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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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�bernahm. 1 (Er bezog die Hochschulen von ?cT?6en, Rostock und Greifswald; denn einen gelehrten Beruf sollte er
ergreifen. Allein mit Allgewalt zog es ihn zum Waffenhandwerk, und so trat er \700 als Kornett in das Regiment
feines Oheims, in dem auch ein �lterer Vruder, Bernd -Dettlof, als Oberstleutnant stand. Es war keine leichte Schule,
die er hier durchmachte, doch sprach er gern im sp�teren Alter von diesen schweren Dienstjahren, und mit Wohlgefallen
blickte er auf ein Bi�, �worin er in seiner ersten Soldatenstellung geschildert war".^
5chon bald sollte er das Feldleben kennen lernen, tobte doch damals in Europa der Arieg um das spanische
Erbe. Auch Holland nahm an diesen A�mpfen teil. Das Regiment Schwerins geh�rte zum Heere, das der Herzog
von Marlborougl? kommandierte. So focht er an: 2. in der Schlacht bei Vonauw�rth, wo sein Vruder
fiel, und am August bei H�chst�dt, wo Marlborough und Prinz Eugen einen gl�nzenden Sieg �ber die
Franzosen davontrugen.
Vereits im September wurde Nurt-Christoph zum Napit�n bef�rdert. Als aber sein Vheim im Oktober
des, Jahres seinen Abschied nahm und in die Heimat zur�ckkehrte, folgte er ihm und blieb bis Zu dessen Cod im
August ;70? in f�utzar. Darauf kehrte er als Oberstleutnant in den mecklenburgischen Dienst zur�ck. Dort machte
er an der Seite des schwedischen Generals Stcenbock am 20. Dezember das Gefecht bei Gadebusch mit. Unmittel-
bar darauf trat er, im Auftrage des Herzogs Friedrich -Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin, jene abenteuerliche Reise
zu A�nig Aarl XII. von Schweden an, der in Vender weilte. Fast zehn Monate verbrachte er bei diesem in der
T�rkei. So hatte er die drei gr��ten Rriegshelden der Zeit kennen gelernt, als es ihm beschieden war, sich selbst
einen Namen zu erwerben.
Herzog Aarl-teovold, der inzwischen die Regierung in Mecklenburg �bernommen hatte, lag mit seinen Standen
�ber die Herrschaft im Lande in bitterem Streit. Sie wandten sich an den Aaiser, und dieser verf�gte endlich, da�
Hannover und Braunschweig mit Waffengewalt die Ordnung wiederherstellen sollten. Der Herzog betraute Schwerin,
der seitdem zum Generalmajor aufgestiegen war, mit dem Gberbefehl �ber feine Truppen. Am 6. M�rz l.7^9 kam
es bei U?alsm�hlen zum Zusammensto� mit dem Gegner, der v�llig in die Flucht gejagt wurde. Aurt-(Christoph war
der Held des Tages. Zum Dank bef�rderte ihn der Herzog zwei Tage darauf zum Generalleutnant. Allein damit
erreichte seine Dienstzeit im mecklenburgischen Heere auch ihr Ende; denn Aarl-keopold, der Ucbermacht nicht gewachsen,
sah sich gen�tigt, seine Truppen zu entlassen.
Nunmehr erfolgte die entscheidende Wendung im leben Schwerins. Nachdem im Stockholmer Frieden von:
Februar der dem nordischen Ariege ein Ende setzte, Pommern bis an die f)eene in preu�ischen Besitz �ber-
gegangen war, berief ihn A�nig Friedrich-Wilhelm I. in seinen Dienst. AMPatent vom Februar und mit der
Zusage, bei erster Gelegenheit ein Regiment zu erhalten^, trat Schwerin am April in das preu�ische Heer,
demselben Tage, an welchem er es 25 Jahre sp�ter zu gl�nzendem Siege f�hren follte.
Die mancherlei milit�rischen und politischen Auftr�ge, die sein neuer Landes- und Kriegsherr ihm gab, d�rfen
wir �bergehen. Nur zweier Episoden, die ihn nul dem Thronfolger in Ber�hrung brachten, sei aus dieser Zeit gedacht.
Die erste h�ngt mit dem Fluchtversuch des Kronprinzen Friedrich zusammen. Schwerin geh�rte zu den Mit-
gliedern des Ariegsgerichts, das von dem A�nig eingesetzt wurde. Dieses erkl�rte sich f�r unzust�ndig, �ber den
' Lin alter Irrtum ist an dieser Stelle zu berichtigen. 3� allen Biographien Schwerins wird berichtet, der K�nig habe i?�v
bei einer Ansprache den Deputierten der vommerschen Ritterschaft vorgehalten, da� man es durch eigene T�chtigkeit weit bringen k�nne,
und gesagt: �Der selige Feldmarschall Schwerin hat mir mehr als einmal erz�hlt, wie ihn sein Vater von Haufe nach Breslau geschickt,
um sein Gl�ck da zu versuchen, derselbe ihm nur einen Thaler und dabei eine Ohrfeige gegeben, mit dem Ausdruck: Dieses leide
von keinem weiter!" Diese Anekdote, obwohl mit seinen lebensschicksalen unvereinbar, wurde stets auf Schwerin bezogen. Aus der
Erw�hnung von Sreslau geht aber hervor, da� die Anekdote sich auf die fugend des Generals Friedrich-Vogislav von Cauentzien bezieht,
den der K�nig ht feiner Ansprache unmittelbar vorher mit den Worten erw�hnt: Auch ein Armer k�nne reich werden, wenn er nur t�chtig,
sei, �wie zum Gxempel der von (Tauentjien, der von Hanse nichts gehabt und zu einem verm�gen wenigstens von 45oauu Thalern gelangt
ist". Die Ansprache zuerst gedruckt in den von Unger herausgegebenen �Anekdoten und Charakterz�gen aus dem leben Friedrichs H.",
Heft 5, 3. u^ff, (Berlin W� 7)y dann von Preu� (Vd. 2, 3. 62f.) wiedecholt. � �vgl.Pauli, Vd. U 5. 65. � 3 Am I3.3ailu�c U23
wurde ihm bas Infanterie -Regiment Hr. 2^ in Frankfurt a. 
    
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