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Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

Full text: Friedrich der Große und seine Leute : IV Graf Kurt Christoph Schwerin

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l�stet Am (0. August, dem taurentiustage, geschal) der Handsireich. Fr�h um 6 Uhr r�ckten die zum Durchmarsch
durch die Stadt angemeldeten Truppen durch das Nikolaus -Tor in Breslau ein; die Kolonne selbst besetzte die Haupt-
pl�tze, die letzten Abteilungen versicherten sich des Tores. Zu gleicher Zeit hatten 20 bis 2^ wagen das Sandtor
und dessen Zugbr�cken zu �occupiren", w�hrend alle in Breslau befindlichen F�tterungen, aus der Stadt schembar
hinausfahrend, auf der �flauer Vr�cke halten blieben. Diesen Augenblick v�lliger ll)chrlosigkeit, wo die Tore nicht
geschlossen, die Br�cken nicht aufgezogen werden konnten, benutzten die beiden, dazu bestimmten und bereit gehaltenen
Bataillone, um sich des Sand- und des �flauer Tores zu bem�chtigen und in die Stadt einzudringen. Nirgends kam
es zum Widerstand. Bereits um 9 Uhr morgens verk�ndete Schwerin dem versammelten Rate die Besitzergreifung durch
den K�nig und nahm Huldigung und Treueid entgegen�
Nachdem im M�rz 5?H! Glogau erobert, im Mai Vrieg gefallen und infolge der Aouvention von Alein-
schnellendorf am 5^. Oktober auch Nei�e �bergeben war, befand sich Schlesien in Friedrichs Hand, voll Dankbarkeit
erinnerte er sich in diesem Augenblicke seiner beiden Rheinsberger Ratgeber und verlieh am 5. November dem Minister
Grafen Oodewils den Schwarzen Adlerorden, dem Feldmarschall Schwerin aber schenkte er sein mit Brillanten besetztes
Bildnis. Zwei Tage sp�ter lie� er sich in Breslau von den niederschlesischen St�nden huldigen und kehrte dann
nach Berlin zur�ck.
Gleichwie im vergangenen Winter erhielt Schwerin das Aonunando in Schlesien. Abermals wurde er, im
Dezember 5?H!, angewiesen, sich von dem m�hrischen Gebirge �Meister zu machen" und Troppau und die Gebirgsorts
zu besetzen, u Noch vor Schlu� des Jahres zog er in Glm�tz ein und dehnte seine Quartiere bis an die b�hmische
Grenze aus, ohne, wie Friedrich r�hmend anerkannte, trotz der rauhen Jahreszeit Mann oder Ro� zu verlierend
So gl�cklich der Feldmarschall diese Aufgabe l�ste, so wenig gelang ihm die Erf�llung des zweiten ihni
gewordenen Auftrags, Magazine f�r den viermonatlichen Bedarf der Vperationsarmee an der March anzulegen, da
er, wie er sp�ter klagte, nicht nnt geh�rigen Mitteln unterst�tzt wurde; auch war er seiner Natur nach, so scheint es,
dazu nicht geeignet; denn seine wohlmeinende Absicht, ohne Beitreibung und nur durch Barzahlung die n�tigen
Lieferungen zu erhalten, erwies sich als verfehlt. So kam es, da� der K�nig leere Magazine vorfand, als er Anfang
M�rz in Vlm�tz eintraf. Es zeigte sich als unm�glich, den begangenen Fehler wieder gut zu machen.
In einer scharfen Grder vom M�rz^ go� Friedrich die Schale seines Zornes �ber Schwerin aus; er hielt
ihm sein S�ndenregister vor, in dem, neben der zu geringen F�rsorge f�r die Sicherheit Vberschlesiens gegen die das
Tand heimsuchenden ungarischen Streifscharen, die Vernachl�ssigung der Magazine obenan stand, �von dem Anfang
an" und �best�ndig", so f�hrte der A�nig aus, habe er auf deren F�llung gedrungen; �gleichwohl ist nichts geschehen,
da man alles haben k�nnen, und ich bin gewi�, da� die Armee kaum auf einen Monat jetzo Subsistance hat, da wir
jetzo alles zusammen haben k�nnten und sollten." Sich direkt an den Feldmarschall wendend, fuhr er fort: �Ihr
werdet Luch selbst Justice tun und erachten, ob ich von Eurer Conduite zufrieden sein kann", und in eigenh�ndiger
Nachschrift setzte er bitter hinzu: �Sie haben nicht den geringsten meiner Befehle in M�hren ausgef�hrt; Sie haben
die Ziege und den Aohl schonen wollen, und jetzt sind beide verloren." In ausf�hrlicher Antwort vom 22. unternahm
der Feldmarschall, sich gegen die Vorw�rfe des A�nigs zu verteidigen. Seine Vers�umnis suchte er mit Arankheit, mit
der Ueberf�lle der ihm obliegenden Gesch�fte zu entschuldigen, habe er doch w�hrend der Abwesenheit Friedrichs in
Gberschlesien �die ganze Maschine und alle ihre einzelnen Teile" besorgen m�ssen; da sei er gen�tigt gewesen, bei
weniger Wichtigem um des Wichtigeren willen das Tempo zu m��igen. Er habe auch niemanden zum Schaden des
A�nigs unzeitig geschont; denn er wisse, so betonte er geflissentlich, aus seiner H2 j�hrigen Dienstzeil, wann Strenge am
Platze sei. Dann berichtete er von seiner Arankheit: seit der Ankunft in Vlm�tz habe er Zimmer und Bett h�ten
'
vgl. Generalftabswerk, Teil l, Vd. 2, 5. tos ff. Die Weisung des K�nigs an Seherin: p, ?., B�. 5, 3. 29off. �
3 vgl.R�denbeck, Tagebuch oder GeschichtZkalender au? Friedrichs des Gro�en Regentenleben, Vd. \, 3. 5? (Berlin H8^0). � B Weisimg
com 9.Dezember 
    
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