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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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zu dessen lebhafter Freude, da er die {Truppen trotz des grundlosen Bodens
�
der Regen wich erst am Vormittage
sch�nen: Vetter � in pr�chtigster Verfassung fand und sich durch das freudige Hurra der Begr��ung so recht von
Herzen erhoben f�hlte. Den, General von Heiwarth verlieh er den Schwarzen Adlerorden.
Am 3^. Juli morgens um 6 Uhr fuhr der A�nig von (adendorf, wo er im Uhevenh�llerschen Schlosse
�bernachtet, auf das Marchfeld zu. Bei dein Marktflecken Wolkersdorf, etwa vier Meilen nordnord�stlich von Wien,
an der gro�en Chaussee Brunn �Wien, verlie� der Ao'nig den wagen; auf einer H�he hatten die preu�ischen Vorposten
ein Observatorium errichtet, das einen umfassenden Blick auf Wien und das Donauta! darbot. Zu diesem Punkte
begab sich der A�nig; im hellsten Sonnenscheine lag die Kaiserstadt vor ihm, die Hofburg, der St. Stefansdom, das
Arsenal waren deutlich zu erkennen, auch die �Florisdorfer Linien", die schwachen verschanz ungen, die jetzt in aller
Hast vor Wien errichtet worden waren, aber schwerlich ausreichenden Schutz gegen einen ernstlichen Angriff gew�hrt
h�tten. �Es ist mir sehr schwer geworden, meiner Armee den wohlverdienten Einzug in die Hauptstadt zu versagen.
Aber der Ministerpr�sident hatte recht, dies Opfer im Hinblick auf die Zukunft von mir zu fordern": so gab dann
der R�nig den Gef�hlen Ausdruck, die ihn bei diesem Anblicke bewegt hatten. Er war weiter gekommen in vier
Wochen, als Friedrich der Gro�e in seinen drei Schleichen Ariegen!
Unser Bild zeigt die reizvolle Landschaft mit den bl�ulichen Bergen unter lichtblauem Himmel. Das Gefolge
hat sich ehrfurchtsvoll zur�ckgezogen, der A�nig blickt allein, sinnend auf das H�usermeer der Aaiserstadt; eilig bringt
der keibj�ger, in gr�ner tivree, ein Fernglas herbei. Rechts h�lt eine Vedette �Dragoner mit schwarzen Aufschl�gen;
links ziehen Ulanen den Hohlweg hinunter nach Wolkersdorf mit seinem stattlichen Schlosse.
Und nun ging's weiter, nach G�nserndorf, noch f�nf Meilen nord�stlich von Wien, an der kunoenburger, von
Brunn und von Glm�'tz kommenden Eisenbahn, an der Stra�e nach Wagram. Zwischen jenem Dorfe und Sch�nkirchen
waren auf einem Plateau von der I.Armee das III.und IV. Armeekorps und das Aavallerie-Aorvs, 60000 Mann
mit �ber 200 Gesch�tzen, unter Befehl des Prinzen Friednch-Aarl in Parade aufgestellt, ihren Kriegsherrn erwartend,
wie es das 5Y. Bild, von Fritz Schulz: �Die gro�e Heerschau vor Wien bei G�nserndorf und Sch�nkirchen" darstellt.
Die Truppen standen, den linken Fl�gel an die Eisenbahn Wien � Pre�burg gelehnt, in vier Treffen, die
Infanterie in Aompagmcfront-Aolonnen, die Aavallerie in Eskadrons-Aolonnen. Mit begeistertem Hurra begr��t,
ritt der U�mg die Fronten ab; dann erfolgte der Vorbeimarsch in Aompagniefroilt-Aolonlien, in Eskadrons und in
halben Batterien. Der A�nig fand die Truppen in �merkw�rdig sch�ner" Verfassung, und er war besonders erhoben
durch den unbeschreiblichen Ausdruck von Verehrung, der ihm von den freudigen Gesichtern der Soldaten entgegen-
strahlte. Mit herzgewinnenden Worten sprach dann der A�nig den versammelten Generalen und Stabsoffizieren seine
Befriedigung aus �ber den vortrefflichen Geist im Feldzuge wie �ber die Haltung der Mannschaften an: heutigen Tage.
Unser Bild zeigt den Moment der Begr��ung des Romas durch den Prinzen Friedrich -Aarl, der, einen
Hellbraunen reitend, im schwarzen Attila der 4. keib^Husaren, deren 2. Chef er war, seinem Vheim die Hand k��t.
Das beiderseitige Gefolge ist gleichsam durch die beiden Strohfanale gelrennt, neben welchen Adjutanten halten, als
Richtungspunkte f�r den Parademarsch, zu dem die Kolonnen sich formieren. Rechts im Hintergrunde haben sich
auch einige tandleute in bunten Trachten als Zuschauer eingefunden, und sogar eine Equipage mit Damen � aber
auch nur eine einzige!
�Auf wiedersehen im vaterlande": mit diesen Worten nahm der A�nig vom parabefelde Abschied; kaum
f�nf Wochen nach seinem Auszuge kehrte der sieggekr�nte Kriegsherr nach Berlin zur�ck � in die Hauptstadt des
Norddeutschen Bundes, nun auch im Inneren Sieger, wie er es den �u�eren Feinden gegen�ber gewesen war.
�Vurch die Viktoria seid Ihr hier eingezogen,
�Viktoria, stolz auf Euch, blieb Euch im Kampf gewogen,
�Luern ersten Feldherr�, unfern tapfern K�nig an der 5pitze,
�Ichlugt Ihr Luch brav
�
Nachkommen des alten j"tt�e!
�?s bew�hr? fortan f�r Preu�en sich auch stets
�Das gefl�gelte ?chlachtwort: 2)em K�nig tj'r�ttiV:
        
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