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Die Tätigkeit des Grafen Rochus zu Lynar in Brandenburg

Full text: Die Tätigkeit des Grafen Rochus zu Lynar in Brandenburg

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Voisalzsieden verboten und die Untertanen verpflichtet, nur Veelitzer 3alz zu kaufen. Aber sehr bald � schon im
Herbst {580 � stellte sich heraus, da� die Sole unergiebig war, da� ein Monopol der Produktion nicht durchf�hrbar w�re.
Da war es nun ?ynar, der den Begebungen des Aurf�rsten eine andere Richtung gab, die sich als eine
Beschr�nkung des freien 3alzhandels zugunsten einer fiskalischen Versorgung mit l�neburger Salz darstellte. Zu diesem
Berufe schlo� der Aurf�rst am 2. August J583 einen Vertrag mit der Stadt L�neburg, die sich zu einer lieferung von
5000 lasten Salz f�r (583 und von je 2000 lasten f�r die folgenden sechs Jahre an den Kurf�rften verpflichtete.
Als preis der k�st wurden (5 Taler festgesetzt. Nur dieses fiskalische Salz durfte fortan auf den Wasserstra�en bef�rdert
werden, worin eben f�r den Transport eines jeden anderen Salzes eine derartige Beschr�nkung lag, da� fast ein
Monopol f�r das l�neburger Salz errichtet wurde. Durch eine Verordnung vom \3. August \583 wurde sodann der
verkauf des kurf�rstlichen Salzes geregelt.
Graf Rochus von lynar war einer der Unterh�ndler bei Abschlu� des Vertrags. Nur auf Grundlage seiner
Kapitalien war es dem Aurf�rsten m�glich, eine so gro�e Handelsunternehmung in die A>ege zu leiten, l^nar selbst
scheint seine Ar�fte �bersch�tzt zu haben, denn er geriet bei Durchf�hrung des Unternehmens in Vedr�ngnis. Er wandte
sich in seiner Not an Aurf�rst August von Sachsen und bat um 3000 Gulden �Versetzung" auf zwei Jahre f�r diesen
Salzhandel. Jedoch schlug der Aurf�rst die Vitte ab, da es ihm bedenklich war, sich von einer solchen Summe
Geldes zu �entbl��en".
Sehr bedeutend war der vorteil, der diesen leistungen lynars entsprach. Er erhielt die Salz�irektion und
geno� 25 Prozent des Reingewinnes von dem l�neburger Salzhandel. Vald jedoch ist eine Aenderung in der Form
der Veteiligung l^nars eingetreten. Er �bernahm auf eigene Rechnung den gesamten Salzhandel und gab an den
Aurf�rsten ein Interessegeld ab, das f�r die last 5 Taler betrug. Dies Verh�ltnis hat bis zum Jahre gedauert,
in dem an lynars Stelle den mittelm�rkischen, ucksrm�rkischen und ruvpinischen St�dten das Gesch�ft �bertragen wurde.
In der Abrechnung erscheint bereits der zweite Modus. Aus ihr erfahren wir die ersten sicheren Zahlen �ber
diesen Salzhandel, l Darnach betrugen die Eink�nfte des Aulf�rsten aus ihm f�r das Jahr 5592/93 HI(9 Taler
H Groschen, f�r 53^2 Taler 22 Groschen, f�r 559W5 H6H9 Taler Groschen, f�r 5595/96 409? Taler
3 Groschen und f�r luci� bis zur Uebergabe der Salzkontraktsverwaltung 3904 Taler Groschens
Das Salzwerk war lynars gr��te Unternehmung, gegen die alle anderen, wie z. V. siulverm�hlen, Salpeter-
siedereien, Eisenwerke, in den Hintergrund treten. Auch die gelegentlichen kleineren Aommissionen, die in unserer
Abrechnung erscheinen, wie z. V. Zuckerlieferungen, Vchsenkauf und dergleichen, fallen demgegen�ber nicht ins Gewicht.
Di�5 die Hauptseiten der praktischen Bet�tigung lynars in Brandenburg; auf ihnen beruht die eigentliche
Bedeutung lynars. Andererseits aber darf man seinen Einflu�, den er als vertrauter Berater des Aurf�rsten namentlich
auf politischem und kirchlichem Gebiete aus�bte, nicht untersch�tzen. Gewi� wird in jener Zeit, wo alles in banger
Erwartung schwerer zuk�nftiger Tage lebte, wo, wie der Graf in seinem Tagebuch unterm 6.Januar 5590 schreibt,
die Herren nicht mehr so fr�hlich und guten Mutes, als vor der Zeit gewesen, sondern immer traurig und schwerm�tig
'
Fr�brich a. a. �., 5. 35, kennt nur solche von J6OB an. � B Eine noch fr�here Angabe erhalten wir aus einer im Geheimen
Staatsarchiv erhaltenen Quittung von 4595, nach der dem Kurf�rsten f�r den Erl�s aus l�neburger Salz f�r ?uci� 5590/^ f�r
�22; Saften ? (Tonnen (jede last 5 Caler) 6^5? Taler 22 Groschen zustand. -� Ver Zeitpunkt der Aenderung des AontraktZverh�ltnisses
zwischen dem Kurf�rsten und ?vnar mu� zwischen 5588, wo noch nach Fr�brich a. a. �., S. 35, das alte Verh�ltnis bezeugt ist, und dieser
Urkunde beir. t59O/g; liegen. Vielleicht bezieht sich auf diese 2(enberung eine Stelle im l^narfchen Caaebuch von (590: Ven 2. Januar,
Freitag, um 5 Uhr habe ich einen Vefehl bekommen, da� ich 311 meinem gnedigen Churf�rsten und Herrn kommen solle, bin auch alsbald
zu seiner churf�rstlichen Gnaden gezogen und mit ihm allerhand Sachen geredet, insonder aber von wegen der ganzen Rechnung des
l�neburger S�ljCs und habe also mit seiner churf�rstlichen Gnaden eine rechte Richtigkeit durchaus gemacht und soll hinf�ro alle Quartal
auch Richtigkeit gehalten werden, habe allein mit feiner churftirstlichrn Gnaden gegessen und allerlei Sachen gedacht, hernach bin ich weg.
gezogen und dem Rentmeister alles referiert, auch alsbald auf meinen wagen gefetzt und nach Haus wieder gefahren. � hiermit w�rde
�
eine sechsj�hrige Aontraktdauer vorausgesetzt � gut stimmen, da� der Kontrakt 1596 31] Ende ging. Die Vehauplung Fr�brichs a. a. CD.,
5. 32, da� die Aenderung erst (596, als die St�dte die Salzoerwaltung �bernahmen, erfolgte, ist jedenfalls unrichtig. � Kuntzem�ller,
Stadt und Festung Spandau, S. 362, behauptet, da� der Kurf�rst dem Grafen im Jahre t588 ein Salzprivileg verliehen habe, ?ctber fehltjede �Vuellenanaabe hierf�r, so da� ich sie nicht nachpr�fen konnte.
Qofjfnjo�etn'Juljtbudj 1910. 5
        
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