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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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an Lebensmitteln, sich wieder nach Sachsen zur�ckziehen. Friedrich schlie�t: �Also von Hrein Unternehmen hangt das
Wohl des Staates ab. Leiten Sie dieses nicht nach meinem willen, wird Ihr Aopf daf�r verantwortlich sein."
Und nicht nur, da� er Schwerin mit feiner Person f�r seinen p�nktlichen Gehorsam haftbar machte, auch an Winter-
feiet erging die geharnischte Erkl�rung, da� er gleichfalls mit seinem Kopf f�r die Ausf�hrung der dem Feldmarschall
erteilten Befehle b�rgen sollet
Am April�berschritt Schwerin der inzwischen getroffenen Abrede gem�� mit seinem Korps die b�hmische
Grenze, und als er noch an demselben Tage melden konnte, da� er bis �ber Trautenau hinaus siegreich vorgedrungen
sei, da antwortete der A�nig am 2^. begl�ckt: �Siehe da, alles geht wundervoll, lieber Marschall. Unser Geheimnis
ist gut beh�tet und der Feind �berrascht; alles �brige wird sich sicherlich ergeben, so wie wir es als Arieggleute voraus-
gesehen haben." 2 Unaufhaltsam und wie es geplant war, vollzog sich der weitere Vormarsch. Durch einen Ritt von
H0 Ailometern, den er an der Spitze von Schwadronen zur�cklegte, gelang es dem Feldmarschall, die Magazine in
Iung-Vunzlau vor der Zerst�rung durch den abziehenden Feind zu retten. Am Mai stand Friedrich dicht bei j?rag,
jedoch lagen die Moldau und die Elbe noch zwischen seiner Armee und der Schwerins. Am 2. verabredete er mit
ihm den Uebergang. Schon sah er sich im Geiste mit ihm vereinigt und die Gesterreicher geschlagen. �Vann, lieber
Freund, werden wir auf Sammet gebettet sein", so rief er begeistert aus und fuhr fort, auf die Fortsetzung des Marsches
nach M�hren, das ja das Endziel des Feldzugsplanes darstellte, und auf den Marsch gegen die Franzosen, den er
selbst unternehmen wollte, anspielend, �Sie werden nach links gehen und ich nach rechts. Sie verstehen mich."^ �wie
ein Windspiel mit gespitzten Vhren" wartete der A�nig aus Schwerin. Am H. war dieser �ber die Llbe gegangen,
und am gleichen Cage setzte Friedrich die Vereinigung mit ihm f�r den 5. fest; denn er selbst wollte in der Nacht die
Moldau �berschreiten. Ein Kanonenschu� sollte ihm anzeigen, wo der Feldmarschall stand. Am 5. meldete Schwerin
den Empfang der Vefehle; er werde sie p�nktlich befolgen, versicherte er und setzte kampfesfroh hinzu: �h�lt der Feind
stand in strag, so schmeichle ich mir, wir weiden ihn mit Gottes Hilfe schlagen." 6 jedoch noch einige unruhige
Stunden waren dem A�nige beschieden, da der Feldmarschall nicht zur Stelle war, als er am 5. am jenseitigen Ufer
der Moldau anlangte. Wie es scheint, war dieser mit seinem Gros stehen geblieben, in Unkenntnis dar�ber, ob der
Uebergang gelungen war und wo die Vereinigung stattfinden sollte; denn der �Offizier, der an ihn mit diesen Nach-
richten geschickt war, wurde von den Vesterreichern abgefangen.? �Der A�nig schickte Patrouillen auf Patrouillen,"
fo erz�hlt auch der Page von f)utlitz in seinem Tagebuchs �allein der Feldmarschall war nicht zu entdecken; denn
derselbe stand drei Meilen von dort ruhig in seinem lager, ohne etwas vom Uebergang des K�nigs �ber die Moldau
zu wissen." Ein �sehr pikantes" Schreiben Friedrichs soll daraufhin an Schwerin ergangen sein. Sicher ist, da� ein
Adjutant, der am Abend des 5. abgesandt wurde, dem Feldmarschall den Vefehl �berbrachte, vermittelst eines Nacht-
marsches heranzur�cken, und so erfolgte am fr�hen Morgen des 6. die Vereinigung beider Armeen bei f)rosek.
Sobald der A�nig Schwerin und winterfeldt �nur den ersten guten Morgen gesagt"^, ritten sie auf die
H�hen von Arosek, die einen guten Ueberblick �ber das feindliche tager gew�hrten. �Der A�nig", so berichtet
winterfeldt", �war gleich determiniret, den Feind anzugreifen, wie auch der Feldmarschall Schwerin nebst meiner
Wenigkeit; nur kam es darauf an, erst ein koch aussindig zu machen, um demselben anzukommen." Da bei der
1 Vericht Schwerins vom \2.\ schreiben des K�nigs an Schwerin und winterfeldt vom <^. April (?57: P. 6., Vd. [$, 3. 50^
nebst Anm. q und 5.505. vgl. auch Generalstabswers, Teillll,So. 2, 5.67.
� '
vgl. P. C., Vd. 5. 523 mit Alim.!..
� �
vgl.
GeneralstabZwerk, Teil III,Vd. 2, 5. 85. � * Friedrich an Schwerin, 2.Mai [757: p. (?., Sb. (5, 3. 2.
� 6 Friedrich an Schwerin,
H.Mai (75?: p. ?27. (Verlin, V.St. 21.)
� 'Vgl. Generalstabswerk, Teil III,Vd. 2, 5. U8f, � 8 vgl. Generalstabswerk.
Teil III, Vd. 2, 5. *78f. � � Cagebuchnoti; des Prinzen Ferdinand von Vraunschweig (vgl.Forschungen zur Vrandenburgischen und
Preu�ischen Geschichte, Vd. u, S. 25'). � 10 vgl. Pauli, Vd. i, 3. �Mi. F�r die 3chlacht vgl.Noser, Nd. 2. 3. soff., und GeneralstabZ-
werk, Teil III, Vd,2, 3. l25ff. � '* Vgl.Preu�, Friedrich der Gro�e, Vd. 2, 3.^5. Durch diese Angabe tvinterfeldts und die Erkl�rung
Schwerins m seinem Schreiben Dom 5. Mai (vgl. oben Anm. 6) wird die legende schlagend widerlegt, da� der Feldmarschall am Morgen
des 6. gegen den Angriff gewesen sei. vgl. auch Uofer, Publikationen aus den K�niglich Preu�ischen Staatsarchive?!, Vd. 22, 5.363*
509 und (leiozig 198^).
        
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