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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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Das Geh�lz links im Hintergr�nde ist wohl der Britzacr Wald, bis an dessen Nordostrande der K�nig dann
noch vorritt, ?infs die Gruppe �sterreichischer Gefangener in bunten Uniformen, hinter denen ein preu�ischer J�ger
ein b�umendes f>ferd h�lt, gibt einen wirkungsvollen Abschlu�.
Das 56. Vild, von Gskar Wisnieski: �Am Nachmittage des 3. Juli zeigt uns den A�nig in
vollster Siegesfreude, seine siegreichen, jubelnden Truppen begr��end. Auf seiner �Sadowa" dahinsprengend, hinter
sich seinen Vismarck und seinen A?oltke, winkt er mit der Hand den um die eroberten �sterreichischen hellgelben Gesch�tze
geschalten Soldaten seiner Garde seinen A�niglichen Dank zu.
Der Gfsizier ganz links, mit gezogenem S�bel salutierend, ist wohl der Hauptmann Bernhard von Ge"lieu vom
Garde-Sch�tzen-Bataillon, der letzte �Neuchateller" Hohenzollern -Jahrbuch S. 66, beim 28. Vilde), der den
A�nig schon beim Ausr�cken aus Verlin mit den: alten I�gerrufe: �Vive le Ko^!" begr��t hatte. Neben den Garde-
Sch�tzen stehen links und rechts Garde-F�siliere: sie hatten gemeinsam �sterreichische Achtpf�nder im Feuer genommen;
Helme und M�tzen heben sie auf den Na^onettspitzen empor, im Hintergrunde schwingen rote Zielen Husaren jubelnd
ihre siegreichen Alingen. Es ist die Szene, welche sich unweit von kangenhof, 1, Km n�rdlich von Stresetitz, abgespielt
haben wird, die der A�nig selbst in seinem A�niggr�tzer Vriefe an die A�nigin schildert, wie er zu den Garde-F�silieren
kommt, die (sic!) Gesch�tze genommen: �Der Jubel, der nun ausbrach, als diese Truppen mich sahen, ist gar
nicht zu beschreiben, die Offiziere st�rzten sich auf meine H�nde, um sie zu k�ssen, was ich diesmal gestatten mu�te,
und so ging es, allerdings im Aanonen-Feuer, immer vorw�rts, und von einer Truppe Zur anderen und �berall das
nicht endenwollende Hurrarufen. Das sind Augenblicke, die mau erlebt haben mu�, um sie zu begreifen, zu verstehen!"
Unser Bild ist k�nstlerisch konventioneller, k�lter, weniger aus der Wirklichkeit heraus gemalt, als die drei
anderen A�niggr�tz-Vilder von Fritz Schulz, der eben mit dabeigewesen war! Aber neben seiner Sch�tzung als
Stimmungsbild, hat es, f�r den A�nig und f�r seine Soldaten, doch auch seinen sachlichen wert.
Auf diesem Ritte, den der A�nig immer weiter und weiter ausdehnte, sich gleichsam nicht trennen k�nnend
von seinen Truppen � hatte doch die preu�ische Strategie erreicht, da� tals�chlich die s�mtlichen neun Armeekorps,
bis auf die im Westen k�mpfende 5 5. Division, auf diesem einen Schlachtfelde sich zusammengeschlossen hallen � war
es auch, da� der A�nig wiederholt, und noch gefahrdrohender als auf der H�he von Dub, in feindliches �sehr heftiges"
Granatfeuer geriet, aus dem ihn, wie er selbst der A�nigin schreibt: �Vismarck ernstlich entfernte". Diesen Vorgang
erz�hlt wieder Aeudell mit greifbarer Anschaulichkeit: �Huer vor dem Walde von Tharbusitz (Vritzaer Wald genannt),
in der Richtung von Westen nach Vsten, ritt der A�nig mit Gefolge im Trabe �ber ein bl�hendes Kleefeld. S�dlich
von, Walde mu�te sich eine feindliche Batterie vostirt haben, denn es kamen Granaten �ber die Tannenwipfel und
fielen im Felde nieder. Bismarck ersuchte Roon und sten Generaladjutanten Gustaf von) Alvensleben, dem A�nige
die gro�e Gefahr vorzustellen. Veide lehnten es ab mit den Worten: �Ver A�nig kann reiten, wo er will." Da
galoppirte Vismarck schnell heran und sagte: ,,Wenn Euer hier einen Schu� erhielten, w�re ja die ganze
Siegesfreude dahin; bitte inst�ndig dieses Feld zu verlassen." Der A�nig wendete schnell nach links in einen Hohlweg,
welcher hinter eine H�gelreihe f�hrte. Nach wenigen Galoppspr�ngen war man au�er Gefahr. Ich hatte f�nf Granaten
zwischen den Pferden der Stabswache in den Alee niederfallen gesehen und zwei vor dem Aopfe meines Oferdes
vorbeizischen geh�rt. Es schien wie ein Wunder, da� keines der Geschosse geplatzt und Niemand verletzt worden war."
Da� Vismarck hierbei der Stute �Sadowa" einige kr�ftige St��e in die Weichen versetzt habe, um ihre Gangart zu
beschleunigen, mag wohl eine ausschm�ckende �bertreibung sein.
Den sch�nsten Abschlu� des sch�nen Tages stellt das 57. Vild dar, das letzte der A�mggr�tz-Vilder, von
Fritz Schulz: �Am Abend des I.Juli 1666", die Begegnung des A�nigs mit dem Aronprinzen, wirklich ein
Stimmungsbild, dieses erste Zusammentreffen von Vater und Sohn seit dem Ariegsbeginne, des Oberfeldherrn mit
dem die Entscheidung bringenden Arrneef�hrer. Auf einer wiese n�rdlich von f?roblus fand dieses wiedersehen statt,
gegen 8 Uhr abends, von den Strahlen der untergehenden Sonne beleuchtet. �Im langen Galopp, so berichtet
        
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