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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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den, Uebungsheft von l?90 dekliniert sie noch The King im Singular und The Queen im plural und qu�lt sich
mit den unregelm��igen Perben, w�hrend einige �bersetzungen kleiner englischer Erz�hlungen historischen Inhalts
ins Deutsche so mangelhaft sind, da� die Sch�lerin selbst den Sinn kaum verstanden haben wird. Aber ganz besonders
im Englischen ist die K�nigin sp�ter bem�ht gewesen, die kucken ihres Wissens zu erg�nzen. �Ich studiere nichts
als Englisch" schreibt sie drei Jahre nach ihrer Verheiratung an Vruder Georg und empfiehlt ihm einige Jahre
sp�ter ihren englischen Sprachlehrer Verisford, bei dem sie, wie aus ihren Ausgabeb�chern hervorgeht, mindestens bis
zum Jahre Unterricht gehabt hat. Ihre Vibliothek ist in sp�teren Jahren reich an englischen kehr- und tese-
b�chern sowie lexikalischen Werken, wir finden darin Ficks Englische Sprachlehre 5. A., (Erlangen 1806, von dem-
selben ein Englisches kesebuch 2. A., Erlangen 5603, dann das Handbuch der Englischen Sprache und Literatur
von Ideler und Rolle, Poetischer Teil. Neue Auflage. Berlin J802, Marston's English and German dialogues,
Siret, Elemens de la grammaire anglaise und anderes mehr.
F�r die Veurteilung des Geschichtsunterrichts bieten uns die Hefte der Prinzessin nur eine einzige Grundlage,
ein vom Januar datiertes, �Weltgeschichte" �berschrieben�? Heft von 82 Zeiten. Es gibt in gro�en Z�gen ein
Vild der Kulturwelt von den ersten unhistorischen Anf�ngen bis auf Julius C�sar in einer dem Standpunkt und
Auffassungsverm�gen eines zw�lfj�hrigen M�dchens durchaus angemessenen Form. Allerdings wird die biblische Ueber-
lieferung vollkommen als Geschichtsquelle behandelt. Vie Anordnung ist die synchronistische; die einzelnen Kulturv�lker
werden innerhalb jeder Epoche nebeneinander besprochen. Die von der Hand des tshrers auf dem Innendeckel des
Heftes niedergeschriebene Perioden-Einteilung ber�hrt sich noch mit der von den Kirchenv�tern Eusebius und Hieronymus
geschaffenen und bis in das Mittelalter hinein in Geltung gebliebenen Anordnung. Die Airchenv�ter teilen die ganze
Weltgeschichte in sechs Epochen, deren letzte, der transzendentalen Tendenz der Einteilung entsprechend, die Zeit von
Christi Geburt bis zum Ende der Welt umfa�t. Die hier gegebene chronologische Anordnung betrifft nur den Inhalt
des Heftes und lautet
von Adam bis zur Roaschen S�n�flutt} J656 Jahre
von da Ms auf Abraham .......... 300 �
Don da bis auf Alosen 500 �
von 6a bis zu Crojas Zerft�hrung �
von da bis zur Erbauung Roms H00 �
von da bis zu Cyrum , . 200 �
von da bis zu Alexander 200 �
von da bis zu Christum 300 �
Die biblische Geschichte wird nun zun�chst der Darstellung zugrunde gelegt. Von der ersten Periode hei�t es:
�Vei der Unischaffung der Erde wurde vom Sch�pfer ein Menschenpaar geschaffen. Dieses setzte er ins
Paradies, aus dem sie durch ihre Schuld verjagt wurden. Es ist von diesen ersten Menschen folgendes zu bemerken:
Da� sie lange lebten. Es gab damals Menschen, die �ber 900 Jahre alt wurden. Es scheint daher
gekommen zu sesn: 5. Die Natur des Menschen war nicht so verderbt wie ietzt. 2. Die Narungsmittel waren einfacher
und weniger sch�dlich. 3. Die Arten sich zu besch�ftigen erforderten nicht so viel Ur�fte und M�he. 4. Die Erde
verbreitete damals noch nicht so sch�dliche Ausd�nstungen." . . . Ueber die A�nste, die man damals schon erfunden
hatte, lesen wir: �Auch war schon f�r das Vergn�gen der Menschen durch Erfindung der Musik gesorgt. Jubel
scheint ihr Erfinder gewesen zu seyn. 5. V.M.H, 2^. Diese erste Periode nennt man Urwelt; die zweite die dunkle
Welt. Vis zum Ende dieser Periode fehlen gleichzeitige Schriftsteller. Moses, der �lteste Schriftsteller, schrieb mit dem
Ausgang dieser Periode." Gleich nach der Eroberung von Pal�stina folgt der Anfang der griechischen Geschichte.
Hier wird von Inachus (zwischen 2200 und 2300) erz�hlt, �der die Stadt Argos erbauete und m� seinen keuten von
Viehzucht lebte, weil in der tandschaft Arkadien, wo Argos lag, viele gute Viehweiden waren. Daher man auch
        
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