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Königin Luise

Full text: Königin Luise

8und 511 begraben. Sie war �berzeugt, da� os schlie�lich danach besser werden m�sse in der Welt; aber ebenso fest
mai* fie davon �berzeugt, da� es besser werden k�nne nur durch die Guten, d. h. durch die Gegner Napoleons. Sic
wollte nicht daran glauben, da� er in allem feinen Glanz fest und sicher auf seinen: Throne sei. Der Herrschaft der
Gewalt setzte sie den Glauben an eine sittliche Weltordnung entgegen, und daraus sch�pfte sie Hoffnung, wenn auch
nur f�r eine ferne Zukunft. �Ganz unverkennbar � so schreibt sie � ist alles, wag geschehen ist und geschieht, nicht
das letzte und Gute, wie es werden und bleiben soll, sondern nur die Vahnung des Weges Zu einem besseren Ziele
hin. Dieses Ziel scheint aber in weiter Entfernung 511 liegen-, wir werden es wahrscheinlich nicht erreicht sehen und
dar�ber hi�sterben. wie Gott will! Alles, wie er will! Aber ich finde Trost, Kraft, 2Nut und Heiterkeit in dieser
Hoffnung, die tief in meiner Seele liegt. Ist doch alles in
der Welt nur Uebergang! wir m�ssen durch! Sorgen wir
nur daf�r, da� wir mit jedem Tag reifer und besser werden!"
Und nach diesen Grunds�tzen hat sie auch gehandelt,
nicht blo� im sittlich religi�sen, sondern auch im politischen
Sinne. Sie hat den stillen Einflu� ihrer Stellung allezeit
zugunsten der gro�en inneren Reformen geltend gemacht,
aus denen in jenen Tagen, oft unter schweren Zweifeln und
A�mpfen, das neue f)reu�en des Jahrhunderts hervor-
gegangen ist. Sie brauchte dabei vielfach nur die Neigungen
zu verst�rken, die in dem A�nig selbst sich regten. Aber sie
wu�te auch, da� ihm bei seiner Natur und bei der ungeheuren
Schwierigkeit der Staatsleitung in so au�erordentlichen Zeiten
kr�ftige und hochgemute Ratgeber n�tig seien, wirkliche Staats
m�nner von Stellung und Gewicht. Sie war im stillen
verb�ndet mit den Gegnern des alten entarteten Systems der
RabincttsregicrunI, bei dein nicht die Minister, sondern nur
die beiden Aabinettsr�te Lombard und Veyme dein A�nig
Vortrag hielten. Und wenn sie auch mit feinem weiblichen
Takt es immer vermieden hat, direkt gegen diese dem A�nig
zur Gewohnheit gewordene Regierungsweise aufzutreten, so
hat sie doch den Umschwung, der seit durch die Gewalt
der Umst�nde eingeleitet wurde, auf alle weise bef�rdert; und
es ist eins ihrer Hauptverdieuste, da� sie gerade die M�nner
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an den A�nig heranzubringen oder bei ihm festzuhalten verstanden hat, denen das Veste bei dem gro�en Reformwerk zu
danken ist: Stein und Hardenberg. Namentlich die Berufung Hardenbergs imFr�hling 18^0 ist inder Hauptsache ihr Werk
gewesen, ihre letzte und bedeutendste politische Einwirkung. Dem ratlosen Aleinmut der Minister Dohna und Alteustcin,
die damals dem R�nig rieten, Schlesien an Napoleon abzutreten, weil man die Ariegskontribution nicht erschwingen
k�nne, fetzte sie einen gesunden und sieghaften Gptimisnnls entgegen, den Grundsatz, da� nur eine Politik der Hoffnung,
nicht eine solche der Verzweiflung Erfolge verspreche. Das ist gleichsam ihr politisches Testament gewesen; noch auf
ihrem Sterbebett hat sie den A�nig auf Hardenberg als seinen besten Freund hingewiesen, � und �ber ihrem Grabe
ist dann eine Art von lebensl�nglichem V�ndnis zwischen dem A�nig und seinem Staatskanzler geschlossen worden �
ein Verm�chtnis der A�nigin Cuise.
Den Tag der Befreiung hat die edle Dulderin, wie sie es vorausgeahnt, nicht mehr schauen d�rfen. Aber
ihr Geist war mit den Scharen I^orcks und Vl�chcrs, die den preu�ischen Namen wieder zu Ehren brachten
und und An ihrem Geburtstag, am hat Friedrich. Wilhelm 111, das Eiserne Arcuz gestiftet.
        
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