nftige Dinge und besonders ihre Schicksale zu wissen w�nschten . . . Das erste Grakel
war zu Dodona in der Landschaft kpir. Pas zweite war zu Delphi, wo schon Priester waren und �bert�ubt alles
listiger eingericht war."
Die dritte Periode umfa�t den Zeitraum von Moses bis Cyrus. Zuerst werden die Quellen f�r die Kenntnis
dieses Abschnitts angef�hrt, unter ihnen wieder die Schriften des Alten Testaments, Homer, �welcher uns bei diesen
Begebenheiten einigerma�en als Geschichte dienen kann", Herodot, dessen Lebenszeit ganz falsch angegeben wird, und
auch die Marmor-Chronik von paros, die eine vielfach angefochtene Chronologie der griechischen Geschichte enth�lt.
Hintereinander werden die Aegyvter, Assyrier, Vabylonier, Meder, Ph�nizier, Karthager, die klcinastatischen L�nder
und schlie�lich die Griechen behandelt. Die �gyptische Geschichte wird eingeteilt in die dunkle Herrn -Periode 2) die
Sesostrische Obelisken -Periode I) die dunkle Pyramiden-Periode H) die helle griechische Periode. Die Einwohner
Ph�niziens charakterisiert die Prinzessin als Kaufleute, �denen wirmit Recht Geographie, vermehrte Bev�lkerung und Auf-
kl�rung verdanken. Auch der Karthager Sache war es nicht in den Krieg zu ziehen, sondern ihre Armeen bestanden meist
aus fremden Gruppen. Croas, phrygien, kydien und Ionien waren in sich ... Die ersten gro�en Gelehrten als
Homer, Thaies, Aesop und Herodot waren aus diesem Lande, auch Weinst�cke, Velb�ume und Kirschen hatten ihre
Entstehung in diesem Lande. Der tevantische Handel hat hier noch seinen Sitz, vor Trojas Zcrst�hrung befand sich
dieses Land in gro�er Dunkelheit, wir wi�en nur, da� die pelasger nach Griechenland Kolonien gesandt und
bev�lkert haben. Nach Trojas Zerst�hrung ward Aleinasien der Tummelplatz aller V�lker, die sich wechselsweise ein
ums andere austrieben. Ein Theil der Trojaner gingen unter Aeneas nach Italien und bev�lkerten die Gegend, wo
hernach Rom gebauet ward."
Eine neue Periode ist �berschrieben �von Cyrus � Chlodwig." Als Haupw�lker dieser Zeit werden die Perser,
Griechen, R�mer, Parther und Sineser (Chinesen) aufgez�hlt, die Germanen also nicht. Don den Persern wird gesagt,
sie h�tten die weisesten Gesetze gehabt, gut f�r die Erziehung ihrer Kinder gesorgt und seien Muster in ihren Sitten
gewesen. Die griechische Geschichte der Periode zerf�llt in die beiden Abschnitte vor und nach dem Trojanischen Kriege.
�Die Griechen vereinigten sich immer, wenn ihnen ein gemeinschaftlicher Feind gegen�ber stand, welches sie besonders
in den Kriegen mit den Persern thaten, wo sie Wunder der Tapferkeit verrichteten. Mit den persischen Ariegen f�ngt
sich die bl�hende Periode der Griechen an, die anjetzt alle f�r einen Mann standen." Dann folgt eine etwas zusammenhang-
lose Nebenemanderstellung von Namen und Ereignissen, eine Aufz�hlung der ber�hmten Griechen und ein sehr
kursorisches Durchgehen der griechischen Geschichte bis zu ihrem Uebergang in die mazedonische Oberherrschaft. Ein'
geschaltet ist ein kleiner kulturhistorischer Exkurs, in dem es hei�t: �Ihre Religion war ein Gemisch von Abg�tterei
und gr��tentheiw vern�nftiger Moral. In letzterer wurden sie von weisen M�nnern unterrichtet und in ersterer durch
Priester, K�nstler und Dichter unterhalten. Nun wird �ber die einzelnen Dichter von Homer an gesprochen, dann
�ber die Philosophen � als Sch�ler des Sokrates nennt sie Zenophon, Cebes und plato �, �ber die Geschichts-
schreiber, �ber die Arzneiwifsenschaft und �ber die K�nste. Es folgt die mazedonische Geschichte. W�hrend die ganze
griechische Geschichte von den Perserkriegen bis zum Eingreifen Philipps von Mazedonien in sechs Seiten abgemacht
wird, widmet sie diesem und Alexander sechseinhalb Seiten. Letzterer �bleibt in der Geschichte ein warnendes Beispiel,
wie bald und g�nzlich Gl�ck und Hang zur Wollust die besten Grunds�tze vernichten k�nnen. Sein Leichnam wurde
in Aegypten zu einer Mumie gemacht, die aber schon zu Augusts Zeiten vernichtet war."
Die letzten 50 Seiten geh�ren der Geschichte der R�mer: �Ihr Recht gilt noch heute in Teutschland so wie
auch in dem Schoo� dieses Reichs die Christliche Religion ihren Ursprung nahm. Sowie alle alte V�lker unkennbar
geworden sind, so auch die R�mer, aber ihre Hauptstadt steht noch, sehr ver�ndert, aber in und neben ihr lebt dies Volk
noch in seinen Monumenten .... Die Erbauung Roms geschah durch Romolus, mit dem sich an 3000 Menschen
verbanden, die vorher eben nicht das beste Leben gef�hrt hatten."
        
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