Path:
Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

48
m�ssen; seine Schw�cheanf�lle lie�en ihn rnehr an den Tod als an das tcben denken, und oft denke er, er wisse selbst
nicht, woran. So n�hinen seine keiben ihn mit. Auf Friedrichs Mitteilung, da� er dem Erbprinzen Leopold von
Dessau das Oberkommando und die Sicherung Gberschlesiens gegen die Ungarn �bertragen habe, erwiderte er, den
Vorwurf des Neides von sich weisend: �Ich lasse seinem Verdienst Gerechtigkeit widerfahren und wei�, wie wenig ich
wert bin, und was ich wert war, das schwindet mit meinem Alter und meinen wachsenden Gebrechen." wolle Gott
ihn� aber Gesundheit und Ar�fte wiederschenken, dann werde er gern, zum Vesten des Dienstes des Ad'nigs und zum
Ruhme seiner Waffen, �selbst vom geringsten Holdaten lernen" und all sein A�nnen und sein Vlut in Friedrichs
Interesse gebrauchen; denn, rief er aus, �niemals habe ich Ihnen aus Eigenliebe gedient, sondern nur aus kiebe zu
Ihnen selbst." Er schlo� mit den Worten, er suche seine Fehler nicht zu bem�nteln, und worin er immer gefehlt
habe, er gestehe seme Unf�higkeit ein. Daher verdiene er nicht des A�nigs Ungnade, sondern in seinem gegenw�rtigen
leidenden Zustande sein Mitleid.
Schwer f�hlt er sich von Friedrichs Vorw�rfen getroffen, doch unterwirft er sich ihm mit bedingungsloser
Ergebenheit, die sein ganzes Schreiben charakterisiert. Ja, er erscheint als ein seelisch gebrochener Mann, indem er
von seiner Arankheit berichtet.
Gleichzeitig bat Schwerin um Urlaub und verlie� das Heer, uni sich zun�chst nach Nei�e und darauf nach
Aarlsbad zur Herstellung seiner Gesundheit zu begeben.
3er A�nig sah sich gen�tigt, nach B�hmen zu marschieren und auch M�hren zu r�umen, wie er ironisch
erkl�rte, dank der �wunderbaren F�rsorge" des Feldmarschalls, von �unverzeihlicher Nachl�ssigkeit" desselben sprach
er dann geradezu in einem Vriefe an den Aardinal Fleury^ und in den Denkw�rdigkeiten von 5?H6 2, und seinem
Freunde Jordan sandte er in jenen b�sen Tagen einen Spottvers auf �Marlborough", damit auf den Veinamen
anspielend, den Aurt-Christoph seit am Berliner Hofe f�hrte; denn er schrieb, �die schlechte Aopie eines
armseligen englischen Originals" habe ihn verlassen, und er erl�uterte dies mit folgendem, in freier �bersetzung
lautenden verschen:
Der �u�erlich nur imitiert Was unwahr, weckt nur imfern Spott:
So li�t Mars nichts vom kiebeZgott;
wem es an Weisheit, Kraft gebricht,
Gleicht Herkules, gleicht Cato nicht.
Die Engl�nder ganz ohn' Genie,
Hat ihre Narrheit auch coptcrt;
Hm beste�, ach! verfehlt' er fie.
Indessen nicht lange duldete es den Helden fern vom Heere. Sobald er sich etwas erholt hatte, stellte er sich
wieder seinem obersten Ariegsherrn zur Verf�gung. Unter dem Juni berichtete er aus Aarlsbad: Der Vrunnen
tue ihm andauernd wohl; zwar h�tten die Aerzte einm�tig ihm die Ceplitzer V�der empfohlen, so sagt er w�rtlich,
�zur Heilung seines Aovfes und um seine g�nzlich ersch�pften Nerven zu st�rken"; wenn aber der A�nig seiner Dienste
bed�rfe, wolle er mit Aarlsdad seine Aur beenden und sich dorthin begeben, wohin jener es w�nsche. Denn er wolle
lieber sein bischen wiedergewonnene Araft in Friedrichs Dienst opfern, als sich l�nger noch �hinschleppen", wie er es
seit mehreren Monaten getan. Allein der A�nig wies sein Anerbieten zur�ck und trug ihm auf, noch in Aarlsbad
zu bleiben.^ Der Friede, der eben damals zwischen Gesterreich und sireu�en zustande kam, machte seine Dienste bis
auf weiteres entbehrlich.
Im Juli 5?H2 begleitete er Friedrich auf dessen Wunsch zu den Revuen nach Schlesien.
Als im Sommer 4744 der Zweite Schleiche Arieg ausbrach, sehen wir auch Schwerin wieder auf dem Plan.
An der Spitze des zweiten, die schleichen Regimenter unifassenden Aorps r�ckte er nach Prag. Am August
wurde die Grenze �berschritten, am 5^. langte er vor der b�hmischen Hauptstadt an. Der Feldmarschall war es, der
1 vgl. p. C-, Vd. 2, 3. 121 und 207.
� a Vgl. Publikationen, Vd. \, 3. 250. 254. 267. Dagegen sagt der K�nig l?75
(vgl. ?uvres, Vd. 2, S. \\�t) in gemilderter Form: �Si le mar�chal de Schwerin avait veill�, comme ildevait, ? amasser suffisamment
de vivres" usw. �
�
29. April 5?42; vgl. ?uvres, Vd. n, S. l'M-
� 4 Auf Schwerins Ichreiben (abgedruckt bei vainhagen, S. 2^5)
findet sich die VleinotiH des Kabincttsfefret�rs f�r die (nicht vorliegende) Antwort des K�nigs: �Soll nur in Karlsbad [bleiben],"
(Berlin, G. 5t, A.)
� * vgl.Kabincttscrlag vom ;3.)uli ;?43 an Schwerin: Preu�, Urkundenband 3, 5.249.
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.