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Militärische Erinnerungen an Ansbach-Bayreuth

Full text: Militärische Erinnerungen an Ansbach-Bayreuth

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merkw�rdige Einzelheiten stammen jedenfalls noch aus der markgr�flichen Zeit, so die eigent�mliche Feldm�tze der
Infanteristen, wei� mit einer viereckigen blauen Aokarde oder Schleife �ber dem linken Auge, deren Form und Farbe
v�llig von der damaligen preu�ischen Zelt- oder Tagerm�tze abweicht, die das Aussehen einer blauen Zipfelm�tze mit
schmalem farbigem Randstreifen hatte. Aetmliche Aopfbedeckungen, wie sie die Ansbach-Bayreuther auf unserem Vilde
tragen, kommen damals in der �sterreichischen Armee vor. Aus der Markgrafenzeit flammt jedenfalls auch der eigen-
t�mliche, nach Art des Trommelreifenanstriches rot-wei� gezackte Besatz der an den Hinteren Ecken mit Quasten
geschm�ckten Schabracken der Husarenoffiziere, wie er gleichfalls in der damaligen preu�ischen Armee sonst nicht
vorkam. Bei aller Treue der Beobachtung sind dem Zeichner ein paar kleine Versehen widerfahren. So fehlt bei
den Grenadieren des Bataillons Brandenstein der kleine lederne wei� eingefa�te Augenschirm an den Grenadierm�tzen.
Die Aufschl�ge beider Regimenter hatten brandenburgische Form, nicht schwedische. Vas Regiment Unruh trug
zu seinen gelben Abzeichen einen Besatz von wei�en, rot gestreiften puschellitzen, je zwei auf den Patten der
Aufschl�ge, unter jeder Vrustrabatte und hinten. Die Halsbinden waren bei diesem Regiment bei den Mannschaften
rot, was richtig dargestellt ist, bei den Offizieren aber wei�, nicht schwarz. Bis zum Jahre �nderte sich die
Uniform nur noch wenig. Die Znfanterieofftziere erhielten statt der Stiefeletten bis zum Anie reichende Stiefel, die
breiten Huttressen, wie sie das Regiment taurens trug, wurden durchweg durch schmale ersetzt, der Ringkragen wurde von
den Offizieren im Felde nicht mehr angelegt. Vie Mannschaften trugen seit zum Feldanzug lange grauzwillichene
Ueberhosen �ber den Aniehosen und Stiefeletten. Da� die gelbe Uniform der Ansbachschen Husaren einer gr�nen Platz
machte, ist schon erw�hnt. Sie erhielten auch statt der bisherigen Filzm�tzen Tschakos der sp�teren Form; doch ist
es zweifelhaft, ob diese schon getragen worden sind. Ver hinter der Gruppe der Husarenoffiziere sichtbare Reiter
in wei�em Rolle� und Federhut geh�rt vielleicht der Erlanger Swotmiliz zu, deren Uniform unten S. 2H beschrieben ist.
Die Politik schw�chlichen Zur�ckweichen^, welche Preu�en trotz des offenkundige Nichtachtung zeigenden
Durchmarsches der Truppen Bernadottes durch Ansbach nicht zum Ariegsentschlu� kommen lie�, r�chte sich zun�chst
durch den Verlust von Ansbach. Nachdem die Abtretung dieses Tandes durch die Vertr�ge von Sch�nbrunn und Paris
entschieden war, mu�te das Regiment Graf Tauentzien seine Ansbacher Aantonisten entlassen, wurde somit bis
auf einen schwachen Stamm aufgel�st. �3s sollte im bisherigen Aurf�rstentum Hannover, das Preu�en zugefallen
war, wieder erg�nzt werden, und befand sich auf dem Marsche nach G�ttingen, als der Rricg gegen Frankreich
ausbrach. Das Regiment erhielt darauf Befehl, nach Magdeburg zu r�cken und war bei der Aavitulation der
Festung am 8. November noch 61. Offiziere, Unteroffiziere, 38 Spielleute, 2 Artilleristen, Chirurgen,
IHH Gememe stark, eingerechnet die beiden Grenaoierkompagnien und das III.Musketier-Bataillon.
Das Regiment Zweiffel und das nur noch aus den beiden Grenadierkompagnien dieses Regiments bestehende
halbe Grenadier-Vataillon Herwaith machten unter dem Befehl des Generalmajors Grafen Tauentzien den R�ckzug
aus Franken und am Oktober bei dem Hohenloheschen Armeekorps die ungl�ckliche Schlacht von Jena mit; sie
haben sich bei jeder Gelegenheit ausgezeichnet. Auf dem Schlachtfelde in zwei Gruppen zersprengt, wurde das Regiment
durch die Kapitulationen von Lrfurt, wohin auch sein III.Musketier-Bataillon abger�ckt war, und von Magdeburg,
wo sich etwa 80 Mann gesammelt hatten, aufgel�st.
Das Husaren-Bataillon Bila machte gleichfalls den Fsldzug in Th�ringen mit, der sehr zusammengeschmolzene
Rest wurde in die Kapitulation bei Anclam am November verwickelt; dach entkam eine gr��ere Anzahl nach Preu�en,
wo sie zur Errichtung des aus den geretteten Teilen des teibhusaren-Regiments von Rudorff, des alten Zieten-Regiments,
gebildeten Brandenburgisch en Husaren-Regiments (Nr. 3) verwendet wurde. Vas Depot des Bataillons Vila war
nach Schlesien abmarschiert, wo auch ein Remontekommando des Bataillons eintraf; der F�hrer des Depots Rittmeister
v. Haxthausen bildete hier eine neue Lskadron, die zur Errichtung des 2. Schleichen Husaren-Regiments (Nr< 6) diente.
Dies erbte auch die gr�ne, gelb verschn�rte Uniform der Ansbachschen Husaren, die es noch heute tr�gt. Graf G�tzen,
der Verteidiger von Schlesien, unter dessen Leitung die Formation erfolgte und dessen Namen das Regiment jetzt f�hrt,
war selbst aus deni Ansbachschen Husaren-Bataillon hervorgegangen.

    
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