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Königin Luise

Full text: Königin Luise

7gewesen, f�r bas Festhalten an Ru�land, f�r die Vermeidung eines schimpflichen Friedens, der Preu�en juin Vasallen
Napoleons und $um Werkzeug gegen Ru�land gemalt halte; und in der Tat ist ja auch � trotz aller Zwischenf�lle �
Mc Verbindung mit Ru�land die eigentliche Hauptachse der preu�ischen Politik geblieben bis 511 den Tagen der Befreiung.
K�nigin Luise ist keine von den gro�en politischen grauen gewesen, die als lx-rrs.-lvrnatmvn in der Geschichte
eine nicht immer sympathische Rolle spielen. Sie hat niemals den Ehrgeiz gehabt, in Staats� und Rriegssachen
den Ausschlag 511 geben; aber sie hatte ein tapfer� i^er-; und ein feines Gef�hl f�r die Ehre des preu�ischen Staates,
in dessen Interessen sie mit ihrem l)ause ganz hineingewachsen
war; und sie verstand es zuzeiten, dem K�nig, ihrem
Gemahl, da, wo sie ihn auf dem rechten Wege zaudern
sah, mehr Selbstvertrauen und Entschlossenheit einzufl��en,
als eigentlich in seiner Natur lag. Ihre politischen Impulse
entsprangen nicht aus Berechnungen der Staatsr�son,
sondern aus dem Glauben an sittliche �liadjte und an die
�??enf^en, die ihnen dienten. Sie war von Grund ihres
Herzens �berzeugt, da� jede Politik schlecht sein m�sse,
die aus den Gef�hlen des Kleinmuts, der (<)hmnacht, der
Verzweiflung hervorgeht; und so hat sie die Fahne der
Hoffnung niemals sinken lassen und die verzagten immer
wieder aufgerichtet durch ihr Vertrauen auf den Sieg des
(Eilten. Denn so � ganz vom ethischen Standpunkt aus,
nach echter Frauenwcise � sah fie die gro�en Welth�ndel
an, in die sreu�en verwickelt war: os war ihr ein Kampf
des Guten und des S�fen. ailles, was ihren� Nerzen teuer
ivar, sah fie mit Unterdr�ckung und Vernichtung bedroht,
und auf der anderen Seite sah fie nur die brutale Gewalt,
eine ungeheure Kraftentfaltung, die keinen sittlichen Ideen
diente. ?s war das schwerste aller Vpfer, das sie brachte,
als fie sich entschlo�, auf das Zureden Aalckreuths, der
von 2I�urat beeinflu�t war, dem verha�ten Gewalthaber,
der sie selbst so brutal beleidigt hatte, als eine 8ilten6e in
Tilsit gegen�berzutreten. ?s war freilich vergeblich, ebenso
wie sp�tere schriftliche Bitten um Erleichterung der Tasten
ihres ungl�cklichen Landes \Hor und Aber sie hatte
doch damals in Tilsit die Genugtuung, da� fie durch
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ihren Geist und ihren Charakter, ihre W�rde und Anmut auch diesem r�cksichtslosen Machtmenschen imponierte:
Napoleon hat seitdem nie anders als in lvorten hoher Achtung von ihr gesprochen.
!l)ie sie damals die Weltlage betrachtete, von welchem hohen Standpunkt aus, mit wie feinem Gef�hl au.-l,
f�r die Schw�chen des preu�ischen Staates � davon zeugt ein wundervoller Nrief, den sie wohl in, April von
K�nigsberg aus an ihren Vater, den Gro�herzog, geschrieben hat. �Es wird nur immer klarer schreibt sie - da�
alles so kommen mu�te, wie es gekommen ist. Vie gottli^e Vorsehung leitet unverkennbar neue lveltzust�'nde ein,
und es soll eine andere Ordnung der ?iuge werden, da die alte sich �berlebt hat lind in sich selbst als abgestorben
zusammenst�rzt, wir sind eingeschlafen auf den Lorbeeren Friedrichs des Gro�en, welcher, der l)err seines Jahr
Hunderts, eine neue Zeit schuf. N)ir sind mit ihr nicht fortgeschritten, deshalb �berfl�gelt sie uns." Und so sah sie
denn in Napoleon ein Werkzeug in der Hand des Allm�chtigen, um das Alte, nicht mehr lebensf�hige, zu zerst�ren
        
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