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Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

Full text: Die Aquarell Sammlung Kaiser Wilhelms I. : Ein Beitrag zu seiner Lebensgeschichte

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doch hinter die Elbe zur�ckgegangen seien, so da� morgen ein Schlag ins Wasser gesch�he. Vald nach Mitternacht
ritt der Fl�gcladjutant Oberstleutnant Graf Finckensiein mit dem schicksalsschweren Vefehle des K�nigs zum
Kronprinzen nach K�niginhof.
Aach kurzer, und wohl nicht sehr sorgloser Nachtruhe fuhr der K�nig am I.Juli niorgens um 5 Uhr von
Gitschin in den k�hlen Nebelregen hinein � dem K�nigssiege von K�niggr�tz entgegen! Ueder Moritz, wo das
III,Armeekorps biwakiert, und �ber Milowitz war gegen Nhr Klenitz erreicht, nur 3 lim vor dem im Vistritz-
tale gelegenen Sadowa, wo die vorausgeschickten Pferde bestiegen wurden. Ver K�nig ritt die pr�chtige Trakehner
Rappstute �Veranda", die von diesem Ziegestage den Namen �Sadowa" empfing; gegen 8 Uhr war er mit seinem
Gefolge und der Stabswache auf der H�he nord�stlich von Dub, wo der Prinz Friedrich-Karl mit seinem Stabe
bereits hielt, von der zum Gefecht sich entwickelnden 8. Division vom IV.Magdeburgischen Armeekorps mit begeistertem
Hurra begr��t. Aber auch die Gesterrcicher sandten den: K�nige einen Morgengru� in Gestalt einer Granate, die
nur etwa 25 Schritt vor dsm K�nige einschlug, gl�cklicherweise in dem weichen Voden ohne zu platzen. �Vas danke
ich Ihnen, nieine Herren", meinte der K�nig zu der ihn umgebenden Reiterschar; und der Fl�geladjutant Graf
kehndorff rief: �Suite sich zerstreuen". F�nf Granaten z�hlte der Schlachtenmaler Fritz Schulz, der sich an dieser Stelle
�Studienhalber aufhielt", welche in direkter Richtung auf den K�nig hier einschlugen.
Diese Situation stellt das 5H. Vild, von Fritz Schulz, dar: �Am Morgen des 3. Juli das erste
der vier dieser K�nigsschlacht gewidmeten Aquarelle. Unter dem scharfen Strichregen scheint der K�nig eben sein
Pferd zu parieren. Ver General links von ihm ist wohl der Kommandeur der 8. Vivision, General August von H�rn;
der mit seinem Adjutanten, Premierleutnant von V^ern, von rechts heraufreitende General wohl der Kommandeur der
zu dieser Division geh�renden Vrigade, Julius von Vose. General von H�rn scheint auf die Granaten zu deuten,
die, vor den am Fu�e des H�gels haltenden Th�ringischen 5. Ulanen einschlagend, den gelben Schlamm heraufspritzen
lassen. Hier soll H�rn, wie Fritz Schulz erz�hlt, dem K�nige zugerufen haben: �Ich beschw�re Euer Majest�t, diesen
Platz zu verlassen, denn der Feind enfiliert die Chaussee auf das heftigste." Jedenfalls blieb der K�nig ruhig halten,
big er nach einiger Zeit weiter vorritt, auf den Rozkosberg, nur 800 ni nordwestlich von Sadowa, ohne Zweifel,
um n�her an den Truppen und am Feinde zu sein, wenn auch dieser, etwa 25 m niedrigere Standpunkt nicht so
geeignet war zur Leitung der Schlacht, wie die H�he bei Dub, vor allem, weil die Aussicht nach der Anmarschrichtung
des Kronprinzen hin hier verdeckt blieb � auch ohne �en lange anhaltenden �Nebel von Thlum". kinks hinter dem
A�nige reitet der Prinz Friedrich-Karl heran, auf braunem Hengst, im blauen Interims-Attila und der roten M�tze
der Zielen -Husaren; M�tzen tr�gt auch sein Stab, w�hrend der K�nig und das �Gro�e Hauptquartier" den Helm
tragen. Im Gefolge des K�nigs erkennen wir im Mittelgr�nde links den Prinzen Karl von Preu�en, daneben
Moltke und Vismarck, als Major des ?. Schweren kandwehr-Reiter-Regiments, beide mit hochgeschlagenem roten
resp. gelben Mantelkragen; weiterhin, durch seinen Zweimaster und die gr�ne Uniform hervorstechend, den Russischen
Milit�r-Bevollm�chtigten General Graf Kutusoff, hinter welchem der Charakterkopf Roon's hervorblickt. Ver von
rechts an den K�nig heransprengende Adjutant ist wohl Graf Tehndorff. Die auffahrende Artillerie, die etwas
unruhig werdenden Ulanen, geben ein treffliches, kriegerisches Vilo der anhebenden Schlacht, wie denn �berhaupt
gerade dies �Albumblatt", das der K�nig noch ein zweites Mal ausf�hren lie�, um es dem Prinzen Friedrich-Karl
am Jahrestage der Schlacht zum 3. Juli zu schenken, nach jeder Richtung hin, auch k�nstlerisch, zu den wohl-
gelungensten unserer Sammlung geh�rt.
Mit seiner Ankunft auf dem Schlachtfelde �bernahm der K�nig naturgem�� selbst den �Oberbefehl; sollten
doch alle drei Armeen, neben der I. und der II. auch die Elbarmee, zur Entscheidung zusammenwirken. Der K�nig
befahl der I.Armee, sofort den Angriff auf die Vistritzlinie zu unternehmen, den der Prinz Friedrich-Karl lieber
nach hingehalten h�tte, uni seine Kr�fte f�r den Entscheidungssto�, nach dem Einwirken der II.Armee, aufzusparen.
Aber der K�nig, in �bereinstimmung mit Moltke, legte die Entscheidung der Schlacht auf die Flankenangriffe der Kron-
prinzlichen und der Elbarmee, und wollte deren Wirkung durch scharfes Anfassen der Gesterreicher in der Front erleichtern.
        
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