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Königin Luisens letze Tage

Full text: Königin Luisens letze Tage

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Die Araukheit der "K�nigin stellte sich inzwischen als eine Lungenentz�ndung heraus, die zun�chst einen regel-
m��igen und gutartigen Verlauf 511 nehmen schien. Prinzessin Friederike und Frau von 23erg wichen Cag und Ztaiit
nicht pou der edlcn Aranken, die ihr beiden mit r�hrender Sanftmut und Geduld ertrug. �la indessen der au�lende
husten und dag starke Fieber nicht nachlie�en, wurde der bekannte Beritnet Arzt Geheimrat heim herbeigerufen-
hufcland war kurz vorher zum K�nig von Holland gereist, heim, der am (0. Juli in hohenzieritz ankam, fand
die K�nigin recht krank, ihre
�rztliche Behandlung aber
durchaus angemessen, so da�
ci' nach zwei Cagen wieder
abreifte, Allein, wenige Tage
spater, um Juli, nahm
die Arankheit pl�tzlich eine
h�chst bedenkliche Sendung,
wahrend die Tungenent
Windung langsam zur�ckging,
traten St�rungen im 23Iut^
Umlauf ein, die das schwache
Herz nicht 511 �berwinden
vermochte. 3'11 herzen selbst
entstand ein Blutgerinnsel,
das heftige Vrustkr�mpfe und
schwere Veklemmungen ver^
ursachte. Heini, der zur�ck-
gerufen wurde, erkannte so
gleich den lebensgef�hrlichen
Charakter des Leidens. Es
schien keine Zeit 311 verlieren,
Atemnot und Erstickungs-
anfalle konnten jeden Augen
blick das Ende herbeif�hren.
?in Eilbote wurde an den
K�nig abgesandt.
Am Juli mittags,
inPotsdam, erhielt der A�nig,
der sich eben erst von seiner
eigenen Erkrankung erholt
halte, die Nachricht von der
"Sin St�ck Sefa� von �>ftu HJetbe, bos K�nigin ?�i(c uni ?aiic ttncv t4iltdj�n Ctttanfung irug
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Codesgefahr, in der seine Gemahlin schwebe, Vest�rzung war so gro� und so �berw�ltigend, da� er anfangs
keinen Entschlu� zu fassen vermochte. Erst auf das Zureden und Dr�ngen seines Adjutanten, N)rangel,
fuhr er mit seinen �ltesten K�hnen, dem Aronvriuzen und s>rinz Wilhelm, gegen Abend von ab.
Am anderen 3Norgen, Juli, gegen 5 Nhr fr�h erreichte er hohenzieritz, wo heim ihn empfing nnd sogleich
zur K�nigin f�hrte, deren schon sehr ver�ndertes Aussehen ihn heftig erschreckte. A�nig Friedrich -Wilhelm selbst
hat die Geschichte dieses Cages, �des ungl�cklichsten Cages seines Lebens", noch am Juli niedergeschrieben,
wir d�rfen seine schlicht ergreifende Erz�blnng hier wiederholen.
        
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