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Die Neue Schack-Galerie in München und ihre Einweihung am 18. September 1909

Full text: Die Neue Schack-Galerie in München und ihre Einweihung am 18. September 1909

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Sammlung fei aber zugleich dem Besucher ein ?TCafj?ab f?t die Beurteilung der jetzigen Amis!; fie zeigt, da� der
K�nstler die sch�ne Aufgabe hat, nicht nur Me Vorkommnisse des t�glichen Gebens in 311111 Ccil drastische, sensationeller
und absto�ender Form zur Darstellung zu bringen, sondern vielmehr unter dein Einflu� der �sthetik mit reinem
Sinn, in vornehmer Auffassung, die flamme des Ideals in der Brust, seine Zeitgenossen �ber die Misere &es allt�glichen
(ebens emporzuheben und das Sch�nhcitsgef�hl des Polfes zu pflegen und 511 st�rken. Ich danke (Euerer K�niglichen
Hoheit f�rIhr Erscheinen am heutigen Cage und bitte (Euere
K�nigliche Hoheit, nunmehr die Galerie f�r er�ffnet 511 erkl�ren."
Ver f)rinzregent dankte dem Kaifcr f�r die beweise
gn�diger Gesinnung, mit der er Bayerns Hauptstadt wieder
holt bedacht habe, denen er durch den Neubau einen weiteren
Akt kaiserlicher 21?unisizenz hinzugef�gt habe, der die Aunst
sch�tze der Scfyacf - Galerio in bisher unbekannter zur
Geltung bringe, und erkl�rte alsdann die Galerie f�r er�ffnet.
�Kaiser Wilhelm IT. der Stadt ?Huntfjen zur
Mehrung ihres Ruhmes und gro�en K�nstlern zum
Ged�chtnis", da5 sind die kaiserlichen ?Dicmi11113$ morte, die
den Vcsucher der Sdjacf*(5alcnc von dem Giebel des neuen
Geb�udes begr��en, sie bilden die weitere Ausf�hrung des
nach �>em Code des Grafen Sdjaef an die Stadt ?��?nc^en
gerichteten Celegrarmns des Kaisers. Her Architekt Professor
Tiltmann hat die Zusammengeh�rigkeit der nebeneinander
liegenden Gesandtschaft und der Schack-Galerie in der ahn
lichen Behandlung der Erdgeschosse beider Geb�ude geschickt
zum Ausdruck gebracht. Damit aber h�rt die Gemeinsamkeit
auch auf. Die Gesandtschaft zeigt als vornehmes lVohngeb�nde
einfachen palaftdjarafter in den Formen der Sp�trenaissancc,
w�hrend der tempelartige S�tileubau der Galeriefassade auf die
idealen Zwecke dieses Bauwerkes hinweist. Ein ger�umiges
Vestib�l, in dem auch eine lUamiorb�fte des Grafen Schack
von Seeb�d uud die bereits erw�hnte Bronzetafel der Stadt
2n�nd}eit mit dem (Telegramm des Kaisers ihren Platz
gefunden haben, in einfachen Schinuckforrnen und mit roten
JUarmorf�ulen, vermittelt den (Eintritt in die unteren Galerie^
r�ume und zu der in das Hauplgescho� f�hrenden Crcppc.
(vgl. die Abbildungen 5. 220 und 22(.) Bei den f�r die
SiltiKuerjolbftlt poftilmit beti ?lbjttdjfnder llliind�fncr fiinftkvifd�cnuni� gewcrl',
l�djen Dfretnf, �ei" Ktiifer bei tict lJ^^lllI^|�^l�inl^�gung Deiitfdjcn Ulufriinis
in Illiind'i'n im ??iuipiiibci 1906 ?lurrridjt. riohfn3OUern 'illufcuili ill Berlin
modernen Gem�lde bestimmten Zimmern ist von einer Dekorierung der R�ume v�llig Abstand genommen, die Bilder
selber bilden den einzigen Schmuck dieser einfachen S�le und Kabinette mit ihren wei�en glatten Decken und einfarbigen
Stofftapeten, die ihr Acht durch gro�e so hoch als m�glich angebrachte Fenster erhallen. Der Hauptwert ist nicht
auf eine in den meisten F�llen die Kunstwerke sch�digende und von ihnen ablenkende Ausschm�ckung der R�ume,
sondern auf eine ruhige und gleichm��ige, alle Qualit�ten der Bilder auf abgestimmten Hintergr�nden voll zur Geltung
bringende Beleuchtung gelegt worden. Anders lagen die Dinge bei der gro�en Sammlung von Kopien nach den Werken
alter ZNeister. Da es sich hier nicht um Griginalwerke handelte, bei denen die M�glichkeit gegeben werden mu�te, sie
bis in alle Einzelheiten studieren zu k�nnen, konnte versucht werden, sie nicht nur f�r den Beschauer m�glichst g�nstig als
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