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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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besonderen Offenbarung Gottes au�er der durch die Natur. Denn aus der Natur k�nnen sie nicht den willen Gottes
und das, was sie tun und lassen sollen, erkennen. Und zweitens konnten sie sich mit ihrem verstand die Gewi�heit
von einem teben nach dem Tode, von der Vergebung ihrer S�nden und von den Belohnungen in der Ewigkeit nicht
verschaffen. Dieses alles machte eine n�here Offenbarung Gottes zu seiner besseren Erkenntnis f�r die Menschen
notwendig. Es werden dann die Gr�nde f�r die G�ttlichkeit der Lehre I)esu wie der Heiligen Schrift auseinander-
gesetzt. Den Schlu� des Heftes bilden sehr eingehende Betrachtungen �ber die Wesenheit Gottes und die der Menschen.
Die Einleitung dazu gibt der nachstehende Aufsatz:
Da� ein Gott sey, da� dieser nur einzig in seiner Art und der Urheber aller Dinge fey.
Da� ein Gott sey, k�nnen wir feste glauben und v�llig da von �berzeugt seyn; wir sehen (es) aus der Natur,
und ganz deutlich davon belehret uns die H. 3. Um aus der Natur Gott zu erkennen, m�ssen wir nur recht acht
auf uns geben und auf die Dinge, die um uns sind, nehmlich sehen, wie Alles so wei�lich und gut gemacht ist,
z. V. da� Thiere da sind, die uns zum Essen u. so w. dienen, frische Quellen, um uns beym Durscht zu erquicken
u. f. w. Dieses ist schon genug, un, zu erkennen, da� ein h�heres Wesen sey. Es ist auch kein Mensch im Stande,
dieses nach zu machen und ihnen das keben und solche Vorz�ge zu geben, die uns so sehr zu statten kommen,
mache daher den Schlu�: Es ist ein Gott. Wenn unser verstand recht nachdenket, so wird er gleich den unrichtigen
Schlu�, es sey alles, was wir sehen, von ungesar, verwerfen, und zwar darum, weil wir m allen Dingen Ordnung
und �bereinstimmung gewar werden, welche sicherlich nicht w�re, wenn die Welt aus Zufall entstanden w�re.
Inn allem, was da ist, ist h�here Absicht und Mittel zugleich, diese Absicht zu erreichen, Z. V. bei einem Vaum
sind mehrere Absichten: au�er der haubt Absicht, mit seinen Fr�chten Menschen und Tiere zu n�hren, zun�chst
die, da� er mit seinen Vl�tren Schatten giebt und mit seinem Holze w�rme. Und es ist nur ein einziger Gott
Himmels und der Erden. Dieser Schws ist auch ganz begreiflich, nehmlich es k�nnen keine G�tter seyn, sonst
w�rden die manigfaltigen Sachen und Dinge, die in der Welt sind, nicht so �bereinstimmend seyn. Die Vibel
begr�ftige (?) st�ts mit den Spruch: �H�re Israel, der Herr unser Gott ist ein einziger Gott." Dieser unser Gott
ist also einzig in seiner Arth. Wenn das nicht w�re, so k�nte er nicht der aller vollkomste seyn, denn da w�re
seine vollkommheit immer geteilet."
Nach ausf�hrlichster Darstellung aller Eigenschaften Gottes bildet das Thema: �Gott ist der Urheber des
Menschengeschlechts" den Uebergang zur Betrachtung des Menschen. Die einzelnen �berschriften indiesem Abschnitt sind
folgende: �Der Mensch ist das sch�nste und k�nstlichste Gesch�pf, das vornehmste von allen auf Erden." �Seele und A�rper
sind auf das genaueste mit einander vereinigt und lebensl�nglich mu� dieses Vano der genauesten Verbindung erhalten
werden." �von den Anlagen und F�higkeiten, die Gott dem Menschen verliehen, und der Art und Weise, dieselben
zu veredlen und zu erh�hen." �vom Gewissen." Das Rapitel �Vom freien Willen und den Begierden" wird
mit folgender Erw�gung eingeleitet: �Gott gab uns auch noch einen Vorzug vor alle andere Rreaturen, nehmlich einen
freien Willen d. h. Gott hat es uns frey gestellet, das Gute zu thun und das B�se zu lassen oder gerade das Entgegen-
gesetzte hu) thun. Es werden Viele sagen, das schadet dem Menschen anstat zu n�tzen; sie sind gar nicht allwissend,
da� sie alles wissen k�nnen, was ihnen n�tzet oder schadet. Gott ist weise und giebt uns nichts ohne weise Absicht.
Gott gab uns dabey, da� er uns einen freien Willen gab, das Gewissen, das uns gleich sagt, welche Wege wir
betreten sollen." wie die meisten Aufs�tze schlie�t auch dieser mit einer Anrufung Gottes: �Ach Gott, ich danke dir
viel mals f�r alles Gute, was du mir immer erzeigest. Durch mein Gehorsam will ich deine Gebothe befolgen und
damit meine Dankbarkeit beweisen." Die Frage: �Giebt es au�er den Menschen andere vollkommene Wesen
und worin bestehet ihre Vollkommenheit?" wird mit dem Hinweis auf die Engel beantwortet. �Dieser Engel bediente
sich Gott als semer Diener oder GesanteN, seinen Willen in den: Weilen Reiche seiner Sch�pfung hinauszuf�hren.
Menschliche Gestalt nehmen sie alsdan an, um seinen willen desto besser bekant zu machen .... Diese Engel sind
immer bey Gott, also immer im Himmel und leben dort recht gl�cklich. Zch glaube aber von ihnen, da� sie in
ihre Gl�ckseligkeit zunehmen, und wei�, das einige der selben sich verschlimert haben und durch Widersetzlichkeit gegen
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