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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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Nachdem Schlo� Gttmachau am 52. Januar kapituliert hatte, r�ckte Schwerin weiter nach Vberschlesien vor,
w�hrend Friedrich selbst den freilich vergeblichen Versuch machte, Nei�e zur NeberZabe zu Zwingen. 3 einem
Briefe �ieser Cage L wiederholte ihin der K�nig: �?ebcn Sie wohl, mein Freund; Sie gehen, von meinen W�nschen
begleitet. Schonen Sie Ihre P^rfon und bewahren Sie mir einen Freund, dessen Verdienst ich sch�tze und dessen
Person ich liebe." Am 21- besetzte Schwerin I�gerndorf, am 25. Tropvau; zwei Tage spater hatte er noch cm
kleines Gefecht mit den nach ?Tta^rcn zur�ckweichenden Vesterreichsrn zu bestehen. ?T?tt Ausnahme von Glogau,
Vrieg und Nei�e befand sich ganz Schlesien in preu�ischer Hand. Als Friedrich Ende des Monats nach 23erlin heim-
kehrte, �bertrug er dem Feldmarschall den Oberbefehl �ber Schlesien. �Ich habe volles Vertrauen zu Ihnen," so
sagte er in der Groer, in der er Schwerins weiteres Verhalten regelle, �und reise beruhigt ab, indem ich Ihnen mehr
als ailes in der Welt die Sorge f�r meine Truppen und deren Erhaltung, die meinem Herzen am n�chsten liegt,
empfehle, (eben Sie wohl, lieber Freund, Sie k�nnen immer auf meinen Veistand und meine v�llige Freundschaft
rechnen." 2 Un� zwei Tage sp�ter, am 26., sprach er ihm unter voller Anerkennung seiner Verdienste seinen Dank f�r
die �ruhmvolle Art" aus, mit der er den Feind aus Schlesien verjagt habe.^
Vei Aufstellung des Feldzugsplans f�r das Jahr 5 ?H 5 waren der K�nig und sein Feldmarschall darin einig,
da� es darauf ankomme, zun�chst die noch in Feindes Hand befindlichen schlesischen Festungen zu nehmen, um als-
dann, je nach den Umst�nden, den Angriff des Gegners zu erwarten oder ihm selbst zu keibs zu gehen. Auf den
Gedanken Schwerins, den Krieg weiter nach 2N�l?rcn zu tragen, ging aber Friedrich nicht ein. Auch bei �cr Fest-
stellung der einzelnen Operationen ergaben sich ernstere Meinungsverschiedenheiten. Bereits am 22. Februar traf der
K�nig wiederum aus Verlin in Aegnitz ein. Da er sein Heer enger zusammenziehen wollte, befahl er alsbald dem
Feldmarschall, das kand Teschen, dann auch Trovpau und Ratibor zu r�umen; darauf sollte Schwerin seine Truppen
bei I�gern�orf vereinigen und auf die Nei�e zur�ckgehen. Jedoch dieser erhob Gegenvorstellungen; er hoffte, sich bis
Nlitte April in seiner Stellung behaupten, ja, wofern er Verst�rkung erhielte, den Feind zur�ckwerfen und Unter-
nehmung desselben verhindern zu k�nnen. �Schwerin, statt mir zu gehorchen, bat um Verst�rkung", so hat Friedrich
in seinen Denkw�rdigkeiten von sein Urteil �ber dessen Verhalten streng formuliert, um es in der zweiten Fassung
der Memoiren, rund 30 Jahre sp�ter, dahin zu mildern, da� Schwerin �nicht seiner Meinung gewesen sci".^
Der K�nig gab nach. Auf das Verlangen des Feldmarschalls eilte er mit 9 Vataillonen und 8 Schwadronen
nach I�gerndorf; am 29. IN�rz traf er in Neustadt mit ihm zusammen. Da stellte sich heraus, �a� ber General
�weder von denen rechten Umst�nden noch viel weniger von der Intention des Feindes informiret war". Schon zu
Anfang des Monats hatte Friedrich ernst ger�gt, da� jener sich nicht genug der Spione bediene. � Erst am 2. April
gewann die preu�ische Heeresleitung durch die Aussage feindlicher Ueberl�ufer Aufkl�rung �ber die Bewegungen der
Vesterreicher. Schwerins Glaube, da� sie l�ngs der schlesischen Grenze von Ungarn bis B�hmisch -Vraunau zerstreut
standen?, und da� er in seiner Position ihnen den Weg nach Schlesien sperren k�nne, erwies sich als gefahrlicher
Irrtum; denn sie waren bereits auf dem Marsche nach Nei�e und drohten, das kleine Korps bei I�gerndorf von den
�brigen preu�ischen Streitkr�ften in Schlesien abzuschneiden und zu erdr�cken. Schnell entschlossen trat der K�nig den
R�ckmarsch an, unterwegs seine verstreuten Gruppen von allen Seiten an sich heranziehend. Bereits f�r den 9. rechnete
er auf den Zusammensto� mit den Vesterreichern ; allein das Schneewetter, das an diesem Tage herrschte, veranla�te
ihn, den Angriff auf den folgenden Morgen aufzuschieben.
Der Ehrentag Schwerins brach an. Eine heftige Kanonade der Preu�en er�ffnete den Kampf. Da brachen
die �sterreichischen Reiter von Mollwitz her in st�rmischem Angriff los und fegten die preu�ische Kavallerie des rechten
1 Vom 58. Januar !7. 4, S. 223; Leipzig ;8?9)i Redaktion (775 (?uvres, Nd. 2, 5.69).
� * Schreiben an F�rst
leopold, ,i.April 575; (vgl. Generalstabswerk, leil1/ Vd. 5, 5. 558 Anm. 4). � � Vgl.Generalstabsweik, TeilI, Vd.,, 5. 22h. �
T vgl. Publikationen, Vo. 5, 5. 224.
        
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