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Miscellanea Zollerana

Full text: Miscellanea Zollerana

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?rompeters feit K�nigswiei'er, weil er ihm �f�r dir l�blich? Minist
des Conterfeiens und ma� deine anh�ngig" besonders begabt
erschien, \"}�2 bei kilkas Cranach in die kehre gab, aus der et nach
drei Iahreu in die Heimat zur�ckkehrte, wo er (559 Hofmaler des
Herzogs wurde. (Obwohl uns �berliefert ist, das; K�mgswicser bett
Herzog vielfach und mich aub?re F�rstlichkeiten oft gemalt hat',
ist doch bas kleine Bildnis im Kaiser -Friedrich-Museum bas erste
Portr�t, bas ihm mit Sicherheit zugeschrieben werben kanu, (Es
dokumentiert die tira 11ad: [die schule, macht von 7l�nigswiescrs
Begabung eine� guten Eindruck, erhebt sich aber als Kunstwerk
nicht �ber eine gewisse provinzielle Mittelm��igkeit. Sein Haupt
wert beruht doch im wesentlichen in der frischen und anscheinend
lebenswahren Wiedergabe eines der bedeutendsten Hohenzollern
des (6. Jahrhunderts.
des goldenen Schmuckes im braunen liaar �ber den feine� ,5iigcu des
blassen Gesichtes. Das Bestreben nach rein inalerischen RMrFuiigrn in
2Ils s poii Kur
land gerahmt (ogl, die Abbildung 5. 282). 171er sind die zu 3ot?rc
fr�her in K�nigsberg herrschenden Einfl�sse der i^ranachschen Saoule
v�llig geschu'unden und haben solchen der niederl�ndischen Kunst
weichen m�ssen. Daf�r spricht die glatte, k�hle, wenn auch fein
abgestimmte Behandlung bei grauen, goldgestickten Seidenkleides 1111b
fdjaiini&njc mif EJttjog lUbrc-H nom 3aI)H 15reu�en, das alte Grdensland, das heutige
C>st- und IPe ftpreufielt von jeher die Bezugsquelle f�r s�mtliche
europ�ische liefe gewesen! Eicfi doch fdjon der leidenschaftlichste
IPctbmann unter den deutschen Kaisern sich Falken aus der Tatarci
kommen, ans der Heidenschast. aus ??eyfeu, aus Preu�en, Hut
Norwegen . oder vielmehr D�nemark und Ru�land haben biefer
Bezugsquelle par excellence Ronknrrenz machen k�nnen. Unter den
Ordensmeistern war aber auch Alles, was auf Falkenjagd oder,
richtiger gesagt, auf Falkenfang Be.�u^ hatte, zur h�chsten Glitte
gelangt. Urkundliche Mitteilungen hier�ber reichen von den legten
Jahren des N- Jahrhunderts bi? in die ersten Jahrzehnte des
(8. Jahrhunderts. Es l��t sich sogar nachweisen, da� noch \SH\,
allerdings zum letzten Male, Falken in Ostpreu�en non eigens dorthin
entsendeten flandrischen Falkonieren aus Falkenwerth gefangen und
ausgef�hrt worden sind. ?l^as nun die in den Urkunden erw�hnten
Namen f�r die 33e�3o5ge? betrifft, fo l��t sich mancher Ausdruck
direkt �berhaupt nicht deuten, man mu� sich auf vcrmntnngen be-
schr�nken. Am h�ufigsten wurde im (>)rdensland mit dem Edclfalken
gearbeitet; doch findet sich das �Dort �Eoelfalk" �berhaupt nicht in
den Urkunden, mir die Bezeichnung �Falk" kommt vor. Und unter
�Falk" wurde eben schlechthin nur der Edelfalk verstanden. Durch
ihn oder vielmehr mit ihm wurde die gro�e oder hohe Jagd oder
Seize auf Hase, Ente und Reiher ausge�bt. Der �Geierfalk", in
preufen nur selten, in litaucn dagegen h�ufiger gefangen, hatte
wegen seiner Seltenheit naturgem�� gr��eren lUcrt; in den Falken
rapporten winde die Zahl der gefangenen Geierfalken stets besonders
vermerkt. Der �Blaufu�* wird erst in den Akten aus dem 55.Jahr-
hundert erw�hnt; er ist keinesfalls identisch ober nahe verwandt
mit dem Geierfalken. Ebenso herrscht �ber den zuerst im yt>, Jahr-
hundert vorkommenden �Hagartfalken" Zweifel. Der �Habicht"
(Muscr , IN�sser . !Newscr>Habicht) ist wenig beachtet und wirdunter
Ende des Wahres 1902 brachte die Kreu33eitung einen Artikel
�ber die �ars venandi cum avibus", der bezeichnend mit (S.Kinfels
sch�nen Sorten schloff
Uni� in der Fische k�hle Haltung
Da taucht der Reiher mit bedach!
l^inab und w�rgt sie ohne Schonung,
Sis ihn ?tc? Falken Schlachtruf schreckt
Uni) aufjagt von &cv lockren Speise,
Der drohend feine F�nge reckt
Und ihn umschwebt in scharfem Rreise.
Solch Silt� der N^ildiii^ fdjaut' ich fiel,
Der Reiher lebt und sein Oerderbcr:
Doch nicht mehr steigt das vfc!>crfpicl,
vorbei die 3agb mit Falk und Sperber,
Hut� traurig rauscht der Ifalb die Frage:
H?o bleiben fie, die frohen Cage?
Der Verfasser h�tte sich wohl nicht tr�umen lassen, da� im
August des Wahres des �^eils (9o^ ein ernsthafter versuch gemacht
werden w�rde, die �edelste aller wieder in Deutschland
einzub�rgern. Auf dem Cempelhofer Felde bei Berlin f�hrte auf
Veranlassung des F�rsten von Stollberg Mcrnigerode ein aus England
verschriebener Rationier tttr. Frost einem gr��eren Arcise f�nf zur
Beizjagd abgetragene Falken vor. Eine regelrechte Veize imNach-
bild der Hauptstadt! Und doch ,^og noch vor kaum anderthalb hundert
Jahren der Seijoogel seine Kreise �ber die weiten Niederungen der
Spree und Havel, stob eine fr�hliche Jagdgesellschaft dem sinkenden
beider nach, an der Spifte des Iagdfeldcs der leidenschaftlichste
IPeibmann unter ben tyotymyt�ttn, K�nig Friedrich - ZUill^elm I.
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