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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Der K�nig trat am 3. Juni 869 eine Inspektionsreise nach den neuen Provinzen an, �ber Hannover nach
Bremen, wo er in Bremerhaven der Abfahrt der deutschen Nordpol-Expeditions-Schiffe �Germania" und �Hansa"
beiwohnte, nach Oldenburg, �berall herzlich, oftmals enthusiastisch von der Bev�lkerung begr��t. Wer deutsch empfand,
der f�hlte mit dem Dichter der �Heroldsrufe", was die Siege K�nig Wilhelms f�r das ganze deutsche Vaterland bedeuteten:
�Im engen Seit schlich unser keben
�Vereinzelt wie der Vach im Hand;
�Da hast bu uns was noth gegeben
�Pen Glauben an ein Vaterland.
�Vas sch�ne Recht, uns selbst zu achten,
�Das uns des Auslands Hohn verschlang,
�Hast du im Donner betner schlachten
�Uns heimgekauft, 0 habe Vank!"
Am morgens Uhr fuhr der K�nig von Oldenburg nach Heppens, begleitet von den Gro�hcrzogen
Peter von Gldenburg und Friedrich -"Franz von Mecklenburg-Schwerin und dem Herzoge Elimar von Oldenburg;
in dem zahlreichen Gefolge befanden sich Vismarck und Moltke. Auf den� Bahnhofe zu Heppens empfingen den
K�nig Prinz-Admiral Adalbert, Roon und Admiral Jachmann; die Ehrenwache gab die See-Artillerie. Trotz heftiger
Regenschauer machte die Stadt im sch�nsten gr�nen und blumenreichen Festschmucke, mit Flaggen und Wimpeln,
Ehrenpforten und festlich bewegten Menschenmassen einen wohltuenden Eindruck. Auf der spitze des n�rdlichen
Molenkopfes war ein kaub- Pavillon, �ein zierlicher kaubtempel", errichtet, den wir auf unserem Bilde sehen. Als
hier die K�nigsftagge aufgezogen wurde, zerteilten Sonnenstrahlen das schwere Gew�lk und es erdr�hnte das Salut-
schie�en der Kriegsschiffe von der Reede her. hier lagen der Aviso �Adler", die K�nigliche Jacht �Grille", das
Panzerfahrzeug �Prinz Adalbert" und die �Arcona" (vgl. Bild Hy), daneben aber das zur Begr��ung hierhergesandte
Englische Panzerschiff �Minotaur", ein F�nfmaster mit HO Gesch�tzen und 750 Mann Besatzung, das st�rkste Schiff
der Kanalfiotte, unter Kapit�n Goodenough. Welche Wandlung seit 20 Jahren! 5 3^9 hatte tord palmcrston erkl�rt,
die deutsche schwarzrotgoldene Flagge nicht mehr anzuerkennen als eines Seer�ubers Farben: der schwarzwei�roten
Flagge K�nig Wilhelms brachte England seine donnernden Gl�ckw�nsche dar!
Nun verlas der Geheime Admiralit�tsrat Jacobs eine kurze Geschichte der Entstehung des Hafens, die der
Hafenbaudirektor Goeker auf der ausgebreiteten Karte erl�uterte. Dann aber nahm Roon das Wort zu der
bedeutungsvollen Taufrede:
�Euer Majest�t stehen auf einem dem Meere abgewonnenen Boden, einer Schutzwchr, welcher die deutsche
Nation vertrauen kann. Preu�en bringt mit diesem Kriegghafen eine Morgcngabe dem Bunde, den es aufgerichtet
hat als einen Bund der Gemeinsamkeit und des Anschlusses an das gro�e Deutschland, was des K�nigs Auge von
diesem Punkte erschaut, erscheint als ein neues Denkmal der Kraft des Vaterlandes und zugleich als ein neues Pfand
f�r das Gedeihen und die wachsende Gr��e desselben. Euer Majest�t haben zu genehmigen geruht, da� der Name
dieser St�tte zur Genugthuung aller Getreuen, zur besonderen Befriedigung Euer Majest�t getreuester Flotte, die hier
vorzugsweise zu wirken, die sich hier zu bergen und zu r�sten hat, der Mitwelt und der Nachwelt das Ged�chtni�
des Monarchen zur�ckrufe, unter dessen machtig wachsendein Scepter dies gro�e Werk � nach dnizshnj�hngem,
flei�igem und hartem Kampfe mit den Elementen � bis Hieher gediehen ist. So verk�ndige ich denn, da� von
dieser Stunde an dieser Hafen und die mit ihm werdende Stadt �wilhelmshaven" hei�en soll, �wilhelmshaven"
hei�en wird f�r alle Zeiten."
In seiner Antwort lenkte der K�nig, piet�tvollen Sinnes, die Aufmerksamkeit auf die Vergangenheit!
�Vergessen wir �ber dem durch Ausdauer gl�cklich erreichten Erfolge nicht der Zeit, wo dieser Hafen eigentlich
gegr�ndet wurde. Denn mein in Gott ruhender Bruder war es, der zuerst den Gedanken gefa�t. Aber die Ver-
h�ltnisse Deutschlands gestatteten damals noch nicht, einen Kriegshafen auf deutschein Boden zu bauen. Jetzt haben
wir es erreicht, und zwar durch das Entgegenkommen unseres Bundesgenossen, des Gro�herzogs von VIdendurg.
(Vhne dieses Entgegenkommen m wirklich deutschem Sinne w�ren wir nicht dahin gelangt. Mit freudiger Zuversicht
sehe ich der weiteren Entwicklung und Zukunft unserer jungen deutschen Marine entgegen. Ich freue mich, den
heutigen Cag erlebt zu haben."
i',�
        
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