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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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zu verhandeln, lediglich in m�ndlicher Form, wenn man mich dazu erm�chtigen wollte." Da aber an demselben
Tage, an dem Schwerin an Eichel schrieb, der Slaatskanzler Graf Aaunitz dem F�rsten Oiccolomini auf Vefehl der
Kaiserin einen ablehnenden Bescheid sandte 2, ward dieser Friedensversuch bereits im Aeim erstickt.
Aber nicht allein mit dieser Anfrage wandte sich Schwerin vertraulich an Eichel, sondern auch gleichzeitig mit
einer zweiten, die sich auf die milit�rischen (Operationen des A�nigs erstreckte. Nachdem er mit kurzen Worten den
Aabinettssekret�r �ber seinen Auftrag, Schlesien zu decken, und �ber seinen Einmarsch in B�hmen orientiert hatte, kam
er auf seine gegenw�rtige l�ge zu sprechen: im Vertrauen m�sse er gestehen, sie sei derartig, da� er f�rchte, gegen�ber
den t�glich sich verst�rkenden Feinden wegen seiner Minderzahl und wegen Mangels an sich nicht lange
behaupten zu k�nnen. Dann aber fuhr er fort: �wenn Sie, lieber Freund, mich �ber die ferneren Pl�ne des A�mgs
unterrichten wollten, k�nnte ich mich einrichten, sie nach M�glichkeit durch meine Bewegungen zu erleichtern."
welch scharfes Schlaglicht f�llt durch dieses Schreiben auf Schwerins und Eichels Stellung! wie bezeichnend,
da� der Feldmarschall sich eines Amweges bediente, um �ber Friedrichs Absichten Aufkl�rung zu erhalten, und da� der
Rabinettssekret�r es war, den er um diese Auskunft anging!
Als Schwerin dieses Schreiben an Eichel richtete, befand sich der R�nig bereits auf dem Wege nach V�hmen;
denn schon zogen die Gesterreichcr unter Feldmarschall Browne zum Entsatz der in f>irna eingeschlossenen Sachsen
heran. So kam es am ;. Gklobcr zum Aampf bei tobositz. Am 2. sandte Friedrich an Christoph einen eigen-
h�ndigen ausf�hrlichen Schlachtbericht den er halb scherzend mit den Worten er�ffnete: Damit jener ihn nicht beschuldige,
�die 700 �sterreichischen Ranonen zu f�rchten"^ habe er geglaubt, uni seiner Ehre willen einen Gewaltstreich gegen
diese keute wagen zu m�ssen, und er schlo� den Vrief mit der fast feierlichen Erkl�rung: man m�sse sich h�ten, diese
Leute auf Husarenart anzugreifen. �Sie sind gewitzigter als fr�her, und glauben Sie mir auf mein wort, kann man
ihnen nicht viele Kanonen entgegenstellen, so wird es eine Unmenge Menschen kosten, sie zu schlagen." Auf die
erste Anzeige, die ihm durch winterfeldt zuging, pries Schwerin den Sieg des A�nigs, wie er in seinem Schreiben
vom 5. 5 sagt, als ein �authentisches Zeugnis, das die Vorsehung vor den Augen der Welt f�r die Gerechtigkeit Ihrer
Sache ablegt, und als die nat�rliche Folge einer von der Weisheit und von der, Tapferkeit diktierten Disposition".
Als er dann Friedrichs Vrief erhielt, antwortete cr am 8.: erst die Einzelheiten seines Berichtes machten begreiflich,
wie er einen an Truppenzahl und an Aanonen so �berlegenen Feind, der sich �berdies in g�nstiger Stellung befand,
habe schlagen k�nnen, Er rief aus: �Sire, nur Sie durften eine so k�hne Tat wagen und konnten sie mit so gro�em
Erfolge ausf�hren." 6 Zn diesem Schreiben stehen dann auch die Worte, die er mit seinem eigenen Blule besiegeln
sollte: �Ich bedauere die wackeren Generale und die tapferen teute, die f�r Ihren Dienst an diesem gro�en Tage
gestorben sind; aber man kann niemals dornenlose Rosen pfl�cken, und die wackeren teute, die f�r eine so sch�ne Sache
gefallen sind, geben ein nachahmenswertes Beispiel f�r die sie Ueberlebendcn, ebenso ruhmvoll zu enden wie sie."
Drei Tage sp�ter wandte er sich, gleichwie in den letzten Tagen des Septembers, nochmals an Eichel und
er�ffnete ihm: �Es liegt mir jetzt daran, zu wissen, ob nach diesem glorreichen Tage Seine Majest�t rechnet, sich in
1 Schwerin an Eichel, 2tlije3?> 28. September \756l .Jusqu'? pr�sent rien ne remue encore sur nos fronti?res de la Haute -Sil�sie.
Selon mes derniers avis, on ne fait aussi la guerre que pour avoir une bonne paix. Si le Roi voulait m'instruire ? quelle condition illa
voudrait, peut-?tie pourrais-je trouver l'occasion favorable de traiter l?-dessus, seulement par fa�on de parler, si l'on voulait m'autoriser pour cela."
(Verlln, G. St. A.) (Eine Antwort Eichels liegt nicht vor. � B vgl.A. von Arncth, Bd. 5, S. 20 und n?3 (?htm. 33). � a Abgedruckt :P. enmg vom J5. September ;?56 (p. C., 8?>, 13, S. 39^): Les Autrichiens �nous
craignent ... et ne se confient nullement ? la force de leur canon qui fait un grand objet d'op�ration parmi leurs matadors, mais que les
officiers exp�riment�s ne go?tent point, et que moi-m?me je ne crains pas, par le peu d'effet que j'en ai vu dons toutes les batailles ou j'ai �t�,
et o? celte arme, la plupart du temps, a fait plus de bruit que de besogne et n'a intimid� que les gens qui sont peureux, sans exp�rience
ou polirons n�s." � E VrrltN, (g. St. A. � 8 �IIn'y & que vous, Sire, qui ait pu entreprendre une chose aussi hardie, ei qui l'ait pu
ex�cuter avec tant de succ?s." Viese bereits pou 
    
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