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Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

Full text: Die Flucht der Kurfürstin Elisabeth von Brandenburg

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des hochgebornen surften, Hern Joachims, marggrafen zu Brandenburg und curfursten etc, rneins lieben Hern
und gemalhs, und mein an sein k�niglich wird mit uns zu hanndeln begert und dorneben euer kais. ma),
desgleichen derselben eur kais. maj. bruder, konig Ferdinanden etc, meins gnedigen liben Hern und oheimen
schreiben, so baide eur maj. sembtlich und sonderlich vast ayns lauts gnediglichn an mich getan, ubersant, welchs ich
mit aller schuldiger und geburlicher ehrerbietung entpfangen Hab. Dorynnen euer kaiserl. maj. anzaigen, wie derselben
yrer maj. beschwerlich wolt ansehen, das ich mich gemelts meins Hern und gemahls, wie ain zeit her beschen were,
enteussert und von seiner lieb abwesens w�re, das auch seiner lieb, und nicht unbillich, zu beschwerung geraichte.
Derhalb sein lieb eur kais. maj. umb ir gnedige hilf gehorsamlich ersucht, das euer kais. maj. seiner lieb als ain
cristlich haubt mitzutailen genaigt mit begere, das ich mich zu gemelten meinem Hern und gemahl widerumb vorfugen
und seiner lieb beywonen, n�ch auch gegen derselben, als aynsr furstin loblich, Zimlich und geburlichen halten und
lenger nit au�en bleiben wolt. 5o hellen eur kais. maj. sovil mit seiner lieben gehandelt, das sie sich hinwieder gegen
mir auch freuntlich halten und erzaigen wolt etc; weitere gnedigen ynhalts, das alles ich ganz underwmglich gelesen
und vernommen Hab, und das euer kais. maj. sich meiner als a^ner armen, vorlassen furstin, mit meinem Herrn und
gemahl zu handeln, so gnediglich angenommen, tu ich mich gegen eur kais. maj. in aller demut ganz underteniglich
bedanken. Und so es nit die gestalt hette, das eur kais. maj. der fachen gelegenhait und meyner obligenden beschwerung
zu notturfl nit bericht beschen, kont ich nit anders vorstehen, dann das es von eur kais. maj. als ainem cristlichen
hocherliebendeu kaiser ganz gnediglich gemaint worden.
Und aufenglich, wie ich mich sonder rhum von der zeit an, da ich meinen: Hern und gemahl durch
den willn des almechtigen zu ainer ehlichen gemahln oorhayral bin worden und wie meinem stand und
ayner furstin l�blich, zimlich und geburlich in aller freuntlichen lieb und gehorsam gehalten Hab, will ich seiner
lieb fromme landschaft und menniglich der gegennhait besagen lassen und mir solt bis in mein grub von
herzen und gar getreulich laidt sein, das ich seiner lib in ainichem, des sich dieselbig meinethalben au� billickait
mocht zu beschweren haben, solt ursach gegeben oder mich zu unfugen von seiner lieb enleu�ert haben. Mein
notturft tet auch wol erfordern, eur kais. maj. meins elendts und jamers auch zugestandener beschwerung nach der
lenge widerumb underthamglich zu berichten, so ist es doch laider ane das zuvil offenbar am tag, das mir aus freund
lichem und weiblichem, herzlichem mitleiden, sonderlich meiner herzallerliebsten kmder halben gros betr�blich sein wolt,
so ich euer kaiserl. maj. dovon und meins lieben Hern gefurten auch gegen mir armen furstin ge�bten unwandels
weitern bericht zu tun vorursacht solt werden. Und ob ich dan seiner lieb das alles aus cnstlichem herzen, da sich
dieselbig, wie sein lieb vor got schuldig ist, erkent, gerne vorzeihe und vorzeien wil,so ist mir doch von gotts wort
und seiner g�tlichen einsatzung, (wie durch meinen Hern hivor beschwerlich auch mehr dan aynst begert ist worden)
meiner gewissen halben zu lassen und abzustehen unm�glich, auch yn kainen weg thunlich gewest. Vesorg auch das,
wan ich seiner lieb heut zu tag beiwesig were, von derselben dorumb wurd m�ssen weiter gefar und beschwerung
gewertig sein, dieweil ich mich gots worts und des Hailigen euangelion als der selen trost und speise und dasselbig von
cristlichen Predigern zu h�ren, auch das hochwirdig sacrament nach Zotlicher einsatzunge m baiden gestalten, so oft es
die notturft meiner gewissen erfordert, zu entpfaen, gar nit kan noch wais zu vorzcihen ; der ewig got schick es doruber
mit mir, wie sein barmherziger wille ist.
wo aber mein Herr und gemahl cristlich willigen wil, das ich das gotlich wort und euangelium von cnstlichn
Predigern h�ren und das sacrament des leibs und bluts Cristi unsers Hailands nach seiner eingesatzten gotlichen ordenung,
wie obberurt ist, auf mein vorantwortung gegen goth unvorhindert entpfahen mog, dasselbig auch sambt anderm wie
sein lieb, der ich zu meinem betr�bten absein kam ursach gegeben, schuldig, damit ich und meine arme diner und
dienerin des wioerigen oder unguten uns nit befaren dorfen, geburlich das es mir anzunemen vorsichern, so erbiete
gegen euer kais. maj. ich mich himit ganz underthaniglich, das ich gegen etzlichsn meins Hern und meiner freunde in
gleicher anzal, zum wenigsten zwaier, unvorbintlichen Handlung yn diesen fachen, da eur kais. maj. wie ich dan dieselbig
vormals mehr in aller undertanickait derhalben ersucht, mich sambt meinen dinern und dienerin mit gnedigem und
Hohenzolltln > Jahrbuch 1909. 25
        
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