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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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Aaiser Karl VI. w�rde ihn, wie Secfen&orff, ?Dallis und Neipperg 1, in ?jaft gesetzt haben. Zwei Vorw�rfe seien es,
die ihn vor allem trafen; der eine, des �fteren schon erw�hnte, da� er vor v�lliger Beendigung des Heldzugs die Armee
verlassen, der andere, da� er auf Friedrichs Frage nicht seine Meinung aufrichtig gesagt habe. Dieser letzte Cadel
scheint sich auf Schwerins Gegnerschaft gegen den Erbprinzen Leopold von Dessau 511 beziehen; denn am Schl�sse
seines Schreibens erkl�rt der "K�nig f�r die erste Pflicht des Offiziers, als guter B�rger seine pers�nlichen Gef�hle und
Stimmungen dem Wohle des Vaterlandes aufzuopfern.
Damit bricht unsere Rorrcspondenz ab; wir wissen nicht, ob der K�nig Schwerin seinem Wunsche gem�� noch
pers�nlich empfangen hat." Allein aus der Antwort des letzteren auf ein eigenh�ndiges Schreiben vom 53. Oktober,
das Friedrich nach dessen Heimkehr nach Schwerinsburg an ihn richtete, geht hervor, da� er mit dem FeldmarschaU
seinen Frieden gemacht hat; denn Schwerin beteuert am 22., da� dieser Vrief ihm eine solche Freude bereitet habe,
als sei er zu einem neuen keben auferstanden.
Der alte Groll, den Friedrich gegen seinen Feldmarschall trug, er war vor dessen Douglas-^reue gewichen.
Wohl halte der R�nig, wie ein gestrenger Richter, ihm noch einmal in ernsten Worten sein Schuldkanto vorgehalten,
um es darauf f�r immer zu durchstreichen; denn, soweit wir sehen, ist er mit keinem Worte wieder darauf zur�ck-
gekommen, und er hat auch bei der neuen Durchsicht seiner Denkw�rdigkeiten im Sommer das fr�here herbe
Urteil zum Teil gemildert und zum Teil ganz gel�scht. Es zeugt ferner f�r den gerechten Sinn des A�mgs, da�
er in dieser Aussprache vom Jahre keinen Augenblick z�gerte, die gro�en pers�nlichen Eigenschaften Schwerins
unbedingt anzuerkennen. So gereicht dieser Briefwechsel beiden in gleicher weise zur Ehre.
Gleichsam die offizielle Vesiegelung ihrer Vers�hnung war es, wenn Friedrich darauf imDezember den Feld-
marschall einlud, die weihnachtstage in Verlin zu verleben.''
Wohl tauchten noch hin und wieder dunkle W�lkchen auf, die das gegenseitige Verh�ltnis tr�bten, aber sie
vermochten doch nicht auf die Dauer die Eintracht zu st�ren. So boten Schwerins Vem�hungen, einen aus dem
preu�ischen Heere entlassenen verwandten in �sterreichischen Diensten unterzubringen, im Sommer J7^9 dem K�nig
nochmals Anla�, in scharfen Worten den: Feldmarschall �die ganze Ungeheuerlichkeit dieses Betragens" vorzuhalten.
Zwar �u�erte Friedrich, jener k�nne seine f)flichtvergessenheit niemals verantworten, doch erkl�rte er, in Anbetracht
seiner fr�her geleisteten, �guten und treuen" Dienste dar�ber hinwegsehen zu wollen. Sofort suchte Schwerin sein
Verhalten zu rechtfertigen und ein dabei obwaltendes Mi�verst�ndnis aufzukl�ren, und in einem zweiten Schreiben bat
er reum�tig um Verzeihung. Auch hier tritt uns wieder sein leidenschaftliches Ungest�m entgegen, wenn er schreibt-.
�Ihre Vorw�rfe, Sire, haben mir �as herz durchbohrt und eine heftige Reue erweckt. Ich nehme meine Zuflucht zu
der Gnade Eurer Majest�t; w�rden Sie mir Ihre Huld verweigern, so w�rde ich der ungl�cklichste der Sterblichen sein,
und ich w�rde vor Schmerz und Gram sterben." Darauf antwortete ihm der K�nig, da� er von feiner Erkl�rung
befriedigt fei; er wisse seinen Freunden zu verzeihen und selbst die Fehler zu vergessen, die sie unbedachtsamer
weise etwa begingen. 5
Der gr��te Beweis f�r fein ihm wiedergeschenktes Vertrauen bleibt indessen die Tatsache, da� Friedrich nicht
nur die Vitte seiner Schwester, der Kronprinzessin Ulrike, um Schwerins Uebertritt in schwedische Dienste ablehnte�, sondern
ihn auch f�r neue Aommandostellen bei Ariegesausbruch wieder in Aussicht nahm; denn als das Jahr einen
1 Zeckenoorff un& Ivallis wurden wegen ihrer ungl�cklichen Ariegf�hrung, Neipverg wegen des �berst�rzten Abschlusses des
Belgrader Friedens mit den T�rken verhaftet, der crstere \737, die beiden letzteren (739; sie wurden nach Antritt der Regierung durch
Maria�Theresia sofort wieder freigelassen. � * Die Leitungen geben nur den Termin der Ankunft Schwerins inBerlin (2. Vkwber) und
den seiner Abreise nach SchwerinZburg (U- Oktober) an. vgl. �berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Zachen" vom 3. und
54. Oktober � * vgl. oben 5. Anm. t; 5.q�Anm.2; S*w3lttm.^; 3.50 Anm. t.
� *Uabinettsschrelben vom U.Dezember 
    
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