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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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Vergegenw�rtigen wir un* endlich das Verh�ltnis zwischen den: K�nig und Schwerin, so ist unbestreitbar, da�
Friedrich ihm 511 Anfang seiner Regierung das denkbar gr��te Pertrauen geschenkt hat. Za, er nahm es hiu, wenn
Kurt-Christoph bisweilen auch einen etwas hofmeisterlichen Ton anschlug. Als aber Me schweren Erfahrungen des
Jahres U^l auch Friedrich 511 einem Meister des Krieges geinacht hatten 1, da begann das urspr�ngliche Verh�ltnis
sich 511 wandeln. Nicht etwa, da� der K�nig ihn als entbehrlich betrachtete ober da� er eifers�chtig, wie der Feldmarschall
meinte, ihn absichtlich zur�cksetzte; c? war zum guten Teil eigenes verschulden, dag diesen, den (f5roll (eines obersten
Kriegsherrn zuzog. Dabei verkannte Friedrich, so sehr er auch z�rnen mochte, keinen Augenblick seine gro�en Per
dienste, seine gro�en Eigenschaften, die pers�nliche Nravour und bas k�hne Draufg�ngertum seines UTarfcr/a� Vorw�rts,
wie man auch Schwerin wohl nennen darf, die in der Schlacht ihn unersetzlich �lachten. Den in schmerzlicher Reue
um Vergebung Flehenden nahm er 511 (Gnaden wieder an uub schenkte ihm sein Vertrauen wieder. Aber freilich eine
(Grenze blieb gewahrt. Er hat ihn nicht.
wie IDinterfeldt, an der milit�rischen Vor
bereitling des letzten Krieges teilnehmen
lassen, obwohl er in den kritischen Tagen
des sommers ihn nach Sanssouci
berief, und er hat ihn erst kurz vor seiner
Abreise, �zeitig genug", wie er ihm k�hl
bedeutete, in seine Absichten eingeweiht.
Auch von einem nahen pers�nlicheil
Verh�ltnisse kann man bei Friedrich und
Kurt Christoph kaum sprechen. Er hat
ihm keine Dichtung, wie seinen anderen
milit�rischen Freunden, einem Rotheuburg
oder Keith, gewidmet. Der Vrief, den
er ihm anl��lich des Codes seiner ersten
Gemahlin am Juli ;?5H schrieb
kann uns nicht dar�ber im Zweifel lassen,
da� er ihm innerlich ziemlich fremd gegen
�berstand. Hiu und wieder kam es auch
zu kleinen Reibungen, liebte es doch, nach
l�il^ifmngen Dan V. ihohotniccfi dem Zeugnis des franz�sischen Gesandten
Schwerin, zumal wenn er dein Vecher
etwas zugesprochen, dem K�nige selbst an �ffentlicher Tafel mit allzu hitzigem Widerspruch entgegenzutreten. Vei
alledem fehlt es nicht an pers�nlichen Aufinerksamkeiteu, die Friedrich ihm erweist, bittet er im Fr�hjahr
es sich als �Gef�lligkeit" von ihm aus, da� der Feldmarschall beim Einmarsch seines Regiments zur Revue in Berlin,
entgegen den Nestimmnugen des Reglements, zu Pferde bleibt. Er bezeugt herzliche Teilnahme au der Gesundheit
des greisen Helden. Zumal seil beginn des letzten Krieges wird der Ton, den er anschl�gt, immer w�rmer.
Und wie er ihm gegen�ber zu seinen Lebzeiten mit offener Anerkennung nicht zur�ckgehalten, so hat er, wie
wir vernahmen, den NIancn des Dahingeschiedenen unverg�ngliche Ruhmesworte geweiht und feierlich gelobt ': �Die
1 Friedrich sagt selbst in feinen I'e�kn'iirdiakeiten von \7�<> nul� (775: �Mollwitzfut mon �cole" (vgl. pubfirationen, 23b. 'rcomiell, �Tableaa �le la cour de Berlin", von U-r>( (abgedruckt: Journal de l'Institut historique,
Jahrg. 3, S. 26; paris \836). � * Grdcr rom 20. ZNai 1755 bei Preug, Itrfimbcubaitb 3, S. 252. � r' �L'arm�e n'oubliera jamais que le
mar�chal de Schwerin l'a command�e." (Uns der Instruktion vom ,'.<�. 2IpHI 177'.; �R?gles de ce qu'on exige d'un bon commandeur de
bataillon en temps do guerre"; vgl. ?uvres, i*i>.29, 5. *>.->.)
        
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