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Königin Luise

Full text: Königin Luise

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oder Wechseln des tagers mehrmals ohnm�chtig. 3*?re Umgebungen bemerkten mich, da� fie besorgter und ernster sey,
als in ihren fr�hern Krankheiten. � Da ihre Zimmer gegen NUttag lagen und daher sehr hei� ware?l, so trat der
Herzog- ihr die feinigen im untern stocke ab. Sie mu�te heruntergetragen werden, und da man in der Eile Me Betten
nicht wechseln konnte, so bestieg sie des Daters kager, das sie nach dem willen des Ewigen, nur mit dem letzten,
eojigen vertauschen sollte.
Sie war immer liebevoll, sanft und geduldig, blieb aber lieber allein, oder nur mit wenigen denn
die Anwesenheit mehrerer beklemmte und be�ngstigte sie. Am I oder l^'"Cage der Krankheit zeigte sich die Ursache
d?5 heftigen Vrustfiebers an welchem sie bisher ge
litten. Ein Geschw�r in der tunge �fnete sich und
der Auswurf war stark, aber leicht. Der Hofralh
Hieronymi und der Gehcimrath Heim, den der
K�nig geschickt hatte, nm ihm �ber das Befinden
der K�niginn m�ndlichen vericht abzustatten, da
seine eigne Krankheit ihn hinderte selbst zu kommen,
waren einverstanden, da� die Kranke gerettet sey,
wenn nicht mehrere Geschw�re vorhanden w�ren;
in jedem Falle aber m�sse sie k�nftig ebenso schonend
mit ihrer Gesundheit umgehen, als sie bisher sorglos
dar�ber gewesen sey. � Heim reiste nach Verlin
zur�ck, und Hieronymi fuhr fort dem K�nige t�glich
Bericht �ber den Gang der Krankheit abzustatten,
diesen Cagen erhielt die K�niginn einen Vrief
von ihrer �ltesten Tochter, der f>rinzessin Charlotte,
er war an ihrem Geburtstage geschrieben, an welchem
sie die Gegenwart der geliebten schmerzlich
vermi�t hatte, und die Kleine dr�ckte darin ihre
kindliche (iebe und Verehrung so einfach und herzlich
aus, da� man im Vorlesen einhalten mu�te, um
die K�niginn nicht zu heftig zu bewegen. Auch hat
sie diesen Vrief vor alzu gro�er R�hrung, nie bis
zum Ende h�ren k�nnen. �
Gegen das Ende der Woche schien ihr
Zustand merklich besser zu werden. 5ie war heiterer,
hatte mehr E�lust und bessern Schlaf. Der Sonabend
und Montag waren die besten Tage der ganzen
Denfmal, son fJ?fJOfl 1Uix\ non OTttftenbtirg'StreUfl, �hmu Puter brr K�nigin Cnffe, (79j frinf�
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Krankheit, und Alles war voll froher Hoffnung ihrer baldigen v�lligen Genesung. Doch anders waren die Rathschl��e
des Ewigen! � Am borgen um 8 Uhr wurde die K�niginn von heftigen Nrustkr�mvfen befallen, welche sie
erst um Uhr verlie�en, war in diesen f�nf Stunden in immerw�hrender Lebensgefahr, und t)ierouymi hatte nach
diesem Anfalle nicht die geringste Hoffnung mehr. Er erkl�rte die Vrustkr�mpfe f�r Folgen eines organischen Fehlers im
Herzen, und hielt es f�r nothwendig den Herzog auf den ganz unvermeidlichen Schlag vorzubereiten. Der alte ehrw�rdige
!?ater empfing die Nachricht mit tiefem Schmertz. aber mit christlicher Fassung und Geduld. Dein K�nige, der erst
Freitags kommen wollte, wurden Kuriere geschickt, um seine Ankunft zu beschleunigen, und Heim bekam Vefehl, sich
mit noch mehrern Aertztcn und Wund�rzten unverz�glich einzustellen. Er kam am Dinstage mit den, General Chirurgus
G�rike und den Chirurgen Schmidt und Iviebcl. Alle stimmten der Hieronyn�'s bey, und erkl�rten, da� die
        
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