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Königin Luise

Full text: Königin Luise

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K�niginn l^ohenzieritz nicht lebend verla�en w�rde. Die Bruftfrdmpfc hatten sich an diesem Morgen wieder eingeteilt,
aber weniger heftig, weil unablessig alle nur erdenkliche �l�tttel angewendet wurden, die schmerzen und die 2lngst 511
lindern. Vie A�niginn schien noch fein� Gefabr 511 al)ncn; sie erhielt um diese gelt einen Brief Dom K�nige, uni�
ihre Freude dar�ber war fo unbeschreiblich aio|;, das;
sie ihn auf ihlein I^er^en aufbewahrte, und niehrmahls
ausrief: Ach welch ein 23rief! VOit gl�cklich ist wer
solche Briefe erhall! 3^rc Sehnsucht nach i�cm
K�nige war sehr gro�; sie fand es noch so lange
bis juin Freitag, und empfing daher die Nachricht
seiner fr�hem Ankunft mit wahrem ?nt$udVu. 3U
allen ihren beiden blieb fie sich immer gleich; sie
war geduldig in den Schmerzen, und so oft sie einige
�nderung f�hlte, dankte sie Gott mit kindlich frommem
Sinn. Die Hinf�lligkeit aller menschlichen (Hr��e
dr�ckte sie mit wenigen Worten eben so kr�ftig und
wahr aus. ~s& bin A�niginn, sagte sie, aber meinen
Arm kann ich nicht bewegen! - H�tten doch alle
Gro�en der Erde diese feiere voll liefer V^deutung
aus ihrem sterbenden 21?un6c vernehmen k�nnen! �
?ic i*on K�nigin Cui)E juli-fjldenngtt (Parti-nh�uf in liabcnjiprilj
Am l��itttpocb Abend schien die erste Todesahnung durch ihre Seele zu gehen. Nachdenklich, mit aufgehobenem
Finger, sagte sie fragend 511 l)eim, der vor ihrem Bette sa�: NX'nn ich dein K�nige sterben sollte - und meinen
Kindern! � Hur an ihre sieben dachte fie, nicht an sich selbst, nicht an den Schmerz, alles was ihr treuer 511 l'erla�en,
?lir \H(Ki uon �jetjotj 7lar\ crbuutr Kitdjr ttt tiol;ni3irrit;
        
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