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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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der Prinz kuitpold von Bayern, den Fedcrhut in der Hand, und die beiden jugendlichen Prinzen Wilhelm von W�rttem-
berg, a?s premierleutnant im Garde-Husaren-Regiment, und Gtto von Bayern, als bayerischer ChevaurkZers, die
beiden sp�teren K�nige, Dot dem Haut-pas steht Bismarck, die verlesene proclamation senkend, in� blauen A�rassier-
waffenrock; ganz korrekt war dieser Anzug nicht, wie der K�nig bemerkte: Vismarck h�tte &en wei�en Aoller zu
dieser Festfeier anlegen sollen! Diesen tr�gt Bismarck denn auch auf dem Bilde von Anton von Werner in der
Ruhmeshalle des Zeughauses �der malerischen Wirkung wegen", mit Zustimmung des Kaifers, der sonst solche historische
Ungenauigkeiten nicht durchzulassen pflegte. Aber eine historische Inkorrektheit findet sich auch hier auf unserem Bilde,
sogar auf besondere Anordnung des Kaiferst neben Moltke ist hier, wie auf Anton von werner's Gem�lde, Roon
dargestellt, obwohl dieser tats�chlich durch Arankheit am Erscheinen verhindert war: den dritten seiner Paladine mochte
der Kaifer gerade auf diese,� �Albumblatle" nicht missen I Rechts im Hintergr�nde sind Vlumenthal und der bayerische
General Jakob von Hartmann sichtbar, davor, im Frack mit Ordensband, der Staawminister Rudolf Velbr�ck, der, unter
23tsmarcTs Acgide, die Verhandlungen mit den s�ddeutschen Staaten �ber den Anschlu� an das Deutsche Reich gef�hrt
hatte; sonst m�chten wir auf die Bezeichnung einzelner Personen verzichten, so gewi� auch noch manche Portr�t-
�hnlichkeit zu konstatieren w�re. Die Bewegung in den Gruppen der Offiziere und der Holdaten ist hier wirkungsvoll,
ja packend, zum Ausdruck gebracht, in frappantem Gegensatze zu der musterhaft korrekten Diensthaltung der beiden
Gardes --du -Corps
-Posten vor der Estrade.
Der Tag der Aaiser- Proklamation war wirklich, aller Besorgnisse zum Trotz, ungest�rt vom Feinde gelassen
worden. Aber bereits am n�chsten Tage brach der Sturm los, der letzte Ausfall der Pariser, dsr zur �Schlacht am
Mont Valerien" f�hrte. Dieser Nampf rief nat�rlich auch den Aaiser zu seinen Truppen hinaus; dies zeigt das
76. Bild, von Fritz Schulz: �^9.Januar auf der Plattform des Aau�ducts von Marly".
Dieser von kudwig XIV. zur Speisung der versailler Wasserk�nste bei Marly-le-Roi, etwa 1 Meile n�rdlich
von Versailles, auf einem H�gel m hoch �ber dem Semetale erbaute Wasserturm bietet, gerade gegen�ber dem
Mont Valerien gelegen, eine umfassende Aussicht �ber die weite, bedeckte Ebene und Paris. Der franz�sische Angriff
kam, durch Stockungen bei der Entwicklung der inBewegung gesetzten Massen, erst am Vormittage zu voller Geltung;
gegen 1 Uhr mittags fuhr der A�nig mit Eskorte zu diesem Beobachlungspunktc, wo sich allm�hlich s�mtliche h�heren
St�be versammelten. Das Artillerie- und Infanterie-Gefecht in der Ebene vor dem Mont Valerien konnte hier gut
verfolgt werden; man war hier ziemlich weit vom Schu�, wenn auch einige Granaten, in der N�he einschlagend, wiederum
nicht fehlten: auch ein Raisergru� f�r die neue W�rde, die eben auf dem Schlachtfelde hatte gewonnen werden m�ssen!
Der franz�sische Ausfall scheiterte noch vor den deutschen Hauptstellungen, das V. Armeekorps hatte gen�gt,
dem Anst�rme zu widerstehen, trotz vierfacher feindlicher Neberlegenhcit. Nat�rlich waren aber auch die anderen
Truppen in Versailles alarmiert, und die Stadtbewachung durch eine bayrische Brigade und Garde-tandwehr abgel�st
worden: Jubelnd begr��ten diese Truppen ihren Amser, als er um 5 Uhr nachmittags wieder zur�ckfuhr � auch
diesmal als Sieger.
Auf unserem Bilde bringt dem Aaiser, der die Rarte in der Hand h�lt, ein Ingenieuroffizier eine Meldung;
hinter dem Aaifcr steht Moltke. Unter der F�lle der Anwesenden finden wir wieder die oft genannten Pers�nlichkeiten:
rechts, an die Br�stung gelehnt, Prinz Aarl, unweit des hellgelben, zeltartigen Pavillons, der als Observatorium diente;
links den Herzog von Roburg mit seiner gelbgestreiftcn wei�en R�rassierm�tze � 2 la Vismarck.
Unter dem blauen Himmel liegt das reichangebaute Tal und die Stadt Paris ganz in blauem Vunfte, das
Gefecht markieren die aufsteigenden Rauchwolken, auch von dem donlinierenden Mont Val�rien scheint es herabzudonnern.
Bei aller Anerkennung der hier von den Franzosen gezeigten Tapferkeit erkannte der A�nig doch, da� diese
Araft�u�erung nur der Anfang vom Ende sei; und wirklich erschien auch bereits am 23. Januar Jules Favre in
Versailles zu Unterhandlungen, die am 28. Januar zum Abschl�sse eines Waffenstillstandes f�hrten.
An diesem Tage also konnte der Aaiser als Sieger auch auf das bezwungene Paris herabblicken; so sehen
wir ihn auf dem ??. Bilde, von Fritz Schulz: �28. Januar Batterie Nr. (. vor Paris".
        
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