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Erziehung und Unterricht der Königin Luise

Full text: Erziehung und Unterricht der Königin Luise

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Niemals war er heiterer a?s m der Schule, lehren war ihm leben. Daher lie� er sich audi die Ausbildung
non Lehrern besonders am Kerzen liegen und erhielt durch ein Reskript des Gro�herzoglich hessischen Airchen^
und 5chulrats nom <). Juli W3 eine Anerkennung f�r feine vorz�glichen Bem�hungen um die Porbereitung
der Schulpr�paranden. selbst schriftstellerisch nur wenig t�tig, verfolgte er die wissenschaftlichen Fortschritte und
Erscheinungen auf theologischen: und p�dagogischein Gebiet mit gro�em Eifer. �Feste Religiosit�t, aufbl�hend auf
dein Grunde des pou den Zutaten der Schw�rmerei und den stolzen verschm�hungen einer sclbstgen�gsamen Neber-
vernunft gereinigten und bewahrten Christentums war die Grundlage seines Charakters. (Er war ein echter
Biedermann, einfachen Wesens, h�chst bescheiden und gram jeder anma�ungsvollen Ank�ndigung. Er mochte
manchmal rauh erscheinen, aber bald wurde auch der Fremde inn�, da� der tiefe Grund feiner Seele voll G�te und
Teilnahme war, die aber jedes S��tun verschm�hte." Die IDatjI der Can�gr�fin Georg fiel auf ihn wohl deswegen,
weil er sich um die Hebung der st�dtischen 2Tl�6djetifc^uU in Varmstadt ein gro�es Verdienst erworben halte und
dadurch bekannt geworden war. Den Unterricht bei der Prinzessin
Cuife hat er zum mindesten schon im Jahre \?^ �bernommen.
In einem Schulheft vom 3\. Januar dieses Jahres begegnen wir
juin ersten Male feinem Hamen. Die Prinzessin sagt bort: �Ich
werde die nehmliche antwort machen a?s der Herr Frey gelehrt,
main prefeptor zu Darmstadt". 1 Pie Dankbarkeit ist ein Grundzug
im Charakter der K�nigin. Auch Frey gegen�ber bringt sie es sp�ter
noch mit herzlichen Worten zum Ausdruck, da� sie ihm viel verdankt
und gern feiner denkt. Auf ein Gl�ckwunschschreiben, das dieser ihr
zur Thronbesteigung gesandt hatte, antwortete die dankbare Sch�lerin
unter dem 20. Dezember 1,7^?.-
�Innigst ger�hrt Hab' ich Ihre wohlgemeinten w�nsche f�r
mein Gl�ck, welche Sie mir inIhrem Schreiben vom 6. dieses
abgestattet, gelesen, auch bin ich von Ihrer aufrichtigen Cheilnahme
an allen Begebenheiten meines Lebens auf's vollkommenste �berzeugt;
ich danke Ihnen f�r selbige hiermit auf das verbindlichste und
wiederhole zugleich die Ihnen oft gegebene Versicherung, da� Religion
und Tugend meinem Herzen best�ndig theuer, und die Eindr�cke der-
selben nie bei mir erl�schen sollen, fest �berzeugt: da� nur auf diesem
Salome von Gelicu, Erziel'�!� hrt H�ntgiti CuiiV. tnirtfaturbilbnls
Im 9efHjf poti jtaii polt en S^ulljcfteti der prinjeffiti behalte ich ihre Orthographie bei� da sic f�r ilnc
Sprechweise sowohl wie f�r ihre Fl�chtigkeit charakteristisch ist. Pic JJit terpmtf tient �ndere ich, &a sie in den tieften oft aait3 fehlt oder bas
l?erst�nd!U3 i�es (Erstes sehr erschwert. � �?0 nach der Al'schrifl, die sich im Malbuch, einer archwalischcn KoKeftaneen-Santmlung des
Pfarramtes 311 Gros; vi?l,erai>, befindet imd danach in dem schon erw�hnten Artikelder Aligem. Rircheilzeitimg roie&crgegeben ist. Kreyotibcrg
in seiner Schrift: Luise, K�nigin non Preu�en, ihre ethische und p�dagogische Scbcutung. 5. (0. Berlin l�94, 1111& nach ihm IC�fel, Die
K�nigin lnise in ihreu Briefen. 5. 2^. Meine! (900, gebe� einen etiras abweichenden Tcrt und a?s �?dtitm den 28. Dezember. Mb
Krcycnbcr� nach dein Vriginal des Briefes zitiert und wo sich dieses befindet, habe ich nickt feststellen k�nnen. M�glicherweise beruht frit
verschiedene Version auf einer verschiedenen �bersetzung des franz�sischen Griginals. � � t>gl. den Aufsatz non pfarrer Rracmer, Gro�
Steberau, in Nr. 533 der Doff. Zeitung vom iy\o.
QoljtnicUtrn� Jahrbuch 1910. 17
        
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