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Kunst und Kunstgewerbe in den königlichen Schlössern : V Die Zimmereinrichtungen König Friedrich Wilhelms III und der Königin Luise im Potsdamer Stadtschlosse; VI Selbst- und Familienbildnisse des Hofmalers Antoine Pesne; VII Gottfried Schadows Statue: Die Hoffnung; VIII Frühstücksservice ... um 1780

Full text: Kunst und Kunstgewerbe in den königlichen Schlössern : V Die Zimmereinrichtungen König Friedrich Wilhelms III und der Königin Luise im Potsdamer Stadtschlosse; VI Selbst- und Familienbildnisse des Hofmalers Antoine Pesne; VII Gottfried Schadows Statue: Die Hoffnung; VIII Frühstücksservice ... um 1780

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Tochter des K�nstlers stammen, deren Z�ge wir in diese�, Bildern durch Vergleich mit ihrer Darstellung auf dem
oben erw�hnten Familienbildnisse im Aaifer-Friedrich-Museum mehrfach feststellen k�nnen.
Ho gew�hren diese sich �ber den Zeitraun: von 36 Jahren erstreckenden Familien- und Selbstbildnisse des
A�nstlers eine gute Vorstellung von seiner gesamten k�nstlerischen T�tigkeit in der Portr�tmalerei, denn sie geh�ren
zu dem Besten was er geschaffen und spiegeln au�erdem das Bild einer liebensw�rdigen Pers�nlichkeit und eines
liebevollen Familienvaters in anziehender Form wieder.
VII
Gottfried Sdiabovos Statue: Die Hoffnung
Die Schadow-Ausstellung in der Akademie der A�nsie 5909 hat die Aufmerksamkeit der Aunstfreunde wieder
auf die im Hohenzollern- Museum befindliche Statue der �Hoffnung" von Gottfried Schadow gelenkt. Schadow selber
erz�hlt uns in �Die Werkst�tte des Bildhauers die Entstehungsgeschichte dieser Figur, die er als ein Beispiel
daf�r auff�hrt, wie weit es ihm gelungen sei, die Schwierigkeiten b�i der Herstellung weiblicher V�sten zu �ber-
winden: �Sie sind eine der schwersten Aufgaben in der Aunst; diese zu l�sen, habe ich mir immer unglaubliche
M�he gegeben. �hnlichkeit mit Anmut zu vereinigen, in einem Moment den Reiz zusammen zu fassen, der
im teben durch das beseelte Vcwegte, Mannichfaltige unendlich vieler Momente liegt, erfordert ein zartes Aunst-
gef�hl und einen, m�chte ich fast sagen, an Ast grenzenden Beobachtungsgeist. Reichten Worte hin, so lie�e sich
hier�ber viel sagen � genug, ich ergriff begierig jede Gelegenheit, mich hierin zu �ben. Wie weit oder wie
wenig ich darin fortgeschritten bm, zeigt eine kleine Anzahl weiblicher V�sten, die ich in die diesj�hrige Kunst-
ausstellung gegeben habe."
Unter diesen V�sten nennt Schadow zum Schl�sse die Demoiselle Friederike Nnger. �tetztere ist eine Statue
geworden. Ein alter Schriftsteller erz�hlt von einer Statue, wovon die eine H�lfte in Rhodus und die andere in
Corinth verfertigt wurde, und beide H�lften, als sie zusammengesetzt waren, ein wohl zusammenstimmendes Ganze
bildeten. Die Geschichte dieser ist zwar nicht ganz so, doch jener �hnlich. � Die erste Intention war, ihr Portr�t
?n du�te zu machen; da sie selber nachher begehrte, die Arme m�chten auch dabei sein, so wurde ein Ballen
Thon untergebaut, und daraus die Arme geschnitten, gleichsam in einer Attit�de, als lehnte sie sich auf eine
Br�stung und blickte freundlich umher in eine sch�ne Gegend. Indem sie nun dazu stand, fand ich die Stellung
des ganzen M�dchens, die wohl gebaut ist, sehr anmuthig, und meine B�ste mit den Armen allein gar zu
fragmentarisch; es entstand so in mir ein recht brennender Eifer, die Figur ganz nachzubilden; es kamen aber
Unterbrechungen. Nach einiger Zeit machte ich den noch �brigen Theil, und so ist es eine ganze Figur geworden,
die die Hoffnung vorstellen soll, indem sie sich auf einen Anker lehnt. Sa recht zusammen stimmt nun wohl das
Ganze nicht, daher ich auch niemandem raten will, auf diese weise Statuen zu machen, ohne vorherigen Entwurf
und Fassung des Ganzen."
wenn der A�nstler mit dieser letzten Warnung ja auch unzweifelhaft recht hat, namentlich vom Standpunkt
des akademischen tehrers aus, so wird sein Werk von ihr doch nicht ber�hrt. Vielleicht ist es gerade dieses Zuf�llige,
momentaner Stimmung Entspringende in dieser Figur, was ihr ihren intimen fesselnden Reiz verleiht, dem die
lFriedlaender: Gottfried Schadow, Aufs�tze und Vriefe. Stuttgart 3. a^ff.
        
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